Wo landet eigentlich meine Kleiderspende?
Die meisten von uns kennen es: Beim jährlichen Frühjahrsputz wird gründlich aussortiert – darunter auch Textilien, die man nicht mehr nutzt. Dabei stellt sich die Frage: Wohin eigentlich mit der nicht mehr getragenen Kleidung, der alten Bettwäsche oder der zu kleinen Kindermode? Eine einfache und zugleich äußerst sinnstiftende Lösung ist die Textil-Spende.
Doch viele von uns fragen sich: Was passiert eigentlich mit meinen gespendeten Textilien? Manche haben vielleicht sogar die Sorge, dass die Textilien lediglich entsorgt werden und keinen Mehrwert schaffen.
Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen: Seit 2023 arbeitet Tchibo mit Re-Use Austria zusammen und führt mehrmals im Jahr Textilspendenaktionen durch.
Den Weg der Spenden haben wir direkt an der Quelle verfolgt: im ersten Teil der Beitrags-Reihe bei zwei unserer vier Re Use-Partner, der Volkshilfe Oberösterreich und WAMS Tirol. Sie zeigen uns im Interview, welche Reise die in unseren Tchibo Filialen abgegebenen Textilien antreten:
Was genau passiert mit den gespendeten Textilien, nachdem sie gesammelt wurden?
Egal ob Spenden in einer Tchibo Filiale, über spezielle Sammelcontainer oder direkt bei den Partnern – jede einzelne Spende wird sorgfältig durchleuchtet, bevor ihr ein zweites Leben gegeben werden kann.
Die sorgfältige Sortierung der Spenden ist ein zentraler Bestandteil der Arbeit unserer Partner, in die sie viel Zeit und Engagement investieren. Das Ziel: so viele Textilien wie möglich für eine Wiederverwendung aufzubereiten – ganz im Sinne von „Re-Use“.
„Nach der Sammlung werden die Textilien zunächst in unsere WAMS TEXTILSORTIERUNG gebracht. Dort beginnt die Vorsortierung: Die Kleidung wird grob nach Verwendungszweck getrennt – etwa für den Verkauf in unseren WAMS LÄDEN oder für den Großhandel. Im nächsten Schritt folgt die Feinsortierung. Hier prüfen wir jedes einzelne Teil genauer und bewerten es nach Qualität, Zustand und Tragbarkeit.“
– WAMS Tirol
„Nach der Sammlung wird die Kleidung in unsere Sortierstellen gebracht. Dort erfolgt eine sorgfältige Trennung nach Qualität, Art und Saison. Tragbare Stücke werden für den Weiterverkauf in unseren Shops aufbereitet. Dazu gehören eine Qualitätskontrolle sowie – falls notwendig – Reinigung und kleinere Reparaturen.“
– Volkshilfe Oberösterreich
Textilien, die als geeignet für den Wiederverkauf eingestuft werden, werden entsprechend aufbereitet und anschließend direkt in den Shops der Partner verkauft.
„Anschließend erfolgt die Auspreisung: Jedes Kleidungsstück erhält einen fairen Preis, abgestimmt auf seine Beschaffenheit und Warengruppe.
Zum Abschluss gelangen die Textilien in unsere WAMS LÄDEN, wo sie wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden – und Menschen die Möglichkeit erhalten, nachhaltige Mode bewusst zu nutzen, ganz im Sinne unseres Mottos: Second-Hand – First-Class.“
– WAMS Tirol
„Die in der Region gespendete und zum Verkauf geeignete Kleidung bleibt bewusst in der Region: In unseren - für Jeden und Jede offenen - Shops und über das online-Portal WIDADO wird sie zu günstigen Preisen angeboten. Wir schaffen damit viele wertvolle Arbeitsplätze in der Region und ermöglichen vielen Freiwilligen eine sinnstiftende Tätigkeit. Und nicht zuletzt werden mit den Erlösen soziale Projekte finanziert.“
– Volkshilfe Oberösterreich
Ob ein Artikel weiterverwendet, recycelt oder letztlich entsorgt wird, hängt aber maßgeblich von der Qualität und dem Zustand der gespendeten Textilien ab.
„Gut erhaltene, saubere Kleidung ist besonders wertvoll, denn sie kann direkt weiterverwendet werden. Leider sind nicht alle gespendeten Textilien für den Verkauf geeignet. Kleidung, die nicht mehr tragbar ist, muss von uns kostenpflichtig entsorgt werden. Daher unser eindringlicher Appell, nur gut tragbare, saubere und unbeschädigte Kleidung und Schuhe zu spenden.“
– Volkshilfe Oberösterreich
Das Entsorgen von Textilspenden, etwa weil sie zu stark verunreinigt sind, ist immer der letzte Ausweg und wird so gut es geht vermieden. Der Fokus liegt vielmehr darauf, eine Wiederverwendung – „Re-Use“ – zu ermöglichen. Sollte dies nicht machbar sein, wird der Artikel bestmöglich recycelt. Besonders erfreulich: Bei den Tchibo Spendenaktionen „Zweites Leben“ wurden bisher über 90 % der Spenden weiterverwendet.
Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen „Re-Use“ und „Recycle“?
„Re-Use (Wiederverwendung) bedeutet, dass Produkte weiter genutzt werden, ohne sie grundlegend zu verändern. Beim Recycling hingegen werden Materialien zunächst zerlegt und zu neuen Rohstoffen verarbeitet.“
– WAMS Tirol
„Re-Use ist besonders wichtig, weil es im Vergleich zum Recycling deutlich nachhaltiger ist. Durch die Wiederverwendung werden weniger neue Rohstoffe benötigt, was natürliche Ressourcen schont. Außerdem wird deutlich weniger Energie verbraucht, da aufwendige Verarbeitungsprozesse wie beim Recycling entfallen. Gleichzeitig trägt Re-Use zur Reduzierung von Abfall bei und verringert die Umweltbelastung, insbesondere den CO₂-Ausstoß. Darüber hinaus kann die Wiederverwendung auch Kosten sparen, sowohl für Verbraucher als auch für Unternehmen.“
– Volkshilfe Oberösterreich
Vielleicht wirfst du mal einen Blick in einen der Partner-Shops in deiner Region und entdeckst dort eine deiner eigenen Spenden. So kannst du dich selbst davon überzeugen und deinen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft hautnah erleben. Und wer weiß – vielleicht findest du sogar ein neues Second-Hand-Stück, das in deinem Kleiderschrank ein zweites Leben beginnen darf. So oder so trägst du damit zu einer nachhaltigeren Zukunft bei.
Jetzt spenden und Textilien ein zweites Leben schenken: