Zwei Frauen mit Kaffeemaschinen vor Tchibo-Werbung
Podcast
Refurbished (1/2)

#128 Ein zweites Leben für unseren Vollautomaten!

Kaffee. Kreislauf. Kulturwandel: Seit gut einem halben Jahr verkaufen wir Refurbished Kaffee Vollautomaten. Zeit für eine erste Zwischenbilanz! In der neuen Folge unseres Podcasts „5 Tassen täglich“ berichten Karoline (Tchibo Circular Solutions Expertin) und Andrea (Mitgründerin von koorvi), wie der zirkuläre Prozess aus Ankauf von Altgeräten unserer Kunden, Reparatur und Wiederverkauf funktioniert.  

„Refurbished“ – also aufbereitet statt einfach nur gebraucht – steht dabei für ein ganz neues Verständnis von Produktwert: geprüft, gereinigt, instandgesetzt und mit Garantie. So schenken wir unseren Esperto Caffè ein zweites Leben und unseren Kunden die Möglichkeit, nachhaltig und preisbewusst Kaffeegenuss zu erleben.

Zwei Personen sprechen ins Radiomikrofon
"5 Tassen täglich" Moderator Ralf Podszus und Karoline Reperich

Wie funktioniert das Ganze?


„Wir bieten zwei Angebote an: Auf der einen Seite kaufen wir gebrauchte Kaffeevollautomaten an – über unser Rückkaufportal. Die Maschinen gehen ins Repair Center, werden dort gecheckt, und im besten Fall gibt’s eine Tchibo Geschenkkarte. Die instandgesetzten Geräte verkaufen wir dann in unserem Shop weiter.“ Karoline 


Person richtet Kaffeemaschine ein und verpackt sie

Das Prinzip ist einfach: Kundinnen geben ihren alten Vollautomaten ab, erhalten dafür eine Geschenkkarte und Tchibo bringt die Geräte professionell wieder auf Vordermann. Nach der technischen Prüfung und gründlichen Reinigung gehen sie als Refurbished-Modelle zurück in den Verkauf. So wird Kreislaufwirtschaft konkret.

Die technische Plattform für Ankauf, Aufbereitung und Wiederverkauf stammt von koorvi, einem Münchner Start-up, das sich auf zirkuläre Lösungen spezialisiert hat.


„Wir bieten Produkte an, die wie neu sind – mit Herstellergarantie. Das ist ein großer Hebel, weil es den Zugang zu Second Hand erleichtert und das Angebot für viele attraktiv macht.“ Andrea


Von linear zu zirkulär

Hinter dem Projekt steckt mehr als nur eine neue Verkaufsoption: Es ist ein Schritt in Richtung Circular Economy. Statt linear – also „kaufen, nutzen, entsorgen“ – denkt Tchibo künftig in Kreisläufen. Die Maschinen sollen möglichst lange genutzt, repariert und wiederverwendet werden.
Dafür braucht es laut Karoline und Andrea nicht nur neue Strukturen, sondern auch ein Umdenken bei uns allen: Weg von der Wegwerfmentalität, hin zu mehr Langlebigkeit, Reparierbarkeit und Wertschätzung.

Refurbished ist also kein Nischenprojekt, sondern ein Kulturwandel. Was mit dem Vollautomaten begann, kann künftig auch für andere Produktkategorien relevant werden – vom Wasserkocher bis zur Kinderkleidung. 

Hört selbst rein und findet euren nächsten (aufbereiteten) Lieblingsvollautomaten:

Auf YouTube, Spotify und überall wo es Podcasts gibt.

Transkript

Ralf [00:00:00] Na, das ist ja mal was Neues. Heute hole ich nicht Kaffee für meine Gäste. Heute bringt mein Gast Kaffee mit. Hi, Karo.

Karo [00:00:08] Hi, Ralf.

Ralf [00:00:08] Ist das nicht ein bisschen übertrieben, gleich so einen fetten Vollautomaten hier mit ranzuschleppen?

Karo [00:00:13] Ja, aber der hat ja auch eine ganz, ganz tolle Geschichte. Der gehörte nämlich meiner Kollegin und war defekt im Keller. Und ja, unser RepairCenter hat den wieder in Schuss gesetzt und jetzt kann er uns frischen Espresso zaubern.

Ralf [00:00:25] Okay, gleich am Start ist auch noch Andrea, und auf meinem Zettel hier steht, sie hätte gerne einen Cappuccino.

Karo [00:00:32] Jaja, auf jeden Fall.

Ralf [00:00:33] Also  einmal repariert, kann der jetzt alles zaubern.

Karo [00:00:35] Ja, nee, also wir machen Schritt eins, Schritt zwei. Den ersten machen wir hier mit unserem Kaffee-Vollautomaten und dann besorgen wir uns noch einen Milchaufschäumer und fertig ist der Cappuccino.

Ralf [00:00:44] Okay, dann wirft doch mal die alte, neue Mühle an, die reparierte.

Karo [00:00:48] Das hört sich schon mal gut an. Trinkstt du auch einen Espresso?

Ralf [00:00:53] Ja, mach´mal, gerne.

Karo [00:01:04] Das sieht auch gut aus.

Ralf [00:01:06] Und der war richtig kaputt, der Vollautomat?

Karo [00:01:08] Ja, der war defekt. Und wie man sieht... Nun nicht mehr.

Ralf [00:01:13] Was da jetzt rauskommt, das kann man auch wirklich trinken.

Karo [00:01:16] Ja, probier´mal..

Ralf [00:01:17] Ich bin ein bisschen skeptisch, ne?

Karo [00:01:18] Ich bin gespannt, was du sagst.

Karo [00:01:19] Ich mach´ schon mal den zweiten.

Ralf [00:01:20] Genau. Pack mal drauf. Und dann hören wir auch gleich, dass der Markt für Elektrogeräte aus zweiter Hand mittlerweile riesig ist. Experten schätzen die generierten Umsätze allein in Deutschland auf bis zu 9 Milliarden Euro pro Jahr. Also in Zeiten wie diesen sitzt das Geld für Neues nicht mehr so locker. Wir refurbischen also mächtig. Und wie Tchibo da jetzt mitmischt und wer vom Restaurieren insgesamt profitiert, das hört ihr jetzt.

Karo [00:01:53] Also auf der einen Seite kaufen wir die gebrauchten Kaffee-Vollautomaten an. Das geht über einen Rückkaufportal. In wenigen Klicks hat man sich da durchgeklickt. Und dann geht die Maschine auch schon an unser RepairCenter, wird dort gecheckt und die in Stand gesetzten Maschinen verkaufen wir dann auf unserem Shop weiter.

