#140: Not all cups are created equal – the coffee cup affects the taste
In the new episode of “5 Cups a Day”, we taste and reflect – specifically on how the taste of coffee changes depending on the shape, color, and texture of the cup, and much more. We discuss which colors make the coffee taste particularly good, what role the thickness of the cup’s walls plays, and how paper cups stack up in comparison. Tune in and maybe you’ll find a new favorite cup.
What works for wine works for coffee, too!
It has been proven that using different glasses for red and white wine affects the taste, and this is a common practice in restaurants, at home, or when gathering with friends. But all the senses are involved when enjoying coffee as well. Of course, we taste and smell it, but sight also plays a role. Touch is particularly important: How heavy is the cup? How does it feel against the lips? Is it thick- or thin-walled, smooth or rough, warm or cold? Hearing, too – such as the sound of sipping coffee – influences the taste.
Researchers have already investigated this phenomenon. A study from Oxford and the University of São Paulo found that different cup shapes influence the taste experience, even when the material and color were the same. The study tested cup-shaped, tulip-shaped, and so-called “split cups” – that is, cups divided by a wall on the inside.
“The sweetness and acidity were most clearly perceived by those who had the split-cup version. However, the non-experts still liked the coffee from that cup the least. So there is quite obviously a difference in how the taste quality is perceived when the drink, the material, and the cup color are the same, but the cup shape is different.” – Gerhard Bytof
The Real-World Test: From Paper Cup to Favorite Mug
In this episode, we tasted coffee served in a variety of cups: blue cups, clear glasses, white cups, tulip-shaped cups, and even the much-maligned paper cup. As expected, the paper cup didn't fare well.
„Ich bin beim Pappbecher und da mag ich den Geruch schon nicht, wenn ich da rein rieche, da hab ich schon diesen Pappgeruch. Also für mich bleibt Pappbecher die absolute Notlösung.“ – Indre Berendes
Doch nicht nur Form und Material, sondern auch die persönliche Verbindung zur Tasse ist entscheidend. Über 55 Prozent der Deutschen haben eine Lieblingstasse – so auch die Podcast-Gäste.
„Über 55 Prozent haben eine Lieblingstasse und ich gehe sogar nochmal einen Schritt weiter. Denn meine Lieblingsespressotasse kommt sogar mit in jeden Urlaub, weil ich habe schon häufig Ferienwohnungen erlebt, wo mir dann die Espressotassen nicht gefielen oder einfach gar keine da waren. Insofern meine wird immer schön eingewickelt und kommt mit in den Koffer.“ – Karina Schneider
Fazit: Die Tasse macht den Unterschied!
Wer hätte gedacht, dass das schlichte Behältnis unseres Lieblingsgetränkes tatsächlich so eine große Rolle spielt? Jetzt wissen wir es und können mit dem neu gewonnenen Wissen unseren Kaffeegenuss noch bewusster gestalten. Vielleicht ist es auch an der Zeit, einen Tassenwechsel in Betracht zu ziehen.
Wenn Ihr Euren Kaffee-Horizont ebenfalls erweitern wollt, dann hört jetzt rein in die ganze Folge „Tasse ist nicht gleich Tasse – Die Kaffeetasse beeinflusst den Geschmack“ von „5 Tassen täglich“.
Transkript:
Station Voice [00:00:04] 5 Tassen täglich. Kaffewissen to go.
Ralf Podszus [00:00:12] Moin! Hört ihr diesen Podcast gerade mit einer schönen Tasse Kaffee in der Hand? Vielleicht eure Lieblingstasse, die mag ja euer allerliebstes Gute-Laune-Getränk noch besser in Szene setzen, vielleicht ist sie jedoch gar nicht so gut für den besten Kaffegeschmack. Heute beschäftigen wir uns mit der Frage: hat die Tasse Einfluss auf den Kaffeegeschmack? Ja, richtig gehört. Beim Wein und guten Longdrinks wissen wir längst, dass das Glas eine durchaus wichtige Rolle für einen noch besseren Geschmack spielt. Der gleiche Wein schmeckt aus verschiedenen Weingläsern auch unterschiedlich. Wie ist das beim Kaffee? Das wurde bereits wissenschaftlich untersucht und wir testen das gleich mal. Wie ist denn eure Tasse geformt? Wie fühlt sie sich an und welche Farbe hat sie? Vielleicht seht ihr eure Lieblingstasse nach dieser Podcast-Folge mit anderen Augen und vielleicht schmeckt auch der Kaffee daraus ein bisschen anders. Ich bin Ralf Podszus und mit mir sind heute die Kaffee-Experten Indre Berendes und Gerhard Bytof, also Doktor By am Start. Ja und natürlich Tchibo-Sprecherin für Kaffee Karina Schneider. Hallo ihr drei.
