Podcast

#142 Coffee Report 2026

It is a ritual, a moment of pleasure, a pick-me-up – our coffee. The fact that the love of coffee remains as strong as ever in this country is demonstrated by the latest episode of the podcast “5 Cups a Day”, which focuses on the most fascinating findings from the 15th Tchibo Coffee Report 2026.

Under this year’s theme of ‘Impact’, it becomes clear that coffee has an effect not only physically, but also emotionally and socially. 67 per cent of those surveyed cannot imagine life without their daily dose of caffeine; among women, this figure rises to 72 per cent. For many people, then, coffee is not just a nice extra, but a genuine way of life.

Two women holding KaffeeReport books and 15 balloon

Coffee as a ritual, a break and a moment of indulgence

What’s particularly interesting is that coffee is no longer drunk solely for practical reasons. Whilst some people do have a cup to wake themselves up, the focus is clearly on enjoyment. 53 per cent drink coffee primarily for enjoyment, 49 per cent associate it with a break, and only 31 per cent drink it mainly because they are tired. This shows that for many people, coffee is a conscious moment in their daily lives – a short break that provides structure, focus and a sense of well-being.

This is also reflected in the fact that coffee is often emotionally charged. 56 per cent of those surveyed even need their very own favourite cup. So it is not just about the drink itself, but also about the rituals and objects associated with it.

Germany is stocking up on coffee – systematically

When it comes to coffee, security of supply is clearly a matter of pride. On average, Germans drink 3.2 cups a day. So it’s no wonder that many take a strategic approach to shopping: 85 per cent specifically stock up on coffee when it’s on offer, and 63 per cent always have one to three packs (500g) at home as a safety net.

What at first glance appears to be a pragmatic shopping strategy actually says a lot about the importance of coffee in everyday life. The stock in the cupboard isn’t just a rational choice – it’s also an emotional one. Because giving up their usual coffee? For many, that’s clearly not an option.

Between everyday luxury and your favourite drink

At the same time, the Coffee Report shows that attitudes towards coffee are changing. 47 per cent of Germans now regard coffee as a luxury item that they consciously treat themselves to. This trend is also reflected in willingness to pay: 35 per cent spend between €10 and €12.99 on a kilogram of coffee, whilst 26 per cent spend as much as €13 to €15.99. Compared to previous years, willingness to pay has risen slightly.

Despite rising prices, coffee remains the nation’s favourite drink. The consistently high daily consumption figures show that whilst many people are consuming more consciously, they have no intention of giving it up. On average, 161 litres of coffee are consumed per person per year.

Coffee affects everyone differently

Ein weiteres Thema der Podcastfolge: die sehr individuelle Wirkung von Kaffee. Für viele ist der erste Kaffee am Morgen praktisch unantastbar, für andere endet der Kaffeegenuss selbst am Abend nicht. Besonders überraschend: 29 Prozent der Befragten können nach einem Espresso problemlos ein Nickerchen machen, bevor die Wirkung überhaupt einsetzt. Weitere 23 Prozent sagen, dass es auf die Tagesform ankommt.

Die Ergebnisse machen deutlich, dass Kaffee nicht bei allen gleich wirkt - und dass sich rund um Koffein noch immer einige Mythen halten. Zwischen Morgenritual, Abendespresso und Genusspause zeigt sich: Die Beziehung der Deutschen zum Kaffee ist ausgesprochen individuell.

Insightful findings thanks to a representative survey

Robin Rehfeldt from Statista also explains in the podcast episode why the results are reliable. The Tchibo Coffee Report 2026 is based on a representative survey of 1,500 coffee drinkers aged between 18 and 75 in Germany, which was conducted in January 2026. This has provided a well-founded picture of the role coffee plays today – personally, socially and culturally.


Coffee Report 2026


Something to chat about in the kitchen

The latest episode of “5 Cups a Day” therefore not only provides statistics and insights, but above all plenty of talking points for your next coffee-break chat. Why is the first coffee of the day indispensable for so many people? Why is the favourite cup an absolute must for some? And who are the people who still drink espresso in the evening and yet sleep like a baby?

Have a listen to the new episode now!

Transkript

Station Voice [00:00:04] 5 Tassen täglich. Kaffewissen to go.