Andrea [00:02:11] Wenn wir eben in Richtung Kreislaufwirtschaft kommen wollen, ist es ganz, ganz wichtig, dass eben auch die Hersteller und Marken da ihren Anteil in diesem Markt haben, also gerade im Zweitmarkt. Also hochwertige Produkte können eben meistens mehr als eine Nutzungsphase. Und gleichzeitig ist eben gerade dieser Faktor von einer starken Marke wie Tchibo, die eben auch sagen, wir bieten euch das an, wir stellen sicher, dass da noch was Sinnvolles passiert mit deinem Produkt - das ist, glaube ich, ein total interessantes Angebot für viele.

Stationvoice [00:02:41] Fünf Tassen täglich, der Tchibo Podcast.

Ralf [00:02:50] Kaffeeliebe und Nachhaltigkeit, das sind die Themen dieses Podcasts bereits seit über fünf Jahren. Ja, lange aufbewahren oder reparieren und nicht wegwerfen, das ist besonders nachhaltig, logisch. Und Tchibo mischt da mit. Allerdings: was hat das Unternehmen davon, wenn man nicht schnell neue Produkte kauft? Da bin ich auf die Antwort gespannt... Ich bin Ralf Podszus und freue mich auf das heutige Thema Refurbished Teil 1. Wir machen hier gleich zwei Folgen draus. Gibt viel zu reparieren. Jetzt geht's um das zweite Leben unserer gesiebten Kaffeemaschine, bzw. um den Vollautomaten. Dazu sind bei mir Karo Repperich, Nachhaltigkeits- und No-Waste-Managerin bei Tchibo. Moin!

Karo [00:03:35]  Moin!

Ralf [00:03:36] Karo sitzt neben mir hier bei Tchibo in Hamburg - und zugeschaltet aus München ist Andrea Schneller. Sie ist Co-Founderin des Circular Economy Startups koorvi. Hi Andrea!

Andrea [00:03:48] Hi Ralf!

Ralf [00:03:50] So, Andrea, jetzt hab ich hier deinen Wunsch-Kaffee vor mir stehen, den Cappuccino. Allerdings kann ich dir den ja auch im Jahr 2025 noch nicht von Hamburg nach München rüberbeamen. Verdammt! Dabei wäre Beamen sowas von nachhaltig, ohne Auto, Flugzeug oder Zug. Obwohl, vielleicht wäre beim Beamen der digitale Fußabdruck dann wieder fiese. Das könnte natürlich auch sein. Egal. Ich hoffe, du hast trotzdem einen Kaffee vor deinem Notebook stehen.

Andrea [00:04:15] Ich bin hier wunderbar versorgt mit dem Cappuccino.

Ralf [00:04:20] Karo genießt hier schon ihre dritte Tasse Cappuccino aus der neu-alten, sage ich mal, Esperto-Coffeemaschine. Dabei bevorzugst du normalerweise den polnischen Aufguss, oder?

Karo [00:04:31] Ja, da muss ich leider direkt zweimal korrigieren. Also drei Tassen schaffe ich nicht. Also zwei ist so mein Maximum. Ich bin schon morgens irgendwie immer auf Draht. Und ich glaube, mit dem Koffein wäre das nicht so eine gute Idee. Aber zwei genieße ich dann doch. Und zum polnischen Aufguss muss ich auch gestehen, dass ich mich tatsächlich bisher noch nicht daran getraut habe, an die Cava Pajona. Das ist im Grunde genommen gemahlener Kaffee, einfach nur mit heißem Wasser aufgegossen. Und ja, kenne das sehr gut von meiner polnisch Familie. Und es wird Zeit, das auch mal auszuprobieren.

Ralf [00:04:59] Im Forum Nachhaltig Wirtschaften steht, dass allein in Deutschland stündlich das Gewicht eines Mittelstreckenflugzeugs als Elektroschrott entsteht. So viel Müll machen wir mit Monitoren oder Smartphones? Ja, auch mit Kaffeemaschinen. Das ist wirklich nicht schön. Wir müllen unseren Planeten mit Elektroschrott zu. Und seit ein paar Wochen kann man bei Tchibo nun seine alte Kaffeemaschine oder seinen Vollautomaten gegen einen Geschenkgutschein verkaufen. Warum, Karo? Wie funktioniert das, wenn man seine Maschine zu Hause loswerden möchte oder auch loswerben muss, wenn sie kaputt ist?

Karo [00:05:36] Ja, angefangen mit dem Warum. Die kurze Antwort wäre, weil es total Sinn macht. Also ich habe hier direkt das Prachtexemplar neben mir stehen, unseren Esperto Café Vollautomaten. Und das ist einfach ein total tolles Produkt und das ist auf tausende Tassen getestet. Und hinzu kommt noch, dass wir seit rund zehn Jahren sowieso schon einen Reparaturservice für unsere Maschinen anbieten. Deshalb war das eigentlich der logische nächste Schritt, zu sagen, Mensch, wir haben ein tolles Produkt, wir sind ein super Partner und dann traf ich noch auf die liebe Gründerin Andrea von koorvi - dazu später mehr. Ja, und daraus wurde dann die Projektidee und damit sind wir an den Start gegangen. Wie funktioniert das Ganze? Wir bieten zwei Angebote an, also auf der einen Seite kaufen wir die gebrauchten Kaffee-Vollautomaten an, das geht über einen Rückkauf-Portal, in wenigen Klicks hat man sich da durchgeklickt, indem man angibt. In welchem Zustand die Maschine ist, welche Farbe sie hat, die Adressangaben. Und dann geht die Maschine auch schon an unser RepairCenter, wird dort gecheckt und im besten Fall kriegt man dann die Tchibo Geschenkkarte zugeschickt. Genau. Und die instand gesetzten Maschinen verkaufen wir dann auf unserem Shop weiter.

Ralf [00:06:42] Andrea ist deine Verbündete bei der Umsetzung dieser supercoolen Idee, die wir gleich noch genauer besprechen werden. Wo habt ihr beiden euch kennengelernt? Wahrscheinlich in einer Bar, oder?

