5 Tassen täglich

#91 Der Tchibo Produkttest (2): Möbel

Willkommen zum zweiten Teil unserer Miniserie „Der Tchibo Produktcheck“! Heute ganz wohnlich, denn wir besuchen unseren Produktmanager für Möbel, Henning Wilm. Henning weiß alles über das Signaturpiece Vollautomat im Wohnzimmer, den platzsparenden Einsatz von Badezimmer-Unterschränken und warum mitwachsende Möbel wichtig sind. Denn wer kennt das nicht: Bett zu kurz, Schuhschrank zu klein für die großen Norddeutschen!

Unser zweiter Gast, Nova Meierhenrich, hat zwar Idealmaß, doch die Moderatorin, Schauspielerin und Heimwerkerin repariert und sägt sich ihre Möbel auf brauchbare Altbauhöhen. Ihre Anleitung dazu gibt’s gratis hier – jetzt also Kaffee her und ab auf die Couch! 

"Ich finde es immer wichtig, sich ein Wohlfühlmöbelstück auszusuchen. Das kann ein schöner Sessel sein, oder auch ein schöner Tisch. Vorallem beim Tisch findet so viel statt: man spricht, man trifft sich, man arbeitet."
Henning Wilm

Henning und Nova erzählen uns wie man die beste Ersteinrichtung gewuppt bekommt, wie viel die passende Beleuchtung eigentlich ausmacht und wie man das richtige Möbelstück auswählt.

"Licht find ich wahnsinnig wichtig. Licht kann alles verändern: du kannst genau gleich eingerichtet sein, aber wenn du das Lichtkonzept änderst, ändert sich das ganze Gefühl der Einrichtung."
Nova Meierhenrich

In unserer Podcast Miniserie besprechen und durchleuchten wir drei der beliebtesten Tchibo Non Food Produktkategorien: Sportmode, Möbel und Heimtextilien, also Bettwäsche und Co. Freut euch auf die nächsten Wochen!

Hört selbst:

Auf YouTube und überall, wo es Podcasts gibt.

Transkript

Der Tchibo Produkttest (2): Möbel

 

Ralf Podszus [00:00:00] Schön, dass ihr wieder dabei seid. Ich freu mich auf meine Gäste. Vorher versorg ich die aber noch mit Kaffee. Und ich bin hier gerade in der Kaffeeakademie bei Tchibo. Und ich hatte mir hier irgendwo in irgendeiner Schublade...

 

Indre [00:00:10] Ralf, kann ich dir behilflich sein?

 

Ralf Podszus [00:00:11] Hallo Indre, schön, dass du dabei bist. Ich hatte hier irgendwo einen Zettel nämlich aufbewahrt, wo die Kaffeewünsche von meinen Gästen... Ah, hier. Guck mal, es ist alles hier.

 

Indre [00:00:19] Du hast dir einen Zettel gemacht.

 

Ralf Podszus [00:00:20] Super, siehste, genau. Die wünschen sich nämlich für unseren Podcast-Talk jetzt einen Cappuccino mit Haferdrink und einen Kaffee Crema.

 

Indre [00:00:28] Sehr gerne.

 

Ralf Podszus [00:00:30] Perfekt! Der Siebträger, der fängt an und der Podcast geht auch los. Danke dir, Indre!

 

Indre [00:00:37] Sehr gerne, viel Spaß dir!

 

Nova Meierhenrich [00:00:37] Ich bin ein großer Fan von Sortieren, Aufbewahrungsmöbeln, Organizer-Möbel, weil ja doch viel weg zu organisieren ist. Ob es jetzt im Kleiderschrank ist oder in der Bürowand oder so. Ich habe eine riesengroße Bücherwand, die auch dazu dient, meine Akten und so unterzukriegen. Und ja, da braucht man schon manchmal clevere Lösungen. Und da war ich schon das ein oder andere Mal bei Tchibo.

