5 Cups a Day

#138 Packaging Stories (2/2): Can capsules be sustainable?

Coffee capsules are often dismissed as bad for the environment. But is the issue really that clear-cut?

In this episode of “5 Cups a Day” – the second part of our “Packaging Stories” series – we take a closer look at the fascinating topic of packaging. We’ll be exploring just how sustainable coffee packaging and capsules can be today, and what good packaging actually needs to achieve in terms of sustainability.

Our packaging experts Helena Teuber von Staden, Team Leader for Coffee Packaging Development, and Jasmin Duensing, Team Leader for Capsule and Packaging Development are joining us once again. Helena and Jasmin discuss how films and capsules are being designed to be more recyclable, and why the most sustainable solution often depends on your own coffee consumption! Also: why the choice of materials and sortability are so important.

One of the topics covered in this episode: recyclability starts with the design. Today, capsules are specifically designed to be more easily identified in sorting facilities and directed into the correct material stream.


“If you cut our capsules open, they’re white on the inside to improve and ensure their detectability.” – Jasmin Duensing


There are also significant developments in the field of materials: the aim is to produce packaging made from as few materials as possible – or ideally just one – so that it can be recycled more easily.


“We have already started switching to single-material products or materials made from fewer different substances. We need new materials that are just as effective as the old ones, but much easier to recycle.” – Helena Teuber-von Staden


It soon becomes clear that there is no single, most sustainable solution for everyone. Rather, it also depends on how we use coffee at home. For those who only drink coffee occasionally and prefer variety in their choice of blends, a single-serve solution in the form of capsules can make sense, as the coffee remains optimally protected. Those who drink a lot of coffee might be better off with a larger pack.

The two also provide answers to questions about everyday waste disposal that cause uncertainty for many: Do coffee capsules go in the recycling bin? What about pizza boxes, receipts, yoghurt pots or compostable organic waste bags? Contrary to what you might expect, organic waste bags made from biodegradable materials, for example, are best disposed of in the general waste, as they take a long time to eventually decompose.

Curious? Then have a listen now!

Created with Sketch.

Transkript:

Jasmin Duensing [00:00:02] So haben wir die Kapsel so designt, dass sie in den Sortieranlagen sortiert werden können, damit sie im Stoffstrom landet, in dem sie auch landen soll. So kann man zum Beispiel, wenn man unsere Kapsel aufschneidet sehen, dass sie von außen in Brauntönen gehalten sind und innen drin sind sie weiß, um die Detektierbarkeit zu gewährleisten.

Helena von Staden   [00:00:23] Das Ziel von gut recycelbaren Verpackungen ist eigentlich, dass sie nur aus einem Material bestehen, um sie dann ganz gezielt einer Fraktion zuzuordnen, dann ist etwas gut recyclbar. Und wo die Kaffee-Verpackung klassischerweise herkommt, die besteht aus mehreren Materialien. Wir haben hier schon begonnen, umzustellen auf Materialien, die Monomaterialien sind oder aus weniger Stoffen bestehen. Wir brauchen neue Materialien die genauso leistungsfähig sind, aber viel besser recycelbar.

Station Voice [00:00:50] Fünf Tassen täglich, der Tchibo Podcast.

Ralf Podszus [00:00:58] Herzlich willkommen! In der letzten Podcast-Folge haben wir darüber gesprochen, wie Kaffeeverpackungen das Aroma schützen. Heute gibt es passend dazu die nächste große Frage, wie nachhaltig sind Kaffeerverpackungen eigentlich? Ja, und besonders, wie nachhaltig können Kapselsysteme sein? Die stehen immer wieder in der Kritik, zu viel Müll, zu viele Materialien, zu schwierig zu recyceln. Stimmt das wirklich? Und Wie können Verpackungen immer nachhaltiger werden? Ist da nicht irgendwann mal alles zu Ende gedacht? Gibt's da noch eine Innovation? Oder geht da noch was besser? Bei mir sind wieder die Tchibo-Verpackungskünstlerin Helena Teuber von Staden. Da ist schon der ganze Name verpackt. Sehr sympathisch. Sie ist Teamleiterin Entwicklung Kaffeeverpackungen. Hallo!