Karo [00:06:52] Ja, nicht ganz, also vor einiger Zeit gab es einen Vortrag bei Tchibo zum Thema Zukunft und da wurden unterschiedliche Unternehmen vorgestellt, die viele tolle Ideen haben. Und koorvi war mit dabei und ich dachte mir direkt: brillant, weil die Idee darin liegt, sich einfach der Produkte zu bedienen, die schon im Umlauf sind und die im bestmöglichen Weg zurückzuführen. Man hat ein kaputtes Gerät, dann wird es repariert und kommt da an den richtigen Ort, an die richtige Stelle. Oder man will es weiterverkaufen oder man will das tatsächlich fachgerecht entsorgen. Und ich glaube, noch am selben Tag schrieb ich dann koorvi an und eine Woche später habe ich mit Andrea telefoniert und das war ein Match.

Ralf [00:07:32] Und was hast du gedacht, als sich gleich am selben Tag Tchibo bei dir meldet?

Andrea [00:07:37] Wir waren natürlich total, als diese E-Mail aufgeploppt ist über unser Kontaktformular so... hi, Karo von Tchibo, lass uns mal reden ... Da waren wir natürlich erst so, okay, das ist schön, das freut uns und ja, war dann auch cool zu sehen, dass wir superschnell eben ein erstes Gespräch hatten und es wirklich eben von vornherein irgendwie das Gefühl war, okay, es ist ein gleiches Interesse, wir haben gute Ideen, wir sind auf der gleichen Wellenlänge und dementsprechend war der Start schnell und sehr positiv!

Ralf [00:08:07] Die Secondhand-Maschinen, sie brühen wieder auf, coole Idee, aber jetzt bitte genauer erklären: wie ging es dann weiter?

Karo [00:08:14] Ich glaube, kein Monat später saßen wir dann in relevanter Runde schon zusammen beim sogenannten Auftakt-Workshop und fingen an, unsere Köpfe zusammenzustecken und zu überlegen, Mensch, welches Produkt wäre denn passend für diese Idee? Und da kamen wir sehr, sehr schnell auf unseren Kaffee-Vollautomaten aus genannten Gründen und dann ging die Reise los.

Ralf [00:08:35] Andrea, du kommst aus Regensburg ursprünglich, deine Eltern hatten eine Buchhandlung, wurden da ausgelesene Bücher auch wieder weitergegeben oder auch gebrauchte Bücher an- und verkauft. Ist da so ein bisschen aus der Buchhandelung diese Idee entstanden bei dir?

Andrea [00:08:50] Also im Kern ja, aber nicht genau so, wie du gerade gesagt hast. Also ich glaube, im Kern Bücher sind ja durchaus was, was man sehr viel weitergibt. Und zum Beispiel, zumindest in München gibt es inzwischen ja auch diese Bücherschränke, wo einfach Bücher an weitere Leute weitergegeben werden können. Aber im Kern steckt da schon viel drin. Das eine ist, dass meine Eltern eben auch ein Unternehmen haben. So ein bisschen dieses Unternehmertum und auch diesen Willen, so Lösungen und Ansätze zu finden für Probleme. Da kommt sicher daher unter sich das Lesen im Kern, was mir total wichtig ist, war tatsächlich die Basis für dieses Thema Kreislaufwirtschaft. Ich bin damals vor gut sechs, sieben Jahren über zwei Bücher gestolpert. Zum einen die Donatökonomie von Kate Raworth und dann noch die Cradle to Cradle von Michael Braungardt. Beide super wichtige, grundlegende Bücher, die genau dieses Thema umschreiben und für mich auch absolut augenöffnend war gerade jetzt die Donateökonomien. Es stellt eigentlich genau dieses Verhältnis davon, wie wir wirtschaften wir aktuell und wo sind da eben gerade auch so in der Wirtschaftswissenschaft, also aus meinem Studium herauskommt, so ein bisschen die Schwachstellen oder auch die Vereinfachungen, die wir uns für die Welt überlegt haben, die eben zu dem führen, wie es aktuell läuft und aber gleichzeitig eben auch Ansatzpunkte sind zum Umdenken. Und insofern kann man sagen, also ich glaube, dieser Background, mein Eltern mit der Buchhandlung hat auf jeden Fall einen großen Anteil an dem, was ich jetzt mache.

Ralf [00:10:13] Ja, also durch die Kreislaufwirtschaft geht einiges in Sachen Umweltschutz. Du unterstützt Tchibo mit deinem Start-up koorvi jetzt auf dem Refurbished-Weg. Aber vielleicht kannst du es noch mal ganz genau erklären, wie das jetzt aussieht.

Andrea [00:10:26] Also ganz einfach gesagt bieten wir die Möglichkeit, Produkte, in dem Fall Kaffee-Vollautomaten, auf einfachen Wegen an die Marke an den Hersteller zurückzugeben. Das ist eigentlich der Kern des Ganzen, das ist insofern eine relativ neue Idee, dass jeder das ja kennt, dass ich Produkte kaufe, also neue Produkte kauf, und vielleicht auch der ein oder andere schon mal ausprobiert hat ein Produkt, was man nicht mehr braucht, zum Beispiel über Kleine Anzeigen, Windet, also über so Peer-zu-Peer-Plattformen einfach an eine andere Person weiterzugeben Aber im Kern, wenn wir eben in Richtung Kreislaufwirtschaft kommen wollen, ist es ganz, ganz wichtig, dass eben auch die Hersteller und Marken da ihren Anteil in diesem Markt haben, also gerade im Zweitmarkt. Also hochwertige Produkte können eben meistens mehr als eine Nutzungsphase, aktuell verdienen aber die Unternehmen eben nur an einem Verkauf. Und das ist eben ein ganz großer Hebel und da setzen wir eigentlich an, zu sagen, auf der einen Seite machen cooles, einfaches Angebot für Kunden, Kundinnen. Nicht jeder hat Lust auch irgendwie, zum Beispiel, über Kleidanzeigen dazu verhandeln und dann irgendwie so ein bisschen zu schachern und mal schauen, ob da jemand kommt und so weiter. Das ist für viele eine super Option, aber eben nicht für alle. Und gleichzeitig ist eben gerade dieser Faktor von einer starken Marke wie TTchibo, die eben auch sagen, wir bieten euch das an, wir stellen sicher, dass da noch was Sinnvolles mit passiert mit deinem Produkt. Das ist, glaube ich, ein total interessantes Angebot für viele. In Kombination natürlich auch mit so einer Option eben noch einen Gutschein oder auch eine Auszahlung zu bekommen. Genau, das ist eigentlich der Kern des Ganzen und dann ganz wichtig für uns natürlich aus der technischen Perspektive, was passiert dann im Hintergrund mit diesen Maschinen, wie wird das aufbereitet, wo geht das hin, diese ganzen Kanäle. Das ist natürlich auch ein wichtiger Part, den wir mit abbilden, aber im ersten Schritt ist es einfach dieses Angebot, was attraktiv und einfach ist und die Höhe eben senkt, das auch tatsächlich zu tun.