Ralf [00:00:13] Übernehmen Lieferdienste bald auch den Kaffeemarkt, also gibt es demnächst den Kaffee-Lieferdienst nach Hause, direkt bis an die Bettkante? Und wie heißt das dann, wenn die heiße Tasse Kaffee fertig in unsere Wohnung kommt? Coffee to go ja mal nicht. Das ist dann eher Coffee to Couch, genau, vom Barista auf den Beistelltisch vom Sofa. Oder komm, wir nennen es Coffee to slow, weil wir ja nichts machen müssen. Es fühlt sich jedoch trotzdem so ein bisschen nach Lifestyle an. Cool. Ah, oder in unserer schnelllebigen Zeit wird der eilige heiße Kaffeebringdienst bestimmt so heißen, Espresso Express. Das ist dann für alle Menschen, deren größte Bewegung das Greifen nach der Tasse ist. Immerhin. Also zurück zur Frage, übernehmen Lieferdienste bald auch den Kaffee-Markt? Das klären wir heute in dieser Podcast-Folge bei Kaffewissen to go. Das ist ja die kleine Schwester von "5 Tassen täglich", also das Pocket-Format. Wir klären übrigens auch die Fragen, wo gibt es den teuersten Cappuccino in Europa und wieso hamstern die Deutschen nicht nur Klopapier, sondern auch Kaffee? Kaffee für den Weltuntergang? Oder was? Mit WIR meine ich Tchibo-Coffeesprecherin und Espresso-Enthusiastin Karina. Hi, grüß dich!

Karina [00:01:29] Moin, ich hoffe, du hast deine Tasse schon parat, Ralf.

Ralf [00:01:31] Auf jeden Fall. Und Karina wirft jetzt gemeinsam mit Communications-Kollegin Maraike einen Blick auf die neuesten Fakten rund um das Thema Kaffee und dessen Wirkung. Moin Maraike!

Maraike [00:01:43] Moin ihr beiden, ich freu mich endlich wieder dabei zu sein.

Ralf [00:01:46] Ich bin gespannt, wie diese Folge "Kaffeewissen to go" also auf euch wirkt, es geht nämlich heute auch um Wirkung. Es ist die Jubiläumsausgabe des Kaffeereports, krass, gibt es jetzt auch schon 15 Jahre, muss man auch erstmal wirken lassen, oder Karina?

Karina [00:02:00] Na, da fühlt man sich fast schon ein kleines bisschen alt.

Ralf [00:02:03] Das ist jetzt auch jetzt wieder. Lass uns mal bei 30 Jahre Kaffee-Report nachhalten, wie es dann ist.

Karina [00:02:10] Bin gespannt, ob wir das erleben werden, aber momentan sieht es gut aus, würde ich sagen. Also, ich finde, die Wirkung von Kaffee ist auf jeden Fall nicht zu unterschätzen. Und du weißt ja, morgens ohne Espresso, ohne Milch... Und das ist tatsächlich nicht untertrieben... Wenn die Kaffeemaschine bei uns streikt oder wieder diese komischen Blinkgeräusche macht, dann geht meine Laune auch morgens echt schon erheblich in den Keller. Und dann bin ich wie wild verrückt dabei, auf den Tasten rumzudrücken, damit der Siebträger wieder das tut, was er soll, nämlich richtig guten Kaffee machen. Aber ja, ihr könnt euch das schon fast denken, nicht zwingend aus den Gründen gegen die Müdigkeit, weil morgens bin ich eigentlich ausgeschlafen, sondern mehr für den Geschmack, für das Erlebnis beim Frühstück, beim Müsli mit Früchten. Deswegen setze ich tatsächlich manchmal morgens schon auf halb-halb, also halb Endkopf, halb Espresso normal. Da wird perfekt zusammengemischt und dann zubereitet. Maraike, wie ist es bei dir?

Maraike [00:03:02] Bei mir ist es ähnlich. Also Kaffee ist für mich auf jeden Fall ein Lebenselixier. Auch ich kann morgens ohne meinen Kaffee nicht in den Tag starten. Damit sind Karina und ich aber nicht alleine. Der Kaffereport 2026 zeigt eindrucksvoll, 67 Prozent der Befragten können sich ihr Leben ohne ihre tägliche Dosis Koffein nicht vorstellen. Bei den Frauen ist es sogar noch höher: 72 Prozent, während es bei den Männern 62 Prozent sind.