 

Henning Wilm [00:01:02] Im Grunde genommen ist es so, dass man schon damit anfängt, erst mal so die Grundausstattung sich zusammenzustellen. Das ist ein Kleiderschrank, das ist ein Bett, das ist ein Sofa. Ich finde aber auch, dass es ganz wichtig ist, dass man sich immer ein Wohlfühlmöbelstück dazustellt. Das kann ein schöner Sessel sein, das kann ein schöner Tisch sein. Dann auf jeden Fall das Thema finde ich auch wichtig, zu schauen, dass man Ordnung reinbekommt, gerade in einer kleineren Wohnung und da guckt, dass eben nicht zu viel in den Raum reingeht, dass ich mal ein schmaleres Regal finde. Und auch hier gucke, dass ich diese Sachen auch gut wieder auf- und abbauen kann.

 

Station Voice [00:01:41] 5 Tassen täglich, der Tchibo-Podcast.

 

Ralf Podszus [00:01:48] Moin zusammen, hier geht es um Kaffeeliebe und Nachhaltigkeit. Denn Gutsein und die Welt retten, das ist gar nicht so leicht. Und dann die ewige Frage, Espresso oder Filterkaffee? In diesem Tchibo-Podcast spreche ich mit spannenden und vor allem motivierenden Gästen über einen nachhaltigen Lifestyle, die besten Kaffeerezepte, Ozeanplastik, politische Wendungen, NGOs und Filialen in Berlin Marzahn. Zum Beispiel. Heute, da mach ichs mir so richtig gemütlich auf dem Tchibo-Sofa, natürlich, und da auf dem Tisch neben mir, da steht schon ein entspannter Hafer-Cappuccino bereit. Ja, ihr seid mittendrin in der Miniserie der Tchibo- Quali-Check. Dort besprechen und durchleuchten wir drei der beliebtesten Tchibo Non-Food Produktkategorien. Das ist Sportmode, Möbel und Heimtextilien, also Bettwäsche und Co. Ja und wir gucken, wer die Köpfe hinter den Yoga-Hosen, dem ausziehbaren Küchentisch und der Leinenbettwäsche sind. Von Sportexpertin Helen, da habt ihr in der letzten Podcastfolge beim Auftakt des Tchibo-Quali-Checks ja schon gehört, was die aktuellen Sportkleidungstrends sind und worauf man beim Klamottenkaufen achten sollte. Ja und welche speziellen Materialien in Sportkleidung stecken, hört gern nochmal in die Folge rein. Heute sind die Möbel dran. In diese Podcastfolge schon richtig eingewohnt ist Nova Meierhenrich. Schön, dass du dabei bist.

 

Nova Meierhenrich [00:03:14] Ja, hallo.

 

Ralf Podszus [00:03:15] Nova kennt ihr aus Film, Fernsehen und ihrem Schrebergarten vielleicht weniger vom gemeinsamen Grillen dort und mehr von deinem Post dazu oder deinem Buch, "Endlich Laubengirl, mein Abenteuer Schrebergarten". Du warst bei 5 Tassen täglich schon mal mein Gast, hört mal rein in die Folge Abenteuer Schrebergarten. Ja und bei mir ist auch Henning Wilm, er ist Tchibo Produktmanager für Möbel und singen kann der Typ auch, zumindest im Kneipenchor. Ich grüße dich, Henning.

 

Henning Wilm [00:03:42] Hallo.

 

Ralf Podszus [00:03:42] Was für Lieder trällerst du da und vor allem mit wieviel Promille?

 

Henning Wilm [00:03:47] Also, während der Proben haben wir wenig Promille, bei den Konzerten haben wir natürlich schon immer ein Bier mal in der Hand und ganz breit. Also wir singen wirklich von Backstreet Boys über Madsen und haben ein Riesenportfolio an Liedern. Also alles, was man tatsächlich je nach Stimmung in der Kneipe singen möchte.

 

Ralf Podszus [00:04:04] Spannend, ja.

 

Nova Meierhenrich [00:04:05] Ich finds großartig.

 

Ralf Podszus [00:04:06] Ja, weil du immer mitgröhlen würdest auf dem Tisch.

 

Nova Meierhenrich [00:04:08] Sofort.

 

Ralf Podszus [00:04:08] Nova und Henning verraten uns gleich die neuesten Einrichtungstrends, welches Holz besonders pflegeleicht und nachhaltig ist, welches Möbelstück auf keinen Fall zu Hause fehlen sollte und wie man Möbelstücke reparieren lassen kann oder selbst aufmöbelt. Und wir schauen noch mal bei den schönen und reichen so rein in die dicken, fetten Villen, was da so für Trends abgehen. Vorher nehmen wir erst mal einen großen Schluck aus unseren Kaffeetassen, okay?