Karo [00:12:11] Und ich glaube, Andrea, um da noch kurz zu ergänzen, wir haben ein ganz schönes Bild gefunden, das sich ja die Maschine auf eine Reise macht. Also sie ist ja bei einer Kundin oder beim Kunden zu Hause. Dann geht sie einmal ans RepairCenter, wo sich der Zustand ja auch nochmal verändert, weil sie instand gesetzt wird und findet dann ein neues Zuhause. Und die physische Realität eben digital abzubilden, da hat uns koorvi super geholfen.

Ralf [00:12:33] Karo, dein Vater konnte zuhause alles reparieren. Ihr hattet in der Familie immer eine ganz große Wertschätzung für Produkte. Dein großes Ziel ist es, diese Wertschätzung jetzt an die Menschen weiterzugeben. Ist uns das ein Stück weit verloren gegangen? Generell in unserer Konsum- und Wegwerfgesellschaft? Wenn was kaputt geht, dann wird was Neues gekauft.

Karo [00:12:54] Ich glaube, von verloren würde ich nicht sprechen, weil ja, auch an die Zuhörer und Zuhöherinnen da draußen, wenn man jetzt mal schaut, was man vielleicht anharrt, da ist vielleicht das ein oder andere Teil dabei, was einem nach vielen Jahren immer noch gefällt, mit dem man irgendwelche Geschichten verbindet oder... Wenn man seinen Blick mal so durch die Wohnung schweifen lässt, sieht man vielleicht das ein oder andere Stück, was einen Jahre begleitet, Freude schenkt, vielleicht vererbt wurde. Und ich glaube, jeder kann sich in dieses Gefühl reinversetzen. Und eigentlich mag man das ja auch mit Dingen umgeben zu sein, die einen Wert haben. Und ich glaub, dass es wichtig ist, quasi nicht so in die Ohnmacht zu verfallen, dass der Drop schon geluscht ist, wenn man natürlich so Bilder aufmacht wie Wegwerfgesellschaft und Konsumgesellschaft. Weil es ja auch nicht immer so war. Du hast ja gerade gesagt, mein Vater hat damals alles repariert. Das ist noch gar nicht so lange her. Er repariert nach wie vor immer noch alles. Und ich glaube, es geht eben darum, nicht nur zu sagen, damals war alles besser, sondern zu schauen, wo ist die Wertschätzung da? Und dann aber auch zu sehen, welche neuen technologischen Möglichkeiten wir haben. Und ich glaub, der Mix davon ist einfach total kraftvoll für alle neuen Angebote, die wir schaffen. Und gleichzeitig merken wir auch... Dass sich Kundinnenbedürfnisse wandeln, dass es eben nicht immer neu sein muss. Und natürlich, wir stehen vor Riesenherausforderungen. Und gleichzeitig würde ich mich nie dem himm geben und sagen, das war schon immer so, deshalb können wir nichts ändern, sondern wir müssen den Autopilot umprogrammieren.

Ralf [00:14:20] Der Elektroschrott, der in unserer entwickelten Welt anfällt, der ist Wahnsinn, um es vorsichtig zu formulieren. Tchibo ist auch eigentlich so linear unterwegs, dennoch wollt ihr immer zirkulärer werden. Also kannst du das für alle mal erklären, auch was das lineare Geschäft ist und zirkular... Und überhaupt!

Karo [00:14:37] Genau, also da kann man eigentlich ganz gut darauf aufbauen, was Andrea gerade beschrieben hat. Also aktuell ist es ja so, dass wir uns natürlich sehr stark auch mit der Produktreise beschäftigen, in der Sinne davon, woher kommen unsere Materialien, wie sind die Arbeitsbedingungen und da ist auch immer noch super, super viel zu tun. Und gleichzeitig hat man manchmal das Gefühl, sobald das Produkt dann in unseren Händen ist, interessiert sich nicht mehr so viele Menschen für das, was dann kommt. Ich sehe mich dann eher so als Reisebegleiterin zu sagen, okay, wie ist denn die Nutzung? Kann man es reparieren? Findet es irgendwie neues Zuhause? Weil es ja auch nicht darum geht, dogmatisch zu sagen beim Auszug entscheidet man sich für eine Kaffeemaschine und die muss es dann für alle Jahre sein. Sondern es geht eben darum, auch als Unternehmen Angebote zu schaffen, um eben nicht alles immer neu kaufen zu müssen. Und du sprachst ja gerade von linear und zirkulär. Und es ist ja heute auch schon so, darauf ist Andrea ja auch zu sprechen gekommen. Dass unsere Produkte runden drehen. Also auf unterschiedlichen Plattformen gibt es schon einen florierenden Shibo Secondhand-Markt und wir sind jetzt gerade daran, da reinzuschauen, zu gucken, was ist unsere Rolle, welche Angebote können wir schaffen und wo sind die Kundenbedürfnisse.

Ralf [00:15:48] Ich weiß, dass Tchibo ohnehin schon viele Produkte repariert, seit mindestens 10 Jahren, vor allem Kaffeemaschinen. Ihr arbeitet mit vielen Repair-Centern zusammen, aus Alt-Mach-Neu, ist also für Tchibo nichts Neues. Was ist das Besondere mit der neuen Zusammenarbeit mit koorvi? Was für ein Drive bringt da jetzt Andrea mit rein?

Karo [00:16:10] Ja, also es war ganz spannend, den Prozess zu beobachten. Also an der Stelle auch. Grüße gehen raus ans ERC nach Rheinland-Pfalz. Also das war eine super tolle Aufbauarbeit, die wir da zusammen auf die Beine gestellt haben. Mit ganz viel Innovationskraft, neuen Ideen, weil was sich so leicht anhört als Idee ist natürlich maximal kompliziert in der Umsetzung. Und wir haben halt gemerkt, diese drei Bausteine müssen stehen. Wie gesagt, die tolle Maschine auf Tausende Tassen getestet. Dann die Kompetenz im RepairCenter, die ja nicht nur reparieren kann, sondern das Ding auch an Stand setzen kann. Es muss ja nicht an den gleichen Kunden oder an die gleiche Kundin zurückgehen, sondern kann auch ein neues Zuhause finden. Und dann eben die technologischen Möglichkeiten, um diese Reise digital abzubilden. Und da sprechen wir natürlich davon, dass Schnittstellen gebaut werden zwischen dem Repair-Center und den Kundinnen und vielen, vielen weiteren. Herausforderungen, würde ich mal sagen, die wir dann aber als starkes Team und gemeinsam mit ganz, ganz vielen ganz lieben KollegInnen bei Tchibo gewuppt haben.