Ralf [00:03:28] 67% der Deutschen, das ist schon eine ziemlich große Zahl, also ausgerechnet: das sind 56 Millionen, also richtig viele. So eine Kaffee-Pause kann im Alltag auch Orientierung geben. Würdet ihr sagen, dass Kaffee für euch nicht nur ein Wachmacher, sondern auch in gewisser Weise ein emotionaler Anker ist?

Karina [00:03:48] Ja, tatsächlich schon. Und zwar nicht nur für mich persönlich, sondern auch für die Befragten des Kaffeereports. Denn 56 Prozent brauchen ihre persönliche Lieblingstasse, also nicht nur irgendeine Tasse, sondern auch diese eine Tasse mit Charakter, die Geschichten erzählt und zum alltäglichen Begleiter wird. Und ich kann euch spoilern, als mir mal meine Lieblingtasse hier bei Tchibo verloren gegangen ist, habe ich wirklich ziemlich unglücklich aus der Wäsche geguckt. Das schöne Schweden-Erinnerungsstück war weg. So, und die ist nicht wieder ersetzbar gewesen.

Ralf [00:04:18] Eine Kollegin von mir hat mal versehentlich eine Lieblingstasse vom anderen Kollegen zerhauen.

Karina [00:04:22] Eieieiei

Ralf [00:04:22] Da leiden dann auch tatsächlich Beziehungen drunter. Auch die Lieblingstasse, die muss irgendwann mal in den Geschirrspüler. Ist denn für die Befragten irgendwann mal Schluss mit Kaffee oder ist die Lieblingstasse rund um die Uhr im Einsatz?

Maraike [00:04:37] Oh ja, das ist eine meiner Lieblingszahlen. 29% der Befragten können nach einem Espresso problemlos ein Nickerchen machen, bevor die Wirkung überhaupt einsetzt. Und für weitere 23% hängt es von der Tagesform ab. Also der Mythos vom sofortigen Koffeinschock, der ist widerlegt. Bei mir ist es eher eine Glaubensfrage. Ich versuche ab spätem Nachmittag keinen Kaffee mehr zu trinken, um meine Schlafqualität zu erhöhen. Placebo oder Wirksamkeit, es gibt mir auf jeden Fall ein gutes Gefühl für meinen Schlaf.

Karina [00:05:06] Ja, und deine Aussage und unsere Ergebnisse zeigen auch, dass Kaffee eben doch viel individueller wirkt, als wir uns so denken. Der eine Mensch braucht ihn morgens um 6 Uhr, der andere kann ihn noch um 18 Uhr trinken und schläft trotzdem wie ein Baby. Passend dazu haben wir auch die Frage gestellt, zu welchem Anlass Kaffee am häufigsten getrunken wird. Denn 53% trinken ihn zum Genießen, 49% für die Pause und 31% nur, weil sie müde sind. Das ist, finde ich, eine schöne Verteilung. Genuss steht an erster Stelle, nicht die Funktionalität. Und übrigens, in einer der kommenden Podcast-Folgen widmen wir uns ganz ausführlich den Koffeingewohnheiten. Wer kann wann, warum, wie viel konsumieren? Und gibt es einen Gewohnheitseffekt?

Ralf [00:05:53] Apropos Funktionalität, immerhin knapp ein Drittel der Befragten nutzt Kaffee als Wachmacher. Haben wir auch gehört, da gibt es dann mittlerweile aber auch andere Methoden. Ihr habt die Kaffeetrinkerinnen und Kaffeetrinker auch gefragt, ob sie sich vorstellen können, zum Beispiel Koffein in Tablettenform zu sich zu nehmen. Also anstatt jetzt einen Kaffee zu machen, hat euch die Antwort da überrascht.

Karina [00:06:13] Ja, wirklich wild. Also ein Drittel der 18- bis 35-Jährigen würde das probieren. Es scheint also doch eher ein Phänomen der jüngeren Generation zu sein. Und für sie geht es teilweise gar nicht so sehr um das Ritual oder den Genuss. Es geht um die reine Funktion. Ich brauche den Koffeinkick.

Ralf [00:06:31] Der schnelle Schuss.

Karina [00:06:32] Und wenn ich den auch in einer Pille kriege, warum nicht, eine neue Form des Supplements.

Maraike [00:06:38] Also, das ist für mich persönlich schwer zu verstehen, ehrlich gesagt, aber es zeigt auch, die Bedeutung von Kaffee verschiebt sich. Für ältere Generationen ist es das Ritual, für junge Menschen kann es auch nur die Wirkung sein. Für meinen Teil gilt, ich möchte meinen Kaffee aber lieber schmecken als schlucken.