Helena von Staden   [00:01:45] Hallo.

Ralf Podszus [00:01:45] Und wie ich in der letzten Folge gelernt habe: das größte Fangirl von Excel-Tabellen...

Helena von Staden   [00:01:50] Jetzt wird's immer größer. Was hab ich da losgetreten? Ja, ich sag jetzt mal ja. Hallo, schön, dass ich wieder hier sein darf. Trotz Excel.

Ralf Podszus [00:01:59] Und bei mir ist auch Jasmin Dünsing, Teamleiterin Kapsel- und Verpackungsentwicklung. Nachhaltigkeit. Das ist unser großes Thema heute. Jasmin, Kaffeekapseln, die stehen oft in der Kritik. Vor allem machen sie wohl viel Müll und das Recycling, das ist so mittel. Ich erinnere mich auch im Fernsehen, da habe ich mal auf einer Mülldeponie so ein Riesenberg gesehen. Das waren nur Kapseln. Also es ist schon ziemlich freundlich gesagt, dass die so ein bisschen Müll machen, die Kapseln. Welche Kritik begegnet dir am häufigsten?

Jasmin Duensing [00:02:27] Wahrscheinlich, dass sie viel Müll machen und wir haben tatsächlich in den letzten Jahren sehr viel dafür getan, dass es auf jeden Fall nachhaltiger ist. Und zwar haben wir dafür gesorgt, dass Sie recyclingfähig sind. Das bedeutet, wir haben die Kapsel so designt, dass die in der Leichtverpackungssortieranlage, das ist noch so ein Scrabble-Word.

Ralf Podszus [00:02:48] Stimmt, ja. In der letzten Folge habe ich auch schon schöne Wörter gelernt hier bei dem Thema Verpackung. Da gibt es schöne Begriffe. Würde man jeden Scrabble-Abend mit gewinnen.

Jasmin Duensing [00:02:56] Und so haben wir tatsächlich die Kapsel so designt, dass sie in den Sortieranlagen sortiert werden können. Das bedeutet, dass man auf Rußfarben verzichtet, dass die, man sagt sozusagen, detektiert werden, damit sie im Stoffstrom landet, in dem sie später auch landen sollen, um wieder als Wertstoff zu gelten. Und so kann man zum Beispiel, wenn man unsere Kapsel aufschneidet sehen, dass sie von außen sind sie halt in braunen Tönen gehalten oder in anderen hellen Tön. Und innen drin sind sie weiß, um die Detektierbarkeit wirklich noch zu verbessern und zu gewährleisten. Was wir auch machen, ist, dass wir bei der Qbo-Kapsel auf 70% bio-based-Material gehen. Das bedeutet, dass aus schon mal verwendeten Pflanzenfetten wie Frittenfett tatsächlich wird Kunststoff gewonnen und den setzen wir zu 70% in unseren Kunststoffkapseln ein. Dazu gibt es eine Podcast-Folge mit Helena. Und das sind die Dinge, an denen wir arbeiten, um diesen Müll nachhaltiger zu gestalten.

Ralf Podszus [00:03:58] Könnt ihr euch mal anhören bei 5 Tassen täglich, schon ein paar Jahre her. Aber stimmt, aus Pommes wird Kaffee. Verrückt, wenn man das jetzt so sieht. Also so böse wie früher ist die Kaffeekapsel gar nicht mehr.