Andrea [00:17:13] Vielleicht Ralf, da kann ich auch nochmal mit andocken an, was du vorhin gesagt hast, ist es so, ist das jetzt, haben wir das verloren, müssen wir das irgendwie neu lernen? Was bedeutet das Thema eigentlich? Ich glaube, das ist eben genau das, diese Idee, die natürlich nicht neu ist, Produkte länger zu nutzen, zu reparieren, eine Wertschätzung auch dem Produkt entgegenzubringen, aber irgendwie in die Moderne zu bringen. Wir sind inzwischen wahnsinnig digital unterwegs. Wir haben ja einfach einen Rahmen, eine Wirtschaft gebaut, die eben hochskaliert ist an vielen Stellen. Und deswegen glaube ich, ist gerade dieser Schulterschluss so interessant, diese nicht neue Idee, aber eben neu zu denken und zu überlegen, wie müssen Strukturen aussehen,

die in irgendeiner Form auch mittelfristig, sag ich mal, konkurrenzfähig sind mit dem bestehenden System. Die linearen Systeme sind ja auch wahnsinnig effizient skaliert, da steckt ganz, ganz viel auch an sowohl Erfahrung als auch Technologie drin. Und genau das können wir natürlich jetzt auf diese Idee von der Kreislaufwirtschaft auch übertragen. Das ist auch ein ganz großes Thema, wo es darum geht, wie ... Können Produkte mittelfristig eben vielleicht sogar auch für sich sprechen. Da gibt es auf der europäischen Ebene das Thema von digitalen Produktpässen, also wie so eine Art Reisepass fürs Produkt, wo das Produkt genau eben aussagt, wer bin ich, was für Materialien habe ich, wie wurde ich produziert, aber eben auch, was passiert in meiner Nutzungsphase, wie oft wurde ich genutzt, wie lang. Und das sind natürlich mittelfristig auch ganz spannende Erkenntnisse für Unternehmen, die wieder den Rückschluss darauf zulassen, wie kann ich mein Produkt noch. Langlebiger, besser reparierbar machen und so weiter. Und deswegen ist es, glaube ich, so interessant und man muss auch ganz klar sagen, je mehr Daten ich habe, zum Beispiel zu einem Zustand vom Produkt, desto besser kann eben auch so ein Reparaturpartner eine erste Einschätzung vornehmen und aber dann eben auch die Reparatura durchführen. Und das ist, glaube Ich, die große Chance, die da drinsteckt, das von vornherein auch gemeinsam zu denken, aber eben auch in sinnvollen Geschäftsmodellen für Tchibo oder auch für andere Unternehmen.

Ralf [00:19:06] Wie groß ist der Markt an Secondhand-Elektrogeräten? Also gerade, wenn ich mir keine neuen leisten kann als Student oder Rentnerin zum Beispiel, weil einfach alles so teuer geworden ist und sogar der Butterpreis mitunter verblüfft. Immer mehr Menschen kaufen aus Gründen gebrauchte und reparierte Elektrogerräte. Das ist ja eigentlich eine gute Sache für die Umwelt.

Karo [00:19:25] Ja, wir sehen auf jeden Fall, dass es im Mainstream angekommen ist und salonfähig geworden ist. Also über zwei Drittel der Deutschen haben beispielsweise 2024 online Secondhand-Artikel gekauft. Was man schon gesehen hat, ist, dass das zuerst mit Klamotten losging. Und das ist aber jetzt auch gefolgt von Haushaltsgeräten. Und was ja auch super gelernt ist, ist das ganze Thema Smartphones und Tablets.

Ralf [00:19:48] Das heißt, es gibt hier so einen Anstieg, ist unsere aktuelle Lebenssituation daran schuld. Die Welt an sich.

Karo [00:19:55] Ich hatte kürzlich auch noch einen Zeitungsartikel gelesen, da hieß es auch, dass die Bevölkerung quasi über die Ersparnisse des Second-Hand-Kaufs ihre gestiegenen Lebenserhaltungskosten finanziert. Das heißt, natürlich spielt das auch mit ein, dann haben wir das ganze Thema Werte und viele, viele andere, also der ein oder die andere ist dann... wahrscheinlich auch umweltbewusster geworden mit der Zeit. Und im Endeffekt ist es ein Zusammenspiel, was uns natürlich aber total gut in die Karten spielt und uns diese Angebote erfolgreich testen lässt.

Ralf [00:20:28] Stellt ihr beiden da was fest, hat sich da was in der Wahrnehmung generell verändert? Früher musste es gerade bei Elektrogeräten auf jeden Fall ein neues Gerät sein, weil man gebrauchten Geräten irgendwie nicht so über den Weg getraut hat.

Karo [00:20:40] Ja, das ist ja bei uns alles tipptopp. Deshalb ist es auch immer wichtig, bei dem Projekt zu unterscheiden: wir verkaufen keine Gebrauchtware. Der Begriff ist etwas sperrig: Refurbishment. Also eine richtige Alternative dazu haben wir auch nicht... Instandhaltung ist jetzt auch nicht mega sexy...

Ralf [00:20:55] ...Kaufen Sie dieses tolle Instandhaltungsgerät.

Karo [00:20:58] Richtig...

Ralf [00:20:59] ...Warum nicht?

Karo [00:20:59] Genau, und trotzdem merken wir, dass es einfach gelernt wurde: aus alt mach neu, ich kriege eine Garantie, ich kann es zurückgeben und es ist natürlich einfach ein ganz neues Angebot, was da geschaffen wurde. Und ich hoffe, dass die Kundinnen uns als Marke Tchibo vertrauen und dementsprechend dann sich auch auf diesen Deal dann einlassen und dann natürlich davon überzeugt werden, dass dem auch so ist.