 

Nova Meierhenrich [00:04:35] Sehr gut.

 

Ralf Podszus [00:04:37] Ich bin Ralf Podszus und ich sitze mit den beiden gemütlich hier in der Tchibo-Zentrale in Hamburg. Nova, du kommst auch aus Hamburg. In welchem Stadtteil wohnst du und ist dein Strebergarten, wie ich immer sage, in Brombeerpflücknähe?

 

Nova Meierhenrich [00:04:49] Ich wohne mittendrin im wunderschönen Eimsbüttel und das schon viele Jahre. Ich bin zugezogene Hamburgerin, so muss man das sagen. Man darf sich als Hamburger ja, oh Gott, man darf sich ja, glaube ich, nach drei Generationen erst Hamburger nennen. Also ich muss hier niemand verärgern.

 

Ralf Podszus [00:05:02] Das ist nicht mehr so eng, das war mal vor 300 Jahren so oder so. Oder bei der Elbchaussee-Dynastie oder rund um die Außenalster vielleicht.

 

Nova Meierhenrich [00:05:08] Wo auch immer.

 

Ralf Podszus [00:05:09] Da wohnt immer derselbe Nachname, ja?

 

Nova Meierhenrich [00:05:11] Ja, ist das so? Okay. Aber auf jeden Fall, mein Garten ist wirklich in der Nähe, was toll ist. Und danach habe ich auch damals geguckt. Ich hatte so ein bisschen die Wahl damals zwischen, wow, du kannst die Dove-Elbe haben und dann bist du direkt mit Wasser Zugang. Und das ist alles ganz großartig. Aber du fährst eine Stunde mit dem Auto und am Wochenende stehst du wahrscheinlich noch im Stau. Oder ein bisschen der Charme der Stadt. Das heißt, das eine oder andere Industriegebäude auch in Sichtweite, wenn man in die falsche Richtung guckt. Dafür aber das Ganze irgendwie um die Ecke und immer erreichbar. Und das ist genau das, was ich wollte. Und das ist der Spagat, den man dann manchmal so ein bisschen machen muss. Dafür bin ich schnell da, gerade bei 30 Grad im Sommer sehr hilfreich, wenn man zweimal am Tag zum Gießen anrücken muss. Also an der Dove-Elbe wäre alles gestorben. Machen wir uns nix vor.

 

Ralf Podszus [00:05:56] Keine Chance, wenn man so ein bisschen hinlatschen muss, das geht einfach immer nicht. Und in Eimsbüttel wohnen, das ist mitunter ja auch eine Herausforderung. Ein Kumpel von mir ist da wieder weggezogen, weil, er hat einfach jeden Tag eine Stunde den Parkplatz gesucht.

 

Nova Meierhenrich [00:06:08] Ja, und jetzt bin ich ja auch noch ganz tolle neue, also seit zwei Jahren Van-Besitzerin. Du kannst dir das Dilemma vorstellen.

 

Ralf Podszus [00:06:15] Dann schläfst du nämlich im Van und guckst immer auf deine schöne Altbauwohnung so hoch.

 

Nova Meierhenrich [00:06:19] Naja, dafür müsste ich einen Parkplatz für den Van finden, um darin schlafen zu können und dann hochzugucken. Also ja, Eimsbüttel hat schon so seine Herausforderungen. Vor allen Dingen jetzt, wo alles Anwohnerparken ist. Und ich habe vor allen Dingen festgestellt, ich wohne somit im kleinsten Anwohnerparkgebiet des ganzen Viertels. Das heißt, wenn du diese drei Straßen, mehr ist es nämlich nicht, abgefahren hast, musst du erst wieder drei Kilometer weit fahren, um in ein Gebiet zu kommen, was dann kein Anwohnerparken mehr ist, weil, es geht ja nicht, dass du eine Straße weiterparkst.

 

Ralf Podszus [00:06:43] Nein, du kriegst sofort ein Knöllchen.