Jasmin Duensing [00:04:12] Das ist aus meiner Sicht sowieso nicht, weil sie den Kaffee perfekt schützt. Und das ist das, was man am Ende sicherstellen muss, dass man den Kaffee, den wir importieren, von weit her, dass er besonders nachhaltig verpackt wird, in dem Sinne, dass man den Kaffee möglichst am nachhaltigsten zubereitet. Und so haben wir die perfekte Grammatur von Kaffee in einer Kapsel. Und ich schmeiße keinen Korn Kaffee weg. Es geht mir nichts verloren, wenn ich den Löffel benutze, sondern wir sorgen dafür, dass der Kaffee perfekt genutzt wird, dass er nachhaltig beim Kunden ankommt.

Ralf Podszus [00:04:49] Es ist nicht so, wenn ich so eine Kaffeeverpackung hab, wo jetzt der Kaffee so drinne ist, weil ich das jetzt alles selbst ohne so eine Kapselmaschine mache. Ich bin ja so jemand, der schneidet das dann noch auf und holt jeden Krümel noch raus, wie bei der Zahnpastatube irgendwie, weil wir denken, nee, da kann ich noch eine Woche mit meine Zähne putzen, das klappt. Und so ist es beim Kaffee ja auch, man holt da die Krümel raus. Gefühlsmäßig ist das doch, wenn das ich das dann zusammenfalte und ganz klein in den Mülleimer schmeiße, doch weniger Müll als so ne Kapsel.

Helena von Staden   [00:05:14] Grundsätzlich stimmt das. Ich denke, darüber lässt sich einfach streiten, ob das am Ende nachhaltiger ist, das eine als das andere. Ich denk, man muss einfach seinen eigenen Kaffeekonsum anschauen. Also wenn man einen Kilo Beutel Kaffee kauft und den aber über Monate stehen lässt und dann wird der Kaffee rösteilt, so wie Jasmin das ja auch schon mal beschrieben hatte, dann tut das dem Kaffee natürlich auch nicht gut, wenn er so behandelt wird. Wenn ich jetzt jemand bin, der ganz selten Kaffee trinkt, macht das vielleicht Sinn, auch aus Nachhaltigkeitssicht auf so eine Kapsel zurückzugreifen, weil diese Kaffeeportion einfach immer optimal geschützt ist. Und wenn ich aber ein Vieltrinker bin und so wie wir unsere mehr als fünf Tassen täglich trinken, macht das vielleicht schon auch Sinn, auf eine größere Verpackung oder eine andere Kaffeezubereitungsart zu gehen. Also es ist grundsätzlich schwer zu sagen, das eine ist sehr nachhaltig und das andere nicht. Es ist immer ein it depends.

Ralf Podszus [00:06:00] Das heißt also eigentlich müssten die Leute mehr begreifen, was für sie individualisiert der beste Weg wäre, um eben den besten möglichen Weg zu wählen, um weniger Müll zu verbreiten.

Jasmin Duensing [00:06:12] Um weniger Müll zu verbreiten bzw. Um weniger Kaffee wegzuschmeißen oder nicht zu genießen. Also wenn einem Kunden zum Beispiel wichtig ist, dass das Thema Vielfalt im Vordergrund steht, dann ist es natürlich besser, man nutzt vielleicht ein Kapselsystem, in dem eine große Vielfält von Kapseln angeboten werden, anstatt dass man jedes Mal 18 Kilo Packungen zum Beispiel bei sich zu Hause im Regal hat und davon nach zwei Monaten die Hälfte wegschmeißn muss, weil es ungenießbar geworden ist. Und so kann man sich halt darüber Gedanken machen, was für einen selber die nachhaltigste Lösung ist, die Kaffeepackung zu öffnen, was daraus zu verwenden und sie dann einzufrieren. Oder man benutzt Kaffeekapseln, weil man sie nur zweimal am Tag brüht und damit sicherstellt, dass man nachhaltiger unterwegs ist.

Ralf Podszus [00:06:58] Und man muss ja auch richtig wegwerfen dann die Kaffeekapseln.

Jasmin Duensing [00:07:02] Das ist ein sehr guter Punkt und in dem Fall sollte man die Kaffee-Kapsel auf jeden Fall in den gelben Sack schmeißen, denn wenn sie im gelben Sack landet, hat sie eine große Chance, dass sie auch wieder verwendet wird als Wertstoff.