Andrea [00:21:22] Ja, aber ich glaube, das macht auch einen ganz großen Unterschied. Also im Vergleich eben von so einem Angebot, wenn ich eben genau auch sehe und sage, da steckt was dahinter. Das ist nicht einfach nur irgendwo kann ich mir das gebraucht holen, vielleicht funktioniert es vielleicht nicht, sondern ne, das ist wirklich vom Hersteller nochmal geprüft. Da gibt es eine Garantie. Also das ist im Kern, diese Produkte sind, da mögen vielleicht zwei, drei kleine Kratzer irgendwo sein, aber rein von der Funktionalität her sind diese Produkten wie neu und da kann man sich eben auch darauf verlassen, weil es eine Guarantie gibt. Ich glaube, dass ist ein ganz wichtiger Part. Und da hat es ja auch gefragt, wie sich das Thema in Summe entwickelt. Ich finde es ganz interessant, dass es gerade jetzt so eine jüngere Generation, die da gerade so nachkommt. Für die ist es, also ich sehe es auch immer so mit irgendwie meiner Nichte und irgendwie auch so im Umkreis, alle die jetzt so, ich sage es mal so zwischen Teenie bis irgendwie Mitte 20, für die es ganz normal irgendwie bei winter Klamotten zu kaufen, irgendwie ein refurbishedes Telefon zu haben, das ist so … finde ich total schön zu sehen. Die wachsen damit einfach von vornherein auf. Für alle anderen ist es vielleicht jetzt wieder so ein bisschen neu, in Anführungsstrichen, aber dieses Bewusstsein nimmt total zu und am Ende, also wenn man es jetzt mal ganz rational betrachtet, es funktioniert, es ist ein super Produkt, es ist ein bisschen günstiger. Warum würde ich es nicht machen?

Ralf [00:22:39] Müssen wir in unserem Alter vielleicht da so eine Hemmschwelle überwinden. Also wenn ich jetzt in so einem Elektronikfachmarkt bin und einen neuen Kühlschrank kaufe und dann heißt es, ja, es gibt nur noch das Vorführmodell hier. Dann sag ich mir schon so, verdammt, dann eben nicht. Dabei wäre das ja gar nicht so schlecht, aber es ist noch so im Kopf drinnen. Nee, da hat schon Heinz-Rüdiger zehnmal die Tür auf und zu gemacht, das ist doch bestimmt ausgeleitet oder es geht morgen kaputt. Wer weiß, wie sie da grob umgegangen sind hier mit dem Laden. Also man hat so eine Vorstellung irgendwie davon.

Karo [00:23:08] Ja, da wären wir wieder, glaube ich, beim Thema Kulturwandel. Dass man sagt, okay, man war jetzt vielleicht einige Zeit eingefahren auf das Modell, ich kaufe mir was Neues, wenn es kaputt geht, schmeiße ich es halt weg. Und dann zu lernen, haja, die Geräte werden aber immer reparierfähiger. Die Angebote steigen. Ich habe mit meinen Bekannten gesprochen. Die haben super Erfahrungen mit Refurbished gemacht. Viele Unternehmen ziehen nach. Also diese Positivbeispiele helfen uns natürlich enorm. Und gleichzeitig wollen wir als Unternehmen dann auch voran. Gehen und uns trauen. Also im wahrsten Sinne des Wortes trauen wir uns in die Haushalte unserer Kundinnen. Und da weiß man natürlich nie, in welchem Zustand sich die Maschinen befinden. Und aber aufgrund unseres Vertrauens in die Produkte, unsere Kundinnen und im RepairCenter und koorvi trauen uns das Angebot zu.

Ralf [00:23:53] Wie alt ist denn jetzt eigentlich dein neues altes Baby, dein Kaffeevollautomat? Zählst du das jetzt von der Geburt an mit oder von der Neuentstehung wieder?

Karo [00:24:03] Ja, das ist quasi hier die Auferstehung, die ist ungefähr eineinhalb Monate her. Davor war sie in Besitz von meiner lieben Kollegin und lag als defektes Gerät im Keller.

Ralf [00:24:14] Und das schon jahrelang, wahrscheinlich, ne?

Karo [00:24:15] Ja, ein paar Jahre waren da schon, glaube ich, auf dem Buckel. Und ja, im Rahmen des Projektes wurde die Maschine als eine der ersten in der Testgruppe eingeschickt, instand gesetzt und war dann pünktlich zu unserem Startevent auf der Terrasse wieder bei Tchibo. Wir haben nämlich ein bisschen gefeiert, dass wir mit dem Projekt an den Start gegangen sind und hatten einen Eiskaffee-Ausschank. Und da hat das gute Ding zwei Stunden in der brütenden Hitze Kaffee gebrüht und wir haben alle Kollegen glücklich gemacht.

Ralf [00:24:41] Ja, echt cool. Ich hab, glaub ich, auch noch im Keller so einen alten Wassersprudler. Aber da trau ich mich gar nicht mehr ranzugehen, wie verstaubt der schon ist. Aber man muss es einfach mal machen.

Karo [00:24:53] Genau, einfach machen.

Ralf [00:24:54] So, aber warum lohnt es sich jetzt für Tchibo alte Geräte anzukaufen, zu reparieren und wieder zu verkaufen? Wir haben ja vom linearen Weg gehört, es wird sich doch für das nicht ganz so kleine Familienunternehmen Tchibo viel mehr lohnen, Neuware in Masse zu verkauft.

Karo [00:25:13] Die gleiche Frage stellt sich wahrscheinlich auch schon bei unseren Reparaturservices, wo natürlich auch die Frage aufkommen kann, hey, warum repariert ihr denn überhaupt eure Geräte? Und ich glaube, das hat auch ganz viel damit zu tun, wofür wir als Unternehmen stehen und was unsere Kundinnen auch von uns erwarten. Also die erwarten von Chivo gute Produkte, die lange Freude schenken. Und wenn wir jetzt da hergehen würden und sagen würden, ja, viel Spaß damit, wir sind raus, wäre das, glaube ich, auch einfach nicht glaubwürdig. Wir können uns natürlich... Superdoll verbessern in allen Bereichen und gleichzeitig glaube ich, dass wir als Unternehmen an einem guten Punkt stehen, um anders zu denken. Andrea hatte ja gerade auch schon eben gesagt, dass es ja nicht so ist, dass alles immer linear war und dass der einzige Weg ist und wir haben in der Wirtschaft auch heute schon Beispiele, wo Kreislaufwirtschaft funktioniert. Auch bei diesem Projekt wurde ein Business Case gerechnet, auch bei diesem Projekt werden wir uns ehrlich in die Augen gucken und alles auswerten und dann entscheiden, ob es wirtschaftlich für uns ist. Und genau, da bin ich ganz guter Dinge.

Ralf [00:26:16] Ich würde ja gerne mehr reparieren lassen. Allerdings sind technische Geräte oft so hergestellt, dass sich eine Reparatur gar nicht lohnt. Und leider habe ich nicht die begabten Hände wie Karos Papi jetzt. Ich muss immer jemanden fürs Reparieren bezahlen. Neulich ist mein Geschirrspüler kaputt gegangen. Die Reparatur war ungefähr 180 Euro günstiger als ein Neugerät. Ja, und da habe ich dann einen neuen Geschirrrspüler gekauft, weil ich mir gedacht habe, ja, das ist ja viel zu teuer für eine Repertura und das andere Ding habe ich dann ja länger und noch in besser und in aktueller.