 

Nova Meierhenrich [00:06:44] Das ist ja jetzt dann verboten. Also das Anwohnerparken hat es bei uns ehrlich gesagt sogar schwieriger gemacht. Gerade für einen 6-Meter-Van. Mittlerweile bin ich sehr gewitzt. Ich weiß die Zeiten. Wann sind die Leute zu Hause? Wann nicht? In welchen Stoßzeiten sollte ich das Auto nicht bewegen und bitte stehen lassen? Weil ich nie wieder so einen Parkplatz finde und wann kann ich es wagen, mich auch mal zu bewegen? Es ist ein taktisches Vorgehen.

Ralf Podszus [00:07:06] Ich weiß, Sonntagabend ab 18 Uhr, da weiß ich, ne, wenn du da dann vorher dein Auto nicht geparkt hast, dann schläfst du im Auto irgendwo woanders. Ich hab zwei linke Hände und du hast zwei rechte Hände. Wollen wir mal die eine oder andere Hand tauschen, dann passt das vielleicht besser zusammen.

 

Nova Meierhenrich [00:07:21] Ja, aber ich brauch die, ehrlich gesagt. Ich geb die ungern her.

 

Ralf Podszus [00:07:25] Also meine Family und ich, wir haben schon überlegt, dass wir unseren Schrebergarten wieder verchecken. Der Weg ist nicht das Problem dahin, aber es fällt einfach immer so viel Arbeit an und ich brauche für jede Handarbeit zehnmal so lange, dann verletze ich mich auch gerne dabei. Und du hast deine Terrasse im Garten ja sogar schon selbst gebaut. Also bei dir geht das alles so in vier Sekunden und dann kannst du dich dann doch ins Gras legen und sonnen.

 

Nova Meierhenrich [00:07:47] Nee, so würde ich das auch nicht sagen. Viele Sachen sind für mich ja auch absolute Premieren. Also ich habe vorher, bevor ich den Garten besessen habe, noch nie ein Kompostklo gebaut. Warum auch? Ich habe vorher noch nie eine Terrasse gebaut. Warum auch oder wo? Eine Pergola, Neuland. Jetzt war ich in der Hütte gerade so, als es so geschneit hat und habe mal nach dem Rechten gesehen und habe gesehen, wow, eins der Fenster ist undicht. Wir haben ein Riesenfeuchtigkeitsproblem unter der Fensterbank innen. Da werde ich mir jetzt auch was einfallen müssen. Habe ich es schon mal gemacht? Nein. Ich werd mir YouTube-Tutorials angucken. Ich werd in der Laubengirl Instagram-Blase ein bisschen mit Fragen um mich werfen und hoffen, es kommen gute Antworten zurück. Was eigentlich immer der Fall ist, weil diese Garten-Community eng beieinandersteht. Das ist echt schön. Aber nein, das geht nicht in vier Sekunden. Und auch ich verletze mich. Ich hab schon wegen nem Rosendorn im Daumen im Krankenhaus gelegen. Also, weil, auch ich wusste vorher nicht, dass Rosendornen in einem Daumen beziehungsweise in einem Gelenk das Schlimmste ist, was dir passieren kann.

 

Ralf Podszus [00:08:42] Mach mir keine Angst!

 

Nova Meierhenrich [00:08:43] Ja, also ich habe den Arzt ausgelacht. Ich habe gesagt, ja genau, machen Sie das Ding, ist raus und so, ich brauche eine Salbe. Und er so, äh, nee, also eigentlich müssen wir aufschneiden. Wir lassen Sie jetzt mal zur Beobachtung da und ich hab den für bekloppt erklärt.

 

Ralf Podszus [00:08:55] Den Arm müssen wir abnehmen, Leute.

 

Nova Meierhenrich [00:08:57] Ja, und hab dann gegoogelt, dass das wirklich der Fall ist, weil diese Dornen so komische Bakterien in die Blutlaufbahn transportieren. Und ich bin echt jemand, ich hasse Handschuhe, ich geh da so durch, ich seh immer aus, als ob ich vom Tiger angegriffen wurde im Sommer, weil ich überall zerkratzt bin. Also echt schlecht, wenn man mal ein Abendkleid tragen muss. Ich hab den echt ausgelacht, aber es stimmt, der Garten ist ein gefährlicher Ort.

 

Henning Wilm [00:09:19] Ein Dschungel.