Ralf Podszus [00:07:16] Ich kann es aber nicht nochmal wieder aus derselben Kaffeekapsel trinken.

Jasmin Duensing [00:07:19] Aus derselben Kaffeekapsel kannst du heute noch nicht wieder trinken. Tatsächlich ist es derzeit noch nicht möglich oder eingeschränkt möglich, in bestimmten Stoffkreisläufen, wie zum Beispiel, wir haben einen sauberen PET-Stoffstrom in Deutschland, wo man aus Getränkeflaschen wieder Getränkeflaschen machen kann. Aber bei Kaffeepapseln, die halt mit dem anderen Müll im gelben Sack landen, kann man heute noch keine Kaffeakapseln wieder draus machen.

Ralf Podszus [00:07:44] Das heißt, die Kapsel kommt dann wieder als Tasche, ist im Auto verbaut oder so was.

Jasmin Duensing [00:07:48] Ja, als Blumentopf, als Parkbank, solche Dinge, genau.

Ralf Podszus [00:07:52] Schauen wir jetzt mal nach vorne, welche Innovationen können Kaffee-Verpackungen in den nächsten Jahren wirklich verändern? Neue Materialien, weniger Material, besseres Recycling, das wären so die Stichpunkte.

Helena von Staden   [00:08:03] Also ich denke, dass am meisten Entwicklungsarbeit oder Innovationskraft im Thema Material liegt. Also wir müssen hin zu Monomaterialien, also zu Materialien, die quasi nur aus einem Material bestehen. Jasmin hatte vorhin schon das Wort Stoffstrom genannt. Das heißt, das Ziel von gut recycelbaren Verpackungen ist eigentlich, dass sie nur aus einem Material bestehen, um sie dann ganz gezielt einem Stoffstrom einer Fraktion zuzuordnen. Dann ist etwas gut recyclbar. Und wo die Kaffee-Verpackung klassischerweise herkommt und auch die letzten Jahrzehnte verpackt war, ist eine sogenannte Verbundverpackung, das heißt, die besteht aus mehreren Materialien. Und wir haben hier schon begonnen, umzustellen auf Materialien, die Monomaterialien sind oder aus weniger Stoffen bestehen. Und hier hoffen wir auf die größte oder glauben an die größtste Innovationskraft. Wir brauchen neue Materialien die genauso leistungsfähig sind wie die alten, aber viel besser recycelbar.

Ralf Podszus [00:08:51] Dann räumen wir jetzt noch ein bisschen auf. Wir trennen quasi jetzt hier uns vom Müll in diesem Podcast im wahrsten Sinne. Ihr kennt euch mit den Materialien ja perfekt aus, also klären wir jetzt mal ein paar klassische Müllmythen. Was können wir besser machen, wenn wir unseren Müll loswerden wollen? Mythos 1. Warum überhaupt Müll trennen, wenn am Ende doch alles verbrannt wird? Das denken noch einige Menschen.

Helena von Staden   [00:09:14] Ja, das ist tatsächlich ein Mythos, der sich hartnäckig hält. Hier ist es wichtig einmal zu differenzieren. Wenn wir über Haushaltsabfälle sprechen, auch über Kunststoffe, machen wir hier erhebliche Fortschritte. Wir sortieren gut und es wird immer mehr recycelt. Was tatsächlich so ist, ist, dass wir Verbesserungspotenzial sehen. In geschlossenen Kreisläufen, das ist das, was Jasmin vorhin genannt hat: aus einer Kapsel wieder eine neue machen, aus einer Lebensmittelverpackung genau wieder eine neue. Hier steckt ein bisschen Musik drin, hier gibt es wirklich noch Verbesserungspotenzial. Aber dass alles verbrannt wird, ist tatsächlich ein Mythos, zumindest was die Haushaltsabfälle betrifft.