Indre Berendes [00:01:22] Hallo
Gerhard [00:01:22] Ja, hallo.
Karina Schneider [00:01:24] Moin! Ja, gemeinsam gehen wir heute den Ergebnissen aus der Studie auf den Grund und wollen einen kleinen Test machen. Schmeckt uns der gleiche Kaffee denn aus verschiedenen Tassen anders? Und wenn ja, wie sieht diese Tasse eigentlich aus, aus der uns der Kaffee besonders gut schmeckt? Denn ihr ahnt es schon, Kaffee ist nicht gleich Kaffee, das haben wir ja schon mehrfach auf den Prüfstand gestellt, und Tasse ist vielleicht auch nicht gleich Tasse. Denn das, was für den Wein ja tatsächlich schon lange bekannt ist, dass das Glas, aus dem er getrunken wird, den Geschmack beeinflussen kann, werden wir heute für den Kaffee überprüfen. Dass Wein aus eierförmigen Weingläser ein besonders stark empfundenes Aroma hat, es wird vermutet, dass der Einschluss des Geruchs im Glas damit zusammenhängt. Aber was genau passiert, das kann man nicht ganz sicher sagen. Gerhard, du bist unser wissenschaftlicher Experte heute und hast dir zwei Studien zum Thema Kaffeetasse schon vor diesem Podcast angeschaut. Was wurde denn da genau untersucht und herausgefunden?
Gerhard [00:02:27] Ja genau. Ich fange mal einfach mit der einen Studie an. Das ist eine Studie, die wurde gemacht von einem Professor Spencer aus Oxford zusammen mit Leuten von der Uni São Paulo in Brasilien. Und die haben ihre Gelegenheit genutzt, beim Kaffee-Event mal Leute Kaffee aus verschiedenen Tassen probieren zu lassen und ihren Geschmackseindruck beschreiben zu lassen. Und zwar intensiv im Detail. Dabei geht es um Süße, um Bitterkeitsgrad, um Säugrad und so etwas. Gut, die Hälfte davon waren tatsächlich ExpertInnen, also Baristas, die professionelle Verkostungserfahrung hatten. Und die kleinere Hälfte bestand dann einfach aus interessierten Event-TeilnehmerInnen. Aber auch die mussten alle schon besonderes Kaffeeinteresse vorweisen und mindestens ein Jahr oder so etwas regelmäßig Special-Tea-Coffee getrunken haben.
Karina Schneider [00:03:18] Und was haben Sie herausgefunden? Hat tatsächlich die Tasse einen Einfluss auf den Geschmack dort gehabt?
Gerhard [00:03:24] Ja, die haben drei unterschiedlich geformte Tassen genommen, die dabei aber aus dem gleichen Material und in gleicher Farbe waren. Und das war eine schlichte becherförmige Tasse einmal, dann eine tulpenförmig nach oben hin leicht geschlossene Tasse und eine sogenannte Split Cup. Heißt, die war unten bauchig und war dann so in der Mitte enger und hat sich dann nach obenhin wieder etwas mehr geöffnet. Und dann wurden eigentlich drei Gruppen gebildet und es wurde aus jeweils einer verkostet. Und tatsächlich: die Süße und die Säure wurde von denjenigen, die dieses Split-Cup-Ding hatten, am deutlichsten empfunden. Allerdings mochten die Laien den Kaffee daraus dennoch am wenigsten. Was übrigens anders war als die Beurteilung der BeristerexpertInnen also scheint es da Unterschiede zu geben. Also es gibt ganz offensichtlich einen Unterschied im Empfinden der Geschmacksqualität bei gleichem Getränk, gleichem Material und gleicher Tassenfarbe, aber unterschiedlichen Tassenformen.