Karo [00:26:46] Das ist auch ein fairer Punkt, dass jeder seine Entscheidungen trifft und gleichzeitig werden wir, glaube ich, auch merken, umso mehr Relevanz das Thema hat, um so mehr wird sich die Infrastruktur auch erweitert. Und wie wir es gerade schon gesagt haben, Reparaturfähigkeiten sind rar. Ich glaube, wenn man sich so im Freundes- und Bekanntenkreis umschaut, ist mein Vater auch einer der wenigen, der wirklich alles, fast alles reparieren kann. Jeder braucht meinen Papa. Genau. - Grüße gehen raus ein zweites Mal. Und genau, deshalb glaube ich halt auch, dass die Angebote steigen werden und dementsprechend die Kosten auch nach unten gehen werden.

Ralf [00:27:21] Also das heißt, mit der Zeit, wenn es jetzt in der Gesellschaft gerade von den jungen Menschen so vorangetrieben wird, auch mit dem Nutzungsverhalten, dass dann viel mehr Unternehmen sich sagen, ich stelle meine vor allem technischen Geräte jetzt so her, dass sie nicht nur als Wegwerfmodell zu betrachten sind, dass man das also auch wirklich einfacher reparieren lassen kann.

Karo [00:27:40] Da kommt ja auch auf regulatorischer Ebene einiges auf uns zu und es wird beispielsweise ein Recht auf Reparatur diskutiert. Also ich glaube, alle sind sich dessen bewusst, dass wir Produkte nicht herzaubern. Also das muss man sich ja mal überlegen, auch bei so einer Maschine. Da setzen sich Leute zusammen und machen sich Gedanken darüber, wie das aussehen soll. Dann ist das ja Materie. Also wir brauchen super viele Komponenten, um das zusammenzubauen. Also Mais hat ein fertiges Produkt, was wir in den Händen halten. Viele, viele Teile der Welt gesehen, ging durch viele Hände, viele Transportmittel. Und dann ist es ja einfach nicht logisch, das einfach nur kurz zu benutzen und dann wegzuschmeißen. Und ja, das ist, glaube ich, wichtig, immer wieder sich vor Augen zu führen.

Ralf [00:28:19] Wie ist das Kundenfeedback so? Kam da auch schon die eine oder andere E-Mail oder so rein?

Andrea [00:28:24] Also ich glaube unterm Strich, also das beste Feedback ist, dass wir sehen, dass beide Angebote, also der Ankauf, also auch der Verkauf, sehr vergleichbar auf ähnlichem Niveau genutzt werden. Also ganz offensichtlich, wir haben auch eine sehr gute Abschlussrate, also die, die wirklich, also gerade beim Ankauf da drauf kommen und sehen, oh, ich habe diese Möglichkeit, meine alte Maschine sozusagen zurückzugeben, da sind die Abschlussraten sehr hoch, was für uns auf jeden Fall auch ein Feedback, dass offensichtlich der Prozess und das Angebot schlüssig ist und funktioniert. Auf der anderen Seite ist glaube ich auch ein gutes Zeichen, dass wir wirklich sehr wenig in irgendeiner Form so ganz verwirrte Nachfragen im Sinne von, also wo jemand jetzt gar nicht weiß oder irgendwie sich da total fehlgeleitet fühlt, das im Gegenteil ist bisher wenig bis nichts aufgeschlagen, aber Karo ergänzt gerne. Also ich glaube, das in beide Richtungen sehr gutes Zeichnen, dass das Angebot gut angenommen wird.

Ralf [00:29:15] Habt ihr damit auch neue Zielgruppen gewonnen ? Wir haben ja schon gehört, die Gen-Alpha, die Gen-Z, die sind am Start.

Karo [00:29:22] Der Abgleich, den hatten wir heute Morgen noch in unserem Showfix diskutiert, den werden wir auf jeden Fall machen. Also wir schauen uns einmal an, wer hat die Maschinen bestellt. Also ich meine, bei den eingesandten Maschinnen wissen wir, dass die oder derjenige eine Tchibo-Maschine gekauft hat. Aber es könnte natürlich auch sein, dass es nicht nur zwangsläufig bei uns war. Aber uns interessiert natürlich auch maximal, ob wir darüber neue Zielgruppen erreichen können und dazu auch mehr im zweiten Teil. Stay tuned!

Ralf [00:29:49] Seid ihr also mit dieser digitalen Reise so weit zufrieden?

Karo [00:29:56] Ja! - Andrea, was sagst du?

Andrea [00:29:58] Ja, absolut. Also es ist wahnsinnig schön zu sehen, wenn man so hier natürlich im Hintergrund auch ganz lange darauf hin erwartet und sagt, die Software bildet genau das ab, was wir eben als Prozess brauchen. Es ist wahnsinnschön zu sehen diese Rädchen, dass diese Rädchen ineinander greifen. Es kommt ein Produkt, es kommt beim Repair-Partner an, es wird angeschaut, der Zustand wird bestätigt. Es geht wieder in den Refurbished-Job online. Also das, finde ich, ist eine total schöne Bestätigung, dass auf der einen Seite die Prozesse funktionieren. Aber dass es eben auf der anderen Seite auch genutzt wird, also diese Kombination, finde ich, zeigt eben genau das, dass eine zirkuläre Idee mit einem guten technischen Setup in Kombination mit Partnern, die die richtigen Fähigkeiten mitbringen, dass das eigentlich genau die Mischung ist, die wir brauchen, um solche Angebote und auch Geschäftsmodelle salonfähig und auch zukunftsfähig aufzustellen.

Ralf [00:30:46] Kann man das Modell auch auf weitere Produkte übertragen. Das waren jetzt Elektrogeräte, zum Beispiel die Tchibo Tupper-Box für Bananen, diese gebogene...

Karo [00:30:55] Also ich hätte da ganz viele andere Ideen, also was die Produkterweiterung angeht, ist da auf jeden Fall Potenzial, also, was wirklich zeitaufwendig war, weil dieses ganze Gerüst zu bauen, das alles ineinander greift, auch mit unserem Anspruch alles vollautomatisiert anbieten zu können. Wenn man aber jetzt eben noch mal einen Schritt weiter denkt, wäre ja eigentlich ein Traumsszenario, dass man auf Basis der Bestellhistorie wirklich alle die Produkte, die man bei Tchibo gekauft hat. In den richtigen weiteren Weg führt. Also angenommen, man will es weiterverkaufen, man will das reparieren, man will es fachgerecht entsorgen. Und ja, so ein Traumscenario würde ich mir wünschen.