Ralf [00:06:54] Den schnellen Koffeinkick klar machen. Interessant. Kann das vielleicht auch daran liegen, dass die klassische Koffeenzufuhr in Form von Kaffee mittlerweile auch als Luxusgut eingeschätzt wird?

Karina [00:07:06] Ja, denn 47% der Deutschen stufen Kaffee mittlerweile als Luxusgut ein, dass man sich bewusst gönnt. Für sie ist der Kaffeespieler wie ein luxuriöser Alltagsbegleiter. Das zeigt, wie wertvoll Kaffee geworden ist und dass auch die Relevanz von Alternativen ansteht.

Maraike [00:07:22] Auf der anderen Seite gibt es unter den Befragten noch eine andere Option, anstatt der Supplements, wie sie für sich Kaffeekonsum weiterhin ermöglichen. 85 Prozent der Deutschen bevorraten sich nämlich gezielt mit Kaffee, wenn er im Angebot ist. Und fast noch beeindruckender, 63 Prozent haben immer eine bis drei Packungen als eiserne Reserve zu Hause gebunkert. Das ist nicht rational, das ist emotional. Das ist Hamsterkauf-Mentalität, aber beim Kaffee.

Ralf [00:07:50] Ja, solange das nicht 500 sind. Und wie sieht's bei euch zu Hause aus? Ist euer Kaffeeschrank immer gut gefüllt oder hamstert ihr andere Produkte?

Karina [00:07:59] Ich bin bei Kaffee leider kein Gewohnheitstier, sondern mag ja auch dank des Jobs immer wieder mal neue Spezialitäten, Röstungen oder auch Sorten ausprobieren. Hamstern klappt bei mir deswegen leider nicht, auch weil ich noch nicht immer einschätzen kann, wann ich Lust auf einen fruchtigen und wann ich lust auf einen schokoladigen Kaffee zum Beispiel habe. Aber einen kleinen Vorrat aufgrund der Vielfalt habe ich natürlich immer da. Also insofern, die Bohnen gehen bei mir nicht aus.

Maraike [00:08:23] Ich gehöre doch zu den Hamstern, auch wenn wir im Büro ja bereits sehr guten Kaffee haben. Ich brauche aber für mein Gefühl einfach immer einen kleinen Vorrat zu Hause. Mein Lieblings-Kaffee könnte ja auch mal vergriffen sein.

Ralf [00:08:34] Ja, und dann kommt man mal nicht raus, man ist krank, dann landet das Raumschiff und man muss vorbereitet sein, verstehe ich.

Karina [00:08:41] Und tatsächlich, Ralf, gibt es bei uns auch immer wieder Anfragen, wo sich Kunden melden, die ihren Lieblingskaffee gefunden hatten, zum Beispiel eine Rarität oder vielleicht eine limitierte Edition von den Privatkaffees, und die dann wirklich ganz, ganz unglücklich sind, wenn es nun ihren Lieblingskaffee nicht mehr gibt. Insofern, manchmal macht bevorraten eben auch Sinn, wenn es sich um etwas Spezielles handelt.

Ralf [00:09:02] Ich hab´ immer schon Angst, wenn ich bei Produkten lese: "Nur für kurze Zeit" - ist natürlich auch ein Marketingtrick, klar, aber dann denk´ ich mir auch immer: "Man, das mag ich jetzt, dann muss ich davon auch immer ganz viel holen." Kann man das Phänomen auch in Zahlen fassen, also wie viel ist der Durchschnitt bereit für Kaffee auszugeben?

Maraike [00:09:20] Das ist interessant differenziert. 35 Prozent zahlen 10 bis 12,99 Euro pro Kilogramm, 26 Prozent sind bereit, 13 bis 15,99 € auszugeben. Die Mehrheit zahlt also ganz bewusst einen mittleren Preis und hat sich hier im Vergleich zu den Vorjahren dennoch nach oben entwickelt. 2023 waren 30,1 Prozent und damit die Mehrheit bereit, nur 8 bis 9,99€ pro Kilgramm zu bezahlen. 27,8 Prozent haben, wie 2026 die Mehrheit, für 10 bis 12,99 Euro gestimmt.