Karina Schneider [00:04:31] Und sag einmal, welche Sinne setzen wir denn eigentlich beim Verkosten ein?
Gerhard [00:04:35] Ja, eigentlich alle Sinne. Da sind zu allererst natürlich das Schmecken und das Riechen, aber auch das Sehen. Versuch zum Beispiel mal blaues Ketchup unvoreingenommen zu verkosten. Dann Fühlen, Tasten. - Also es geht eigentlich schon in der Hand los. Ist es eine schwere Tasse oder eine leichte Tasse? Aber auch wie man die Tasse mit den Lippen oder vielleicht auch mit der Zunge spürt und wahrnimmt. Ist es eine dickwandige oder dünnwandige, eine glatte oder eine raue Tasse. Ist sie warm oder kalt? Dann natürlich auch das Getränk selbst, das Mundgefühl. Ist es vollmundig oder eher dünn? Und ein bisschen sogar das Hören. Klar, beim Kauen ist es besonders deutlich, aber bei Getränken eben... Ich höre da auch ein bisschen, was in meiner Mundhöhle los ist. Gerade wenn man schlürft oder einen Schluck im Mund hin und her wandern lässt. Alles kommt zusammen. Alle Sinne beeinflussen sich gegenseitig.
Karina Schneider [00:05:32] Dann können wir auf jeden Fall schon mal festhalten, dass es hier schon leichte Überschneidungen auch zwischen Wein und Kaffee gibt, dass also das Glas bzw. die Tasse einen Einfluss auf den Geschmack hat.
Gerhard [00:05:43] Also überall, bei allem, was wir zu uns nehmen, ist das so. Nachgewiesen bei Wein und jetzt auch bei Kaffee.
Karina Schneider [00:05:50] Indre, du hast dir noch eine zweite Studie vorab angeschaut, bevor wir gleich hier den Kaffee in die Tassen fließen lassen und verkosten. Wie sieht es mit dieser Studie aus?
Indre Berendes [00:05:59] Raus kam, dass bei dem weißen Glas das am wenigsten Süß den Probandinnen geschmeckt hat. Also dass sie das gar nicht so gerne mochten. Das Durchsichtige kam auch nicht so richtig gut an und am schönsten war eigentlich das Ergebnis, also da war so die Liebste... das Zungengefühl, Mundgefühl und mit dem Auge zusammen bei den blauen Gläsern.
Karina Schneider [00:06:19] Also das heißt, ich hab das eben bei Gerhard auch schon gehört, dass mit der Süße scheint relevant zu sein, mit der Tasse und dem Geschmack von Kaffee.
Gerhard [00:06:26] Ja, also auf jeden Fall schon beim normalen reinen Kaffee schmeckt man durchaus Süße. Ist aber eher was für Fortgeschrittene, das zu erfassen. Aber ich glaube, bei dieser Studie war das kein reiner Kaffee, das war Caffè Latte. Die haben da schon von vornherein Milch reingepackt, wenn ich mich nicht erinnere.
Indre Berendes [00:06:44] Genau, da ist es mit der Süße eh schon schwer.
Karina Schneider [00:06:47] Gut, dann wollen wir doch jetzt gleich mal gucken. In unserer eigenen kleinen Mini-Version von unserem Test wollen wir jetzt gleich zwei verschiedene Kaffees aus unterschiedlichen Tassen probieren. Indre, was hast du uns denn mitgebracht?
Indre Berendes [00:06:59] Ich habe zwei verschiedene Kaffees mitgebracht. Und ich habe verschiedenfarbige Tassen in verschiedenen Formen, in verschiedenen Farben und auch Gläser. Für dich, Karina, natürlich Espresso-Tassen...
Karina Schneider [00:07:11] Sehr gut...