Andrea [00:31:32] Vielleicht andocken daran, auch in Bezug auf die Produktkategorien. Wir sind ja ein bisschen breiter unterwegs, arbeiten auch mit verschiedenen Unternehmen. Man kann ganz klar sagen, fast in allen Branchen gibt es da wirklich Potenzial, gerade im Konsumerbereich. Na, wenn man im Bereich Kinder schaut. Riesenpotenzial. Das ist überall da, wo man wertige Produkte hat, wo aber oftmals die Nutzungsart ist. Bei Kindern ist das total naheliegend. Ich sage, so ein Kinderwagen, das Kind liegt vielleicht ein Jahr drin, aber nach einem Jahr ist dieser Kinderwagen ja nicht. Durch oder kaputt oder vielleicht mal was kleines, aber das kann man reparieren. Also überall da, wo so ein Gap ist zwischen der Art, wie wir es nutzen und wie lang wir es nutzen, und was über so ein Produkt eigentlich hergibt, da ist eben riesen Potential und das sehen wir eben wirklich über den Electronics-Bereich, im Kinderbereich, im Sportbereich, im Textilbereich. Also überall, da macht es wirklich Sinn auch so ein bisschen das Augenmerk drauf zu richten und mit Sicherheit. So ein bisschen abwägen, sagen, das sind vielleicht die Produkte, die jetzt für den Staat auch gut geeignet sind, und andere folgen später. Aber das Potenzial ist riesig und ich glaube, das macht natürlich auch mittelfristig attraktiv, zu sagen, ich habe da eine gewisse Auswahl, und kann auch verschiedenste Produkte in irgendeiner Form eben wieder in diese Kanäle bringen.

Ralf [00:32:44] Klasse. Ich fasse mal zusammen, Deutschland expandiert beim Reparieren und interessiert sich bei Elektrogeräten für Gebrauchtware. Das ist für unseren CO2-Klimafußabdruck richtig gut. Danke, Karo und Andrea, für eure gute Umweltunterstützung.

Karo [00:33:00] Vielen, vielen Dank, Ralf.

Ralf [00:33:01] Ja und Karo, dein alter neuer Vollautomat hat geschmacklich auch voll überzeugt.

Karo [00:33:06] Ja, vielen Dank.

Ralf [00:33:07] Das Thema Wertschätzung für unsere Sachen ist wirklich eines, das mich anspricht. In der nächsten Folge sprechen wir deshalb nochmal darüber, was Tchibo mit den ganzen ausrangierten Laptops und Mobiltelefonen der Mitarbeitenden macht. Auch ganz schön spannend, da fällt auch ganz viel an. Die werden tatsächlich technisch wieder aufgehübscht und auch verkauft. Und auch ihr könnt sie günstig kaufen. Wie und wo, das erfahrt ihr das nächste Mal bei "5 Tassen täglich". Ich bin Ralf Podszus und ich hoffe, dass ihr einiges aus dieser Folge mitnehmen konntet. Wenn euch dieser Podcast gefällt, dann lasst gerne mal einen Like da und abonniert ihn. Der Podcast läuft überall, wo es Podcasts gibt, zum Beispiel bei Apple Podcasts, Deezer oder Podimo. Bis zum nächsten Mal.

Stationvoice [00:33:51] Fünf Tassen täglich, der Tchibo Podcast. Ihr habt Fragen oder Anregungen zu dieser Podcast-Folge? Wir freuen uns auf eure E-Mail an podcast.tchibo.de

Q&A

1. Was ist das Hauptthema der Podcast-Episode?
In dieser Episode dreht sich alles um das Refurbishing, also die Wiederaufbereitung von Kaffeevollautomaten bei Tchibo. Die Gäste und der Moderator beleuchten, wie Elektroschrott reduziert und nachhaltige Kreislaufwirtschaft gefördert werden kann.

2. Wer waren die Gäste in der Folge?
Die Gäste waren Karo Repperich, Nachhaltigkeits- und No-Waste-Managerin bei Tchibo, und Andrea Schneller, Co-Founderin des Circular Economy Startups koorvi. Beide bringen ihr Fachwissen ein, um über die Umsetzung und Potenziale des Refurbishing zu sprechen.

3. Wie funktioniert der Refurbishing-Prozess bei Tchibo?
Gebrauchte Kaffeevollautomaten werden von Kundinnen und Kunden in einem Rückkaufportal registriert, anschließend ins RepairCenter geschickt, wo eine technische Prüfung und Instandsetzung erfolgt. Die erneuerten Geräte werden anschließend günstig im Online-Shop angeboten.

4. Warum setzt Tchibo auf Refurbishing und nicht nur auf den Verkauf von Neuware?
Tchibo verfolgt mit dieser Initiative eine nachhaltige Unternehmensstrategie, die auf Umweltbewusstsein und Wertschätzung für langlebige Produkte basiert. Ziel ist es, den CO₂-Fußabdruck zu minimieren und gleichzeitig das Vertrauen der Kundinnen und Kunden in die Produktqualität zu stärken.

5. Welchen Einfluss hat die Kreislaufwirtschaft auf die Umwelt und das Konsumverhalten?
Die Kreislaufwirtschaft verringert Elektroschrott und fördert die Wiederverwendung von Produkten, wodurch weniger Ressourcen verbraucht werden. Sie unterstützt auch ein Umdenken bei Konsumenten, weg von der Wegwerfgesellschaft hin zu einem bewussteren Konsum.

6. Wie sieht das Kundenfeedback zur Initiative aus?
Laut den Gästen ist das Feedback sehr positiv. Die Abschlussraten bei der Rückgabemöglichkeit und dem Kauf refurbished Geräte sind hoch, und die Anzahl verwirrter oder negativer Nachfragen ist minimal. Dies deutet darauf hin, dass das Angebot klar und ansprechend ist.

7. Welche weiteren Produktkategorien könnten in Zukunft von der Kreislaufwirtschaft profitieren?
Neben Kaffeevollautomaten sehen die Gäste Potenziale für Smartphones, Haushaltsgeräte, Kinderprodukte wie Kinderwagen, Sportgeräte und Textilien. Überall dort, wo Produkte eine lange Lebensdauer und hohe Qualität bieten, lässt sich die Idee auf weitere Marktbereiche erweitern.