Karina [00:09:57] Ja, und die Bereitschaft, Geld für Kaffee auszugeben, spiegelt sich damit ja auch im Alltag wieder. Nur um einmal einen Vergleich zu ziehen. Die Durchschnittsmenge, die die Deutschen pro Tag trinken, liegt bei 3,2 Tassen. Das ist konstant hoch und zeigt, Kaffee bleibt das Lieblingsgetränk der Nation. Auf die Bohnen will nicht verzichtet werden.

Ralf [00:10:15] Jetzt haben wir so viel über die Zahlen und Ergebnisse aus dem Kaffee-Report gesprochen. Zwischendurch mal so ein bisschen den Kopf durchpusten. Deswegen möchte ich an dieser Stelle noch jemanden zu Wort kommen lassen, der entscheidend dazu beigetragen hat, dass dieser Report überhaupt so fundiert ist, wie er jetzt ist. Robin ist bei uns. Moin.

Robin [00:10:34] Moin Ralf.

[00:10:35] Robin ist Team Lead Data Storytelling bei Statista und du warst federführend bei der Erhebung der Daten. Erklär uns bitte mal, wie sind diese ganzen Zahlen entstanden und warum können unsere Hörerinnen und Hörer ihnen auch vertrauen?

Robin [00:10:50] Puh, schwierige Frage, aber sehr gerne, Ralf. Der Tchibo Kaffee-Report 2026 basiert auf einer klassischen repräsentativen Umfrage mit 1.500 Kaffeetrinkern im Alter zwischen 18 und 75 Jahren in Deutschland. Die Befragung haben wir jetzt im Januar durchgeführt, also ganz aktuell. Und in dem Zusammenhang repräsentiv bedeutet, wir haben gezielt darauf geachtet, dass alle Bevölkerungsgruppen abgebildet sind. Das bedeutet, wir achten darauf, dass unterschiedliche Altersgruppen, Geschlechterregionen oder eben auch verschiedene Einkommen berücksichtigt würden. Das ist ganz wichtig, damit die Ergebnisse nicht verzerrt sind. Die Daten wurden statistisch ausgewertet und mit Branchen-Expertinnen und Experten diskutiert. Und das Wichtigste, die ganze Methodik ist transparent und nachvollziehbar.

Ralf [00:11:32] Wurden die Leute angerufen?

Robin [00:11:34] Die Leute wurden online befragt. Bedeutet, was wir dort nutzen, ist ein klassisches Online-Panel. Bedeutet, da kann jeder mitmachen, der eben Kaffeetrinker ist und kann sich entsprechend durch unseren Fragebogen klicken. Man muss zehn Minuten Zeit mitbringen, vielleicht einen Kaffee dabei trinken und dann kann man die Fragen beantworten.

Ralf [00:11:48] Dann geht's dir sogar noch besser mit dem Kaffee dabei. Das sind also keine Gefühlswerte, sondern echte, überprüfbare Daten.

Robin [00:11:53] Exakt. Und gerade bei Themen wie Nachhaltigkeit, Verantwortung, Preissensibilität und anderen emotionalen Faktoren, also kurz gesagt, die Auswirkung von Kaffee als sensibtes Thema, ist das eben besonders wichtig. Die Menschen sollten wissen, worauf unsere Aussagen basieren.

Ralf [00:12:09] Man liest das ja oder sieht das ja auch immer ganz oft, was schon wieder die Deutschen machen, die Deutschen haben... Man wird hier so überfrachtet von so Umfragen.

Robin [00:12:17] Das ist richtig, aber gerade da ist eben trotzdem die Grundlage, dass wir die Umfragen brauchen, um Daten zu erheben, die ja wirklich genutzt würden, um für Entscheidungen beitragen zu können.

Ralf [00:12:27] Und ist das so deine Erfahrung, wenn es jetzt eine Umfrage über Kaffee gibt, dass die Leute schon eher bereit sind, darüber zu reden, was sie es halt auch einfach gerne mögen, als wenn es um zum Beispiel Politik geht?

Robin [00:12:39] Bei Statista machen wir ja standardmäßig ganz, ganz viele Marktforschungen, ehrlicherweise weltweit und zu den verschiedensten Themen. Wir hatten Flipflops, wir hatten die klassischen Cloud-Umfragen, AI-Umfragen und dann teilweise doch eher sehr, sehr schwere Themen. Und dort Befragte zu finden, die mitmachen, ist dann doch eher herausfordernd. Kaffeetrinker, ein Glück, gibt es viele, gerade auch in Deutschland. Bedeutet, da macht es deutlich einfacher, die Leute zu finden, zu begeistern, mitzumachen. Und das macht eben auch noch ein bisschen mehr Spaß.

