Presseinformationen Kaffee
Der Kaffeepreis steigt rasant - warum?
Blickt Jan Wagenfeld auf das Chart der Kaffeepreisesentwicklung seit Sommer vergangenen Jahres, sieht er zackig ansteigende Linien. Der Preis hält sich in sehr luftiger Höhenlage, dort eben, wo auch guter Arabica wächst. Nun steht Rohkaffee auf rekordverdächtigen 270 US-Cent pro Pfund, was das das 2,5 fache des durchschnittlichen Werts der letzten 30 Jahre ist. Keine gute Zeit für Einkäufer.
Jan Wagenfeld, ganz grundsätzlich: Wie entsteht der Kaffeepreis?
Den Kaffeemarkt bestimmen klassischerweise Angebot und Nachfrage, die der Börsenpreis widerspiegelt. Allerdings sprechen wir von einem Futures Markt im Kaffee. Das heißt, die Börsennotierungen reflektieren auch die erwarteten Entwicklungen der Teilnehmer im Kaffeemarkt. Dies können Wettermeldungen oder Berichte über zukünftige Ernteerwartungen einzelner Länder sein. Auch Gerüchte spielen oft eine Rolle!
Warum ist der Börsenpreis jetzt so hoch?
Das ist zu einem Teil auch eine Folge der Immobilien- und Weltwirtschaftskrise. Bekanntermaßen wurden infolge der Krise – vor allem in den USA - die Zinsen massiv gesenkt, zuviel billiges Geld kommt seitdem auf dem Markt. Das Geld muss aber irgendwo angelegt werden. Immobilien kommen ja erstmal nicht mehr in Frage, also haben sich die Fonds und Spekulanten auf Rohstoffe verlegt. Alle Rohstoffpreise sind nach oben geschossen, da stecken Milliarden Dollar drin. Unser Kaffeepreis ist also in erster Linie institutionellen Anlegern geschuldet. Wie gesagt: Seit Juli ist der Preis von 135 US Cent pro 453 Gramm Arabica auf derzeit 270 Cent gestiegen. Zusätzlich zum Börsenpreis kommt übrigens für gute Arabicas noch ein Qualitätsaufschlag, je nach Ursprungsland.
Das ist aber noch nicht alles?
Die Nachfrage steigt auch, immer mehr Menschen in Brasilien, Indien und China trinken Kaffee, letztere sind eigentlich traditionelle Teetrinker-Nationen. Zusätzlich wird eine weitere Rohstoffverknappung erwartet, da Brasilien eine kleine Ernte einfahren wird. Und die Welt hängt am Tropf von Brasilien, nur hier können weitere große Mengen Arabica angebaut werden. Um ein paar Zahlen zu nennen: 2020 werden auf der Welt ca.160 Millionen Sack Kaffee benötigt, aktuell sind es 138 Millionen. Das wird großer Anstrengungen bedürfen.
Die Börse ist wie erwähnt ein Futures Markt, die Händler gucken in die Zukunft, und diese sieht wie eben beschrieben aus.
Kommen die Preiserhöhungen auch beim Farmer an?
Ja! Die Preise werden ja wie gesagt an der Börse gemacht. Aktuell verkauft der Bauer deshalb gegen diesen hohen Börsenwert. Gehen die Preise hoch und ein Börsen-Händler hat darauf gewettet, macht der Händler natürlich Geld. Der Farmer aber hat die Ware und erzielt durch den hohen Preis ebenfalls mehr Gewinn.
Der Preisanstieg hat also auch sein Gutes?
Ja, man kann wirklich sagen: Gute Preise sind der Garant dafür, dass auch in der Zukunft genug qualitativ hochwertiger Kaffee angebaut wird.
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