Ralf Podszus [00:09:46] Der zweite Mythos Pizza Karton Papier oder Restmüll?

Helena von Staden   [00:09:50] Pizza-Verpackungen tendenziell in den Restmüll, weil sobald etwas fettiges dranhängt, sobald etwas öliges an dieser Papierfaser hängt, haben wir eine Neigung zum Schimmel und dann hilft das im Papierrecycling auch nicht.

Jasmin Duensing [00:10:03] Ein Tipp da, wenn man wirklich darauf achtet, man kann halt dann vielleicht noch den Deckel abreißen und wirklich die fettige Bodenplatte in den Restmüll packen und den Deckel dann ins Altpapier.

Ralf Podszus [00:10:14] Ein Verwandter von mir, der arbeitet ja in einer Papierfabrik und der sagt sowieso immer, so was möglichst gar nicht in ein Papiermülleimer schmeißen, reißt das dann auf und dann siehst du da irgendwie 17 Schichten Silber und dies und das, das ist irgendwie gar kein Papier mehr. Was könnt ihr dazu sagen?

Helena von Staden   [00:10:28] Ja, das ist tatsächlich ein großes Problem. Das sind diese Verbundmaterialien, was ich vorhin auch schon erwähnt hatte. Sobald ein Material aus mehreren besteht, die man nicht sofort sieht, ist das theoretisch problematisch. Also das passiert bei Papier viel, dass die oberste Schicht ein Papier ist, aber darunter steckt eigentlich eine Metallisierung und Kunststoff und eigentlich muss sowas dann in den gelben Sack. Weil da muss man immer genau hinschauen, um welches Material es wirklich geht.

Ralf Podszus [00:10:50] Also, ruhig mal einreißen, weil man schon sieht, ach du liebe Güte, was guckt denn da alles raus, dann einfach zack, doch Restmüll.

Helena von Staden   [00:10:55] Ganz genau.

Ralf Podszus [00:10:56] Der dritte Mythos: Kassenzettel oder Taschentücher. Dürfen die jetzt ins Altpapier? Da ist Tinte drauf und da schlonzt auch Rotze runter.

Jasmin Duensing [00:11:05] Taschentücher gehören in den Restmüll und nicht ins Altpapier. Bei den Taschentiuchern, damit sie das Naseputzen überleben, ist ein Nassfestmittel drin. Das heißt, sie würden im Papierrecycling-Prozess sogar wirklich stören, weil sie Stoffe mitbringen, die nicht für die klassische Papierverarbeitung geeignet sind.

Ralf Podszus [00:11:23] Sehr interessant. Wenn ich Schnupfen habe, habe ich auch ein Nassfestmittel in meiner Nase, das kann ich auf jeden Fall auch verraten. Wieder was gelernt und wie ist das mit den Kassenzetteln? Da ist ja was drauf gedruckt.

Helena von Staden   [00:11:34] Also Kassenzettel im Zweifel lieber in den Restmüll, es gibt neue Entwicklungen. Das sind diese blauen Kassen- zettel, die man hin und wieder bekommt. Die dürfen in die Papiertonne und das ist, meine ich, auch direkt darauf vermerkt. Aber die Standardkassenzettel sind im Prinzip mehr Kunststoff und mehr Zusatzstoff als Papier und sollten deshalb nicht ins Papierecycling.

Ralf Podszus [00:11:54] Stimmt, diese blauen Zettel habe ich auch schon mal in der Hand gehabt. Okay, dann kenne ich jetzt mal den Hintergrund, auch wieder interessant auf jeden Fall. Und dann gibt es dann ja auch immer weitere Entwicklungen, dass es irgendwann vielleicht ganz in den Papiermüll kann.

Jasmin Duensing  [00:12:05] Genau, hoffentlich, das wäre der gute Weg.