Ralf [00:13:06] Vielen Dank Robin.

Robin [00:13:07] Sehr gerne.

Ralf [00:13:11] Karina und Maraike, wie privat ist euch eigentlich euer morgendlicher Kaffee? In der Küche, noch im Bad, vielleicht sogar im Bett oder das nur am Sonntag?

Maraike [00:13:22] Also ich glaube, ich spreche für uns beide, dass Kaffee und der morgendliche Genuss ein ganz persönliches Ritual ist. Wie Karina am Anfang schon meinte, Kaffegenuss ist etwas, das ich für mich mache.

Karina [00:13:32] Ja, und um jetzt wieder ein paar Zahlen ins Spiel zu bringen, 68% der Befragten sagen ganz klar, ein Kaffeelieferdienst, der mir meinen Kaffee direkt an die Bettkante bringt, ist ein No-Go. Es scheint also, als gäbe es noch keine Notwendigkeit für das morgendliche Ritual, um das zu optimieren. Kaffee am Bett, also nur von Schatzi.

Ralf [00:13:52] Also kein Coffee Too Slow oder Coffee Too Couch. Außer deine Kaffeemaschine fängt wieder an zu blinken und streikt gerade, Karina.. Dann wartet man vielleicht doch auf das Klingeln.

Karina [00:14:04] Ja, ich finde, es ist schon ein ganz besonderer Moment, wenn man tatsächlich mal ein Kaffee ans Bett gebracht bekommt, dann kann man das auch genießen. Aber das als neues Wirkungsfeld für Flink und Co. sehe ich ehrlich gesagt nicht. Und so sehen das auch die meisten Befragten in unserer repräsentativen Studie.

Ralf [00:14:21] Was da auch verschüttet wird. - Das heißt, es lässt sich sagen, dass Kaffee uns auch noch langfristig überall in unserem Alltag begleiten wird, richtig? Oder wird Kaffee auch bald von der KI ersetzt?

Karina [00:14:32] Na, die KI kann ja schon einiges, aber ganz so unrealistisch ist das nicht. Denn wenn wir uns die entsprechende Frage aus dem Report anschauen, befinden wir uns trotz der anhaltenden Relevanz von Kaffee an einem Übergangspunkt. Denn auf die Frage, würdet ihr einen Kaffees trinken, dessen Mischung von künstlicher Intelligenz erstellt wurde, sind die Antworten ziemlich gespalten. 36% würden es probieren, 37% lehnen es ab. Aber wenn vier oder mehr Personen im Haushalt leben, sind bereits 48 Prozent bereit, das auszuprobieren.

Maraike [00:15:07] Ja, das fand ich auch total spannend. Für die einen bedeutet KI-Kaffee Innovation und Personalisierung. Und für die anderen ist es noch oder vielleicht auch langfristig zu maschinell. Was mich auch fasziniert hat, war, dass die höchste Bereitschaft, KI-generierten Kaffee zu probieren, mit 46 Prozent, bei den 22- bis 35-Jährigen war. Und nicht, wie ich erwartet hätte, bei den 18- bis 21-Järigen. Hier sind nur 42 Prozent der Befragten bereit, zu probiern.

Ralf [00:15:34] Jetzt habt nicht immer so die jungen Leute in Verdacht. - So, wir wissen nun wegen des neuen Kaffee-Reports einiges über die emotionale, über die physische, persönliche und langfristige Wirkung von Kaffee. Zur Wirkung gehört natürlich auch das Thema Nachhaltigkeit, vor allem bei Kaffee. Wer trägt Verantwortung dafür, dass Kaffee nachhaltig produziert wird?

Karina [00:15:56] Auf jeden Fall ist die Verantwortung in den Augen der Kaffeetrinkenden nicht gleich verteilt. Unser Report hat eine Antwort: 36% der Befragten sehen die größte Verantwortung bei den Kaffeeunternehmen. Das sind wir, also Tchibo, direkt mit einbezogen. 12% meinen, die Politik in den Anbauländern trägt die Verantwortung. Aber nur 5% denken, die Konsumenten selbst tragen die größtere Verantwortung. Man kann also sagen, Verantwortung haben besser die anderen.