Indre Berendes [00:07:12] Weil du hauptsächlich Espresso trinkst. Aber auch da gibt es natürlich Unterschiede in der Größe, in der Form, auch in dem, was Gerhard schon beschrieben hat: wie sind sie denn eigentlich geformt? Sind sie eher tulpenförmig, laufen sie ein bisschen zu? Oder sind sie oben breit? Dann haben wir auch mal was Blaues mitgebracht, so ein bisschen wie bei der Hochzeit, was Blaues, was Geliehenes und was Altes. Und natürlich mal so Lieblingstassen mitgebracht, um zu gucken, ist da vielleicht auch noch mal ein Unterschied dabe.
Karina Schneider [00:07:36] Und zum Abschluss zum Gruseln vielleicht noch: den Pappbecher.
Indre Berendes [00:07:39] Ja, den haben wir auch mit dabei. Etwas was natürlich... also Gott sei Dank, langsam seinen Reiz verliert. Also die Wegwerfnummer fällt weg. Nichtsdestotrotz gibt es sie und schmeckt der Becher, wenn ich ihn to go trinke, noch mal anders daraus? Wir werden es testen. Dann geht's jetzt gleich los.
Karina Schneider [00:08:01] Indre, du hast gerade eingeschenkt und jetzt steht vor uns eine schöne Auswahl.
Indre Berendes [00:08:06] Genau, jeder von uns hat jetzt hier sozusagen eine blaue Tasse stehen, ein durchsichtiges Glas, eine weiße Tasse. Dann haben wir verschiedene Formen noch, in denen wir so eine Tulpenform haben, eine kleinere Espresso-Tasse und dann haben wir noch so ein offenes Gefäß, was nach oben schön weit offen geht. Was sich bei uns auch noch unterscheidet, gibt es auch Studien drüber, ist, wir haben verschiedene Haptiken. Also hier gerade Gerhard hat eine Tasse, die ist so ein bisschen angeraut, auch oben dran um zu gucken, was Gerhard am Anfang beschrieben hat: wie ist das Gefühl an den Lippen. Also wie fühlt sich das an? Hat das auch einen Einfluss da drauf?
Karina Schneider [00:08:40] Wie schön trinkt es sich quasi da raus?
Indre Berendes [00:08:42] Ja, genau. Wie fühlt es sich an? Wie trinkt sich das? Mag man das? Und dann haben wir noch den Pappbecher hier bei uns stehen.
Karina Schneider [00:08:48] Dann würde ich sagen, an die Tassen fertig los und wir probieren uns mal fröhlich durch.
Gerhard [00:08:58] Das ist richtig komisch, sonst schlürfen wir ja immer, wenn wir vom Löffel verkosten, aber hier ja nicht.
Indre Berendes [00:09:04] Es ist mir gerade richtig schwer gefallen, gar nicht so zu schlürfen.
Karina Schneider [00:09:07] Ich wollte auch schlürfen.
Gerhard [00:09:11] Also ich meine, zu Hause beim Verkosten schlürfe ich ja auch nicht. Das mache ich nur beim professionellen Verkosten.
Indre Berendes [00:09:17] Zuhause habe ich auch keine Schürze an, wenn ich Kaffee trinke.
Karina Schneider [00:09:20] Ich bin schon bei Tasse vier angekommen.
Indre Berendes [00:09:22] Ich bin beim Pappbecher. Da mag ich den Geruch schon nicht. Wenn ich da reinrieche, dann habe ich schon diesen Pappgeruch.
Gerhard [00:09:30] Für mich bleibt Pappbecher die absolute Notlösung.
Indre Berendes [00:09:34] Ja, da muss ich schon große Not haben. Auch wenn er noch so schön gestaltet ist, ob blau, weiß, grün, bunt, schöne Sprüche drauf. Also das ist halt... Mein Geschmack trifft es nicht.