Ralf Podszus [00:12:06] Aber der normale Deutsche wird niemals seine Kassenzettel in den Papiermüll packen, wo jeder reingucken kann. Lieber zerknüllen, zerreißen, zerschneiden, verbrennen, aber nicht sehen, was ausgegeben wurde oder gekauft wurde. - Wir sind beim nächsten Mythos angelangt. Nummer 4. Kompostierbare Biomüllbeutel. Gehören die wirklich in den Biomüll?

Jasmin Duensing [00:12:24] Also kompostierbare Biomüllbeutel gehören tatsächlich leider in Deutschland nicht in den Biomühl. Und zwar liegt es daran, dass man grundsätzlich Plastik vermeiden möchte, auch wenn es Biokunststoff ist, der sich vielleicht kompostieren lässt. Dadurch, dass die Verwechslung mit nicht kompostierbaren Materialien passieren kann, möchte man in Deutschland vermeiden, dass sie in den Biomüll dürfen. Aber es gibt Länder, zum Beispiel in Österreich, da dürfen sie in dem Biomüll, weil die Kompostierungslandschaft ein bisschen anders funktioniert in Österreich tatsächlich. Und da sichergestellt wird, dass alle auf dem Markt befindlichen Gemüsetüten und diese Beutel, die man kennt, alle den gleichen Standard erfüllen.

Ralf Podszus [00:13:03] Auch wieder interessant. Es gibt ja auch so Becher, da steht drauf 100% abbaubar. Also "wenn man mich auf die Wiese wirft, kein Thema", dann bin ich jetzt aber doch wieder ein bisschen kritischer dabei, dann ist das nicht ganz so richtig.

Jasmin Duensing [00:13:13] Das ist nicht ganz so richtig. Da lieber drauf schauen. Man darf es auf den eigenen Kompost schmeißen, wenn es heimkompostierbar ist. Man möchte halt Verwechslungen vermeiden und diese Störstoffe, aus dem Kompost rauszubekommen, ist wirklich schwer.

Ralf Podszus [00:13:25] Nächster Mythos. Altglas. Deckel drauf lassen oder abschrauben? Und was mache ich eigentlich, wenn ich fieses Bratöl habe? Also es soll jetzt nicht in den Abfluss, nicht in die Toilette. Nicht so in den Mülleimer einfach rein. Ich schütte das dann immer in ein altes Glas, packe das dann in den Mülleimer geschlossen, weil Glaskontainer geht ja auch nicht mehr so mit Inhalt und ohne Glas sifft das aber auch den kompletten Mülleim voll. Also ich bin jedes Mal immer mit diesem ganzen Bratöl-Gedönse völlig überfordert. Was mache ich und wie mache ich es dann da richtig?

Helena von Staden   [00:13:56] Das ist ein sehr spannender Fall. Also, prinzipiell Glas darf mit Verschluss in den Glascontainer, weil die Verschlüsse in der Regel ganz gut aussortiert werden, vor allem wenn es Metallverschlüsste sind. Wenn es Kunststoffverschlüssel sind, kann man den Kunststoff Verschluss den gelben Sack packen, dann wird dieser Verschluss noch recycelt, das wäre so der sicherste Weg. Und das mit dem Bratöl, das ist tatsächlich sehr spannend. Also ich gieße Bratöl in so ein Zewatuch und pack dann in den Restmüll. Wenn man so viel hat, wie du es beschreibst, ist es tendenziell... würde ich einschätzen, schon sinnvoll es so zu tun, wie du es machst, in ein Behältnis zu packen und es dann geschlossen in den Restmüll zu tun. Weiß nicht, Jasmin, siehst du das anders?

Jasmin Duensing  [00:14:32] Auf gar keinen Fall ins Klo.

Ralf Podszus [00:14:33] Das weiß ich schon, aber vielleicht muss ich auch insgesamt mal meinen Inhalt mit dem ganzen Bratöl überdenken. (alle lachen).

[00:14:39] Aber es gibt bestimmt Möglichkeiten beim Kochen.

