Kaffeegenuss
Kaffeewissen to-go #1

Was steckt in eurer Tasse Kaffee?

In unserer Serie „Kaffeewissen to-go“ erfahrt ihr alles rund um das Thema Kaffee – vom Anbau und der Ernte bis hin zum fertigen Produkt, das letztendlich als aromatisches Getränk in eure Tasse gelangt.

Im heutigen Beitrag nehmen wir euch mit auf eine Reise von der ersten weißen Kaffee-Blüte bis zur dunklen „Bohne“, die eigentlich gar keine Bohne ist. In diesem kompakten Streifzug durch den Kaffeeanbau erfahrt ihr alles über die Anbauregionen, die Pflege der Pflanzen bis zur Verarbeitung der sogenannten Kaffee-Kirschen.

Wo Kaffee zu Hause ist

Die Kaffeepflanze (Coffea) ist sehr anspruchsvoll und wächst nur dort, wo das Klima und der Boden perfekt zusammenpassen. Genau diese Verhältnisse sind am besten im sogenannten Kaffeegürtel rund um den Äquator gegeben. In etwa 80 Ländern – darunter Brasilien, Kolumbien, Äthiopien, Indonesien, Indien und Vietnam – findet die Pflanze, was sie braucht:

  • gemäßigte Temperaturen ohne extreme Schwankungen,
  • ausreichend und gut verteilten Niederschlag sowie
  • nährstoffreiche, oft vulkanische Böden.

Vom Keimling zur Kirsche

Am Anfang steht die Baumschule. Die empfindlichen Samen und Keimlinge werden per Hand oft paarweise in kleine Töpfe gesetzt und dort 6 bis 12 Monate gepflegt. In dieser Phase sind Schutz, gleichmäßige Bewässerung und vorsichtige Nährstoffgabe entscheidend. Erst wenn die Jungpflanzen robust genug sind, ziehen sie auf die Felder um, wo sie zu stattlichen Kaffeebäumen heranwachsen.

Bis eine Kaffeepflanze zum ersten Mal nennenswert trägt, vergehen etwa drei Jahre. Regnet es ausreichend, blüht sie einmal pro Jahr. Dann öffnen sich für wenige Tage zarte, duftende weiße Blüten – ihr jasminartiger Duft markiert den Auftakt der neuen Ernte. Aus den Blüten entwickeln sich die Kaffeekirschen, deren Reife 8 bis 10 Monate dauert. In dieser Zeit wechseln sie die Farbe: von Grün zu Gelb, dann zu Orange und schließlich zu Tiefrot.

Der richtige Erntezeitpunkt ist entscheidend. Nur reife, rote Kirschen liefern die gewünschte Qualität. Unreife (grüne) oder überreife (dunkelbraune bis schwarze) Früchte beeinträchtigen den Geschmack. Deshalb ernten viele Farmer*innen selektiv von Hand – Frucht für Frucht – und gehen die Sträucher mehrmals durch, um jeweils nur optimal gereifte Kirschen zu pflücken. Diese Sorgfalt schmeckt man später in der Tasse.

Von der Kirsche zur „Bohne“

Was wir als Kaffeebohne kennen, sind in Wahrheit die Samen der Kaffeekirsche! Zwei dieser kostbaren Samen schlummern in jedem Fruchtfleisch, geschützt unter einer Pergamenthaut. Erst durch die Verarbeitung werden aus Kirschen die grünen Rohkaffeebohnen, die später geröstet werden.

Spannend: Der deutsche Begriff „Kaffeebohne“ geht auf die arabischen Wörter qahwa (Kaffee) und bunn (Beere) zurück – aus der „Kaffeebeere“ wurde im Deutschen die „Bohne“.

Nach der Ernte stehen je nach Region, Tradition und Infrastruktur verschiedene Aufbereitungsmethoden zur Wahl, die den Charakter des Kaffees mitprägen:

  • Trockene Aufbereitung (natural): Die Kirschen trocknen vollständig – 3 bis 5 Wochen – auf großen Patios, Trockentischen oder in mechanischen Trocknern. Ist die Feuchtigkeit niedrig genug, werden die inzwischen spröden Fruchtbestandteile entfernt, die Bohnen sortiert und für den Transport verpackt.
  • Nasse Aufbereitung (gewaschen): Zuerst werden Schale und ein Großteil des Fruchtfleischs mechanisch entfernt (entpulpt). Anschließend fermentieren die Kerne kontrolliert in Wassertanks meist mindestens 12 Stunden. Nach dem Waschen trocknen die Bohnen in der Sonne, bevor die pergamentartige Hülle entfernt wird.

Beide Wege haben Vor- und Nachteile: Die nasse Methode ist schneller und schafft klare Aromen, verbraucht aber mehr Wasser. Die trockene Methode spart Wasser und kann fruchtige Fülle hervorbringen, benötigt jedoch viel Zeit und Sorgfalt während des Trocknens.

Übrigens: Für ein Kilogramm Rohkaffee werden rund 6 Kilogramm frische Kaffeekirschen benötigt – ein gutes Bild dafür, wie viel Erntearbeit in jeder Tasse steckt.

Vom Feld bis zur Tasse ist Kaffee Handwerk, Natur und Wissen zugleich. Wer die Stationen der Reise kennt, versteht, warum sorgfältige Anbau- und Aufbereitungsmethoden den Unterschied machen. Zudem spielen Herausforderungen wie der Klimawandel, Armut, geringe Produktivität und keine Perspektive im Kaffeeanbau eine immer größer werdende Rolle in den kaffeeanbauenden Ländern. Deshalb haben wir bei Tchibo uns zum Ziel gesetzt, bis 2027 ausschließlich Kaffee aus verantwortungsvollem Einkauf anzubieten. Wir haben mittlerweile in acht Ländern, aus denen wir unseren Kaffee beziehen, unser Kaffeeprogramm am laufen und setzen vor Ort Maßnahmen, die Farmer*innen dabei zu unterstützen, mit den vielen Herausforderungen klarzukommen.

Vielleicht schmeckt ihr beim nächsten Schluck Tchibo Kaffee die Sorgfalt und den Einsatz, die in jeder Bohne stecken.