Karina Schneider [00:09:46] Also, ich habe mir ganz schnell einen Urteil bilden können. Ich habe mich jetzt durch meine vier Tassen hier durchgetestet und tatsächlich ist der Geschmack des Kaffees in diesen kleinen Espresso-Behältnissen, die ich ja vor mir habe, doch sehr unterschiedlich. Und Gerhard, ich würde dir recht geben, bei mir macht den größten Unterschied oder das größte Genussgefühl ist die dickwandige kleine Espresse-Tasse, weil sie sich so schön rund am Mund anfühlt und dadurch der Kaffee so einen runden Geschmack auch im Mund bekommt. Wohingegen... Das Glas war auch in Ordnung, das wäre so mein Platz zwei. Und dann habe ich noch eine dünnwandige Keramiktasse. Und da würde ich sagen, die verliert im Vergleich zu dem dickwandigen doch schon erheblich. Der Pappbecher geht gar nicht ganz außen vor. Wie ist es bei euch?
Indre Berendes [00:10:28] Ich bin tatsächlich ein bisschen überrascht, dass mir die blaue Tasse sehr, sehr gut gefällt. Vielleicht weil ich es auch einfach gerne angucke. Blau mit dem verbindet man am wenigsten schlechte Erfahrungen. Blau ist so die Farbe... ne hat der Himmel, hat das Meer... Verbindet man schöne Sachen mit und auch der Kontrast zu dem Kaffee ist gar nicht so doll. Deswegen mag ich die blaue Tasse sehr, sehr gerne, gefällt mir gut. Pappe hatte ich eben schon gesagt, Glas ist auch für mich eher was Kaltes, also das ist so das, was ich damit verbinde. Und einen Cold Brew, ehrlicherweise, den trinke ich tatsächlich sehr, sehr gerne aus dem Glas.
Gerhard [00:11:02] Ja, ja, auf jeden Fall. Und bein Pappbecher ist ja dann, wenn man unterwegs ist, auch noch so ein blöder Deckel drauf, damit man sich angeblich nicht verbrüht. Ich verbrühe mich aber dann immer erst recht und man kann den Duft des Kaffees auch gar nicht genießen. Ich sag meistens eigentlich immer: Bitte ohne Deckel. Spart auch Müll ein. Aber am besten man nimmt, wenn schon, seinen eigenen To-Go-Becher mit auf Reisen. Also die grobe Habtik kommt mir auch nicht entgegen. Ich kann jetzt auch nicht sagen, ob jetzt irgendwas auf bestimmte Geschmacksrichtungen stärker ist oder nicht. Ich kann jetzt nur sagen, so insgesamt mein Eindruck, aber vielleicht liegt es daran, dass wir auch im Vorfeld zu viel wissen. Der Spencer, der Professor aus Oxford, der hat ja auch vorher schon eine Studie gemacht und hat Leute nur befragt. Hohe Tasse, schmale Tasse, dicke Tasse: was erwartet ihr dann für einen Effekt fürs Getränk? Und da war eben auch schon eine Erwartung da, die in die Richtung ging. Die sich dann in dieser Studie in Sao Paulo dann auch bestätigte. Aber das glaube ich auch, dass jeder von uns eine Erwartung mit sich trägt.
Karina Schneider [00:12:04] An den Geschmack. Jetzt kommen wir zur Preisfrage. Habt ihr denn beide eigentlich eine Lieblingstasse?
Indre Berendes [00:12:09] Aber natürlich habe ich das.
Karina Schneider [00:12:10] Wie sieht sie aus?
Indre Berendes [00:12:12] Ehrlicherweise überhaupt nicht so, wie das die Studien beschreiben. Ich glaube, da spielt hauptsächlich das rein... Ich hab sie von meinen Kindern geschenkt bekommen. Ich hab das in einer früheren Podcast-Folge auch schon mal erzählt. Da sind die Kinder mit drauf, das ist so draufgemalt, und unsere Katzen mit drauf. Das ist so ein Familienstück, das ist eine Erinnerung, ein Gefühl, was diese Tasse hervorlöst. Da könnte alles drin sein, und es würde mir alles daraus schmecken.
Karina Schneider [00:12:36] Gerhard, was ist deine Lieblingstasse?