Helena von Staden   [00:14:41] Einfach mal weniger frittieren... (alle lachen).

Ralf Podszus [00:14:44] Ich habe noch einen Mythos: Joghurtbecher, muss man die ausspülen. Ich weigere mich strikt, habe am liebsten sowieso Mandelpudding im Glas. Liebe Grüße an zum Dorfkrug.

Helena von Staden   [00:14:56] Ausspülen muss man tatsächlich nichts mehr. Also dieser Ausspülgedanke kam von der Restentlehrbarkeit. Das muss man einfach wissen. Das Recyclingquoten, das wird alles über Gewicht berechnet. Und natürlich verfälscht man das ein bisschen, wenn man einer Verpackung auch noch ein bisschen Inhalt mitgibt. Aber wenn da jetzt ein bisschen Joghurt am Rand hängt, ist das überhaupt nicht schlimm. Das muss mal nicht ausspüeln. Das schaffen die Anlagen allein.

Ralf Podszus [00:15:15] Also auch, wenn man vielleicht einen spießigen Nachbarn hat, der wieder an der Gardine so runterguckt. Na, da sehe ich aber hier am Joghurtbecher noch wieder so ein bisschen Erdbeeren. Dann egal. Das war früher. Das ist egal.

Helena von Staden   [00:15:26] Das ist egal, tatsächlich. Was wichtig ist beim Joghurt, wäre vielleicht eher, dass man Becher und Platine trennt und nicht so sehr auf den Joghurterest am Rand achtet.

Ralf Podszus [00:15:34] Hätte ich jetzt bloß nicht mehr nachgefragt... Mensch.

Jasmin Duensing  [00:15:37] Und auf gar keinen Fall stapeln.

Ralf Podszus [00:15:39] Also, das kann man ja teilweise auch schön zusammendrücken, wenn man mehrere hat.

Helena von Staden   [00:15:42] Wenn es das gleiche Material ist, wäre es in Ordnung, aber sobald ein Unterschied ist, hätte dann noch ein Becher verloren, wenn er nicht richtig gefunden wird.

Ralf Podszus [00:15:50] Damit sind wir am Ende dieser Podcast-Folge von 5 Tassen täglich. Danke nochmal für diesen Recycling-Nachklapp und auch, wie es aussieht, mit Kaffeekapseln. Wir haben gelernt, Kaffeverpackungen sind viel mehr als nur eine Hülle. Hört euch gerne nochmal die andere Folge dazu an. Und dann lernen wir noch mehr. Sie schützen nämlich das Aroma, die Verpackungen - gleichzeitig arbeiten auch viele Menschen daran, dass sie immer nachhaltiger werden. Dass die Verpackung insgesamt eben nicht nur schön aussieht sondern eben schützt und auch die Umwelt bewahrt. Vielen Dank Helena und Jasmin für den Blick hinter die Kulissen.

Helena von Staden   [00:16:24] Vielen Dank, dass wir hier sein durften.

Jasmin Duensing  [00:16:26] Ja, danke. Es hat Spaß gemacht.

Ralf Podszus [00:16:27] Und vielleicht denkt ihr auch beim nächsten Kaffee im Supermarkt mal kurz daran, hinter jeder Tüte und hinter jeder Kapsel, da steckt eine Menge Entwicklung und mitunter sogar Iron Man. Das haben wir in der letzten Folge gehört. Ich bin Ralf Podszus und sage: danke fürs Zuhören. Wenn euch der Podcast gefallen hat, dann abonniert 5 Tassen täglich, lasst ein Like und auch gerne einen Kommentar da. Dieser Podcast läuft überall dort, wo es Podcasts gibt. Bis zur nächsten Tasse Kaffee.

Station Voice [00:16:57] 5 Tassen täglich, der Tchibo Podcast. Ihr habt Fragen oder Anregungen zu dieser Podcast-Folge? Wir freuen uns auf eure E-Mail an: podcast@tchibo.de