Maraike [00:16:27] Die Antwort hat mich ehrlich gesagt auch ziemlich überrascht. Was ich auch beeindruckend fand, war, dass 46 Prozent der Befragten generell keinen nachhaltigen Kaffee kaufen. Und das liegt am Preis. Dazu kommen 18 Prozent, die kein Vertrauen in die Nachhaltigkeitssiegel haben.

Ralf [00:16:41] Das ist doch mal ein guter Punkt, um weiter zu forschen und hierzu noch mehr Fragen zu stellen. Dann haben wir beim nächsten Kaffee-Report noch mehr Wirkung. So, jetzt noch eine kleine Schätzfrage. Viele kennen die Sehnsucht nach dem perfekten Urlaubs-Kaffee. Ja, so ein Espresso auf einer italienischen Piazza. Karina, du fährst ja gerne nach Schweden. Das Pendant zu Espresso auf einer Italianischen Pianza wäre dann dort vielleicht ... Kanelbulle mit Kaffee, also eine dicke Zimtschnecke mit zwei Schlucken Kaffee, oder?

Karina [00:17:13] Ja, absolut. In Schweden heißt das ja Fika. Der Filterkaffee ist ja ganz besonders hoch im Rennen in den nordischen Ländern und vor allen Dingen auch sehr gerne hellgeröstete Mischungen mögen die Skandinavier gerne. Und auch ich trinke natürlich gerne im Urlaubskaffee. Allerdings muss ich sagen, in Schweden stößt mir das meistens doch ein bisschen zu teuer auf. Ich glaube, dass wir da beim Cappuccino schon schnell über 5 Euro sind.

Maraike [00:17:37] Ich ticke bei meiner Urlaubsgestaltung etwas anders als Karina. Bei dem Wetter, das wir hier in Hamburg regelmäßig haben, muss ich in die Sonne. Nach Spanien, Portugal oder Italien. Ich würde darauf wetten, dass eines der drei Länder bei den günstigsten Cappuccino-Preisen mit dabei ist.

Ralf [00:17:54] Ja, und das ist auch auf jeden Fall so, da habt ihr beide Recht. Italien hat mit 1,74 Euro den günstigsten Kaffeepreis, Portugal und Bulgarien nur 1 Cent teurer. Dänemark hat dann mit 5,65 Euro den teuersten und in Deutschland ist es so die goldene Mitte. Hier kostet der Cappuccino im Durchschnitt 3,57 Euro. Also, das habe ich mir hier mal im Detail angeguckt. Wirklich interessant, wieso die Kaffeepreise hin und her schwanken.

Karina [00:18:24] Dann kann ich ja in Italien fast drei Mal ein Cappuccino trinken, wärend ich in Schweden oder Dänemark nur ein Getränk davon bekomme. Vielleicht sollte ich über meine Urlaubsdestination noch mal nachdenken.

Maraike [00:18:34] Und dann bist du auch schon bei den durchschnittlichen 3,2 Tassen.

Ralf [00:18:40] Also man muss natürlich sich über das Urlaubsland immer gut informieren und als Kaffee-Fan sollte man dann auch natürlich das berücksichtigen. Laut Kaffe-Report gibt es eben massive Preisunterschiede in Europa. Haben wir jetzt gelernt. Vielen Dank für diese aufschlussreichen Einblicke in den neuen Kaffee-Report. Was mich persönlich beeindruckt hat, dieser Kaffe-Report präsentiert nicht einfach nur positive Zahlen, sondern benennt eben auch unbequeme Wahrheiten. Die Lücke zwischen Wollen und Handeln und der Wandel von Kaffee zu einem Luxusgut – interessant, wie sich die Wirkung von Kaffee weiter verändert. Wenn ihr mehr über den Tchibo-Kaffee-Report 2026 erfahren möchtet, dann findet ihr alle Informationen auf www.tchibo.de/kaffeereport und weitere Links gibt's auch in den Shownotes dieser Podcast-Folge. Ich bin Ralf und ich suche jetzt mal einen Lieferdienst, der es schafft sehr heißen Kaffee zu meiner Wohnung zu kurven. Der perfekte Moment, der ist nämlich nach 10 Minuten rum. Solange sollte der Kaffee nicht rumstehen oder unterwegs sein. Danach geht's bergab, sportlich dann, für alle Unternehmen, die darüber tatsächlich nachgrübeln, ob sie das anbieten sollen. - Bis zur nächsten Tasse.

Station Voice [00:19:53] 5Tassen täglich. Kaffewissen to go.