Gerhard [00:12:38] Ja, bei mir ist es nicht ganz so romantisch wie bei Indre, gebe ich zu. Ich habe mir vom Flughafen in Bogota so ein Merch mal mitgebracht aus Kolumbien. Aber ich finde, das sind schöne Tassen. Da ist drauf die Ikone des kolumbianischen Kaffeeanbaus, Juan Valdez. Der ist so eine Ikone, er kommt sogar in einigen Hollywood-Filmen vor, als Cameo auftritt. Und sein Esel in "Bruce Almighty" mit Jim Carrey zum Beispiel. Und das sind weiße Tassen, die sich nach oben öffnen, Porzellan, nicht so dickwandig, wie ich das eigentlich mag, aber mit dem Porzellan nach oben hin offen, also sich weiter öffnend. Und ich finde, das kommt der Verbreitung des Aromas wirklich entgegen.
Karina Schneider [00:13:20] Dann geht es euch wie über der Hälfte der Deutschen, denn über 55 Prozent haben eine Lieblingstasse. Und ich gehe sogar noch einen Schritt weiter, denn meine Lieblings-Espressotasse kommt sogar mit in jeden Urlaub, weil ich habe schon häufig Ferienwohnungen erlebt, wo mir dann die Espressotassen nicht gefielen oder vielleicht auch gar keine da waren. Insofern meine wird immer schön eingewickelt und kommt mit in den Koffer.
Indre Berendes [00:13:41] Vielleicht können wir aber auch hier noch mal zu dem Wein einen Bogen schlagen. Ja, also ich glaube da ist auch dieses: was trinken wir, wo raus und wann und wo. Also wenn wir im Urlaub in Italien an der Plaza, schön in der Toskana, ein Glas Wein trinken, dann ist der super, super lecker. Und dann nehmen wir diese Flasche mit nach Hause und freuen uns dann und sitzen hier in Hamburg im Regen auf dem Balkon vielleicht. Und stellen fest, dass das eine fürchterliche Plörre war, den wir aber im Urlaub total gerne mochten. Also auch da spielt natürlich das Gefühl mit rein, wo trinke ich ihn wann? Und so ist es bei Kaffee vermutlich genauso, wo trinke ich meinen Kaffee, wo raus trink ich ihn und vor allem, mit wem trinke ich ihn.
Karina Schneider [00:14:21] Darauf die nächste Tasse Kaffee. Und wir übergeben zurück an Ralf. Vielen Dank, ihr beiden.
Indre Berendes [00:14:24] Sehr gerne.
Gerhard [00:14:25] Sehr gerne. Danke.
Ralf Podszus [00:14:26] Das war unsere Ministudie zum Thema: "Hat die Kaffeetasse Einfluss auf den Kaffeegeschmack?" Wer hätte gedacht, dass das Behältnis unseres lieben Heißgetränks tatsächlich eine Rolle beim Geschmack spielen kann? Ja, jetzt wissen wir's! Und können dieses Wissen nutzen. Vielleicht gibt es sogar nun bei dem Einen oder der Anderen einen Kaffeetassenwechsel. Könnt ihr mal in eurem Schrank mit den Kaffeetassen ein bisschen nachforschen. Danke Indre, Gerhard und Karina. Das war wieder ein interessantes Kaffeespecial heute. Ich werde das jetzt auch gleich mal ausprobieren. Wir haben ja auch eben gehört, dass die Stimmung auch unser Geschmacksempfinden beeinflussen kann. Da erklärt es sich nurn auch für mich, warum es Menschen gibt, die auf einer warmen Insel am Strand aus einem bunten 5-Liter-Eimer Sangria mit einem Strohhalm trinken. Ja, das macht keiner zu Hause... Aber das ist auch ein anderes Thema. Ich bin Ralf Podszus und ich würde mich freuen, wenn ihr diesen Podcast abonniert und wieder einschaltet. Dieser Podcast läuft auf allen Podcast-Plattformen eures Vertrauens, zum Beispiel bei Podimo. Lasst dort gerne auch ein Like da. Bis zum nächsten Mal!
Station Voice [00:15:35] 5 Tassen täglich. Kaffewissen to go.