Q&A

1. Wie wurde die Umfrage für den Tchibo Kaffee-Report durchgeführt?
Die Umfrage wurde als klassische repräsentative Online-Befragung durchgeführt. Daran nahmen 1.500 Kaffeetrinker im Alter von 18 bis 75 Jahren in Deutschland teil. Um repräsentative, also nicht verzerrte, Ergebnisse zu gewährleisten, wurde darauf geachtet, dass alle Bevölkerungsgruppen (hinsichtlich Alter, Geschlecht, Region und Einkommen) abgebildet sind. Die Methodik ist transparent und die Daten wurden statistisch ausgewertet.

2. Wie stehen die Deutschen zur Idee eines Kaffee-Lieferdienstes, der bis ans Bett liefert?
Die Mehrheit lehnt diese Idee ab. Laut der Umfrage sagen 68 % der Befragten klar, dass ein solcher Lieferdienst für sie ein "No-Go" ist. Der morgendliche Kaffee wird als persönliches Ritual betrachtet, das man nicht durch einen Dienstleister optimieren möchte.

3. Welche Meinungen gibt es zu Kaffee, dessen Mischung von einer Künstlichen Intelligenz (KI) stammt?
Die Meinungen sind gespalten: 36 % würden ihn probieren, 37 % lehnen es ab. Für die einen bedeutet KI-Kaffee Innovation und Personalisierung, für die anderen ist es zu maschinell. Interessanterweise steigt die Bereitschaft zum Probieren in Haushalten mit vier oder mehr Personen auf 48 %.

4. Wer trägt laut den Befragten die Hauptverantwortung für nachhaltigen Kaffee?
Die Verantwortung wird nicht gleich verteilt gesehen. 36 % der Befragten sehen die größte Verantwortung bei den Kaffeeunternehmen selbst. Weit dahinter folgt die Politik in den Anbauländern mit 12 %. Nur 5 % denken, dass die Konsumenten selbst die größte Verantwortung tragen.

5. Aus welchen Gründen kaufen viele Befragte keinen nachhaltigen Kaffee?
Der Hauptgrund ist der Preis. 46 % der Befragten gaben an, aus Kostengründen generell keinen nachhaltigen Kaffee zu kaufen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist fehlendes Vertrauen: 18 % haben kein Vertrauen in die Nachhaltigkeitssiegel.

6. Was versteht man unter der "Hamsterkauf-Mentalität" bei Kaffee?
Dies beschreibt die Neigung der Deutschen, Kaffee zu bevorraten. 85 % kaufen gezielt Kaffee, wenn er im Angebot ist. Zudem haben 63 % der Befragten immer eine "eiserne Reserve" von ein bis drei Packungen zu Hause. Dieses Verhalten wird als eher emotional und nicht rein rational beschrieben.

7. Wird Kaffee von den Deutschen als Luxusgut wahrgenommen?
Ja, für einen bedeutenden Teil der Bevölkerung ist das der Fall. 47 % der Deutschen stufen Kaffee mittlerweile als ein Luxusgut ein, das man sich bewusst gönnt. Er wird als eine Art luxuriöser Alltagsbegleiter angesehen.

8. Was ist der primäre Anlass für den Kaffeekonsum in Deutschland?
Der Genuss steht an erster Stelle. 53 % der Befragten trinken Kaffee, um ihn zu genießen. Dahinter folgen die Pause mit 49 % und erst an dritter Stelle die Müdigkeit mit 31 %. Dies zeigt, dass die Funktionalität als Wachmacher nicht der Hauptgrund ist.

9. Wie stehen vor allem jüngere Menschen zur Alternative, Koffein in Tablettenform zu konsumieren?
Insbesondere bei jüngeren Generationen gibt es eine gewisse Offenheit dafür. Ein Drittel der 18- bis 35-Jährigen würde Koffein in Tablettenform ausprobieren. Hierbei steht nicht das Ritual oder der Genuss im Vordergrund, sondern die reine Funktion des Koffeinkicks.

10. Ist der Mythos vom sofortigen Koffeinschock, der wach hält, widerlegt?
Ja, die Umfrageergebnisse deuten darauf hin. 29 % der Befragten können nach einem Espresso problemlos ein Nickerchen machen, noch bevor die Wirkung einsetzt. Für weitere 23 % hängt es von der Tagesform ab. Dies widerspricht der Annahme eines sofort einsetzenden Koffeinschocks.