 

Nova Meierhenrich [00:09:20] Ja, und Henning, du hast das selbst schon mal gehabt?

 

Henning Wilm [00:09:23] Ja, ich hab tatsächlich gestern ein Buch gelesen von Bill Bryson und der genau das geschrieben hat, dass man bei solchen Verletzungen in Zukunft nicht mehr genau weiß, ob tatsächlich so Antibiotika wirken werden. Und da wurde genau das angesprochen.

 

Ralf Podszus [00:09:35] Mach mir doch Angst, ich bin doch Hypochonder.

 

Nova Meierhenrich [00:09:37] Du wirst dein Garten doch eh abgeben, hast du gesagt.

 

Ralf Podszus [00:09:40] Ich zünde ihn jetzt wieder an und ich ruf den Gärtner an, wenn was ist. Das ist so meine einzige Chance einfach. Aber die werden immer teurer auch, kann ich sagen.

 

Nova Meierhenrich [00:09:48] Handwerker sowieso.

 

Ralf Podszus [00:09:48] Wahnsinn!

 

Nova Meierhenrich [00:09:49] Wahnsinn!

 

Ralf Podszus [00:09:50] Also, wenn du mal nicht Holzhüttenbalken streichst, weil der natürlich auch mal wieder nach dem 100-jährigen Abschleifen davor lackiert werden muss, dann denkst du wahrscheinlich auch zurück an deine Zeit bei Viva oder Bravo TV, oder? Kommt das immer mal noch ein bisschen durch das Viva-Ding? Die Retrowelle, da gab es auch eine coole Doku.

 

Nova Meierhenrich [00:10:06] Ja, also jetzt in der Retrowelle kam das schon wieder ein bisschen hoch. Andererseits muss man echt sagen, das ist ja 26 Jahre her, 27 Jahre her.

 

Ralf Podszus [00:10:13] Aber du bist doch erst 29.

 

Nova Meierhenrich [00:10:14] Ja, genau. Und das ist natürlich eine echt lange Zeit. Und ich verdränge das immer so ein bisschen. Weil einfach so viel in den letzten Jahren ich andere Dinge gemacht habe. Aber jetzt kam gerade wirklich diese Retrowelle, 30 Jahre Viva. Eine ganz tolle Dokumentation ist das auch geworden. Und dann haben die echt auch noch eine Doku für die ARD gemacht. Und dann saß man natürlich da irgendwie vor und dachte, ja, genau so war es. Mensch, du warst mittendrin. Ach, waren das schöne Zeiten. Also da haben wir so alle ein bisschen auch untereinander telefoniert und sind in der Nostalgiewelle verschwunden.

 

Ralf Podszus [00:10:44] Das alte Backstage betrinken.

 

Nova Meierhenrich [00:10:45] Ja, also ganz ehrlich, man muss auf den Punkt sagen, so wird es nie wieder werden. Das war schön, dabei gewesen zu sein. Diese Zeiten kommen nicht wieder.

 

Ralf Podszus [00:10:53] Siehste, aber bei Henning sind diese Zeiten mit seinem Kneipenchor. Der kann sich nicht abnabeln davon, ja. Er ist nicht wie Nova Schauspieler für Kino und Fernsehen. Du bist hier bei Tchibo zu Hause und du bist Produktmanager für Möbel. Was genau machst du da?

 

Henning Wilm [00:11:08] Genau, also im Grunde genommen haben wir die Idee zu Möbeln und haben ein Team um dieses Thema herum. Und wir entwickeln aus der Idee Möbelstücke.

 

Ralf Podszus [00:11:18] Und wie muss ihr mir das so vorstellen? Ihr sagt jetzt machen wir mal einen runden Schrank, mal gucken was passiert oder was ist das Kreativteam?

 

Henning Wilm [00:11:25] Das kann tatsächlich der Fall sein. Aber meistens ist es so, dass wir uns die Situation der Kundinnen und Kunden vorstellen. Das kann zum Beispiel eine kleine Wohnung sein. Das kann ein Flurbereich sein. Das kann das Wohnzimmer sein. Und dann machen wir uns darüber Gedanken, was könnte in diesem Raum stattfinden? Und dann überlegen wir uns aus was für Materialien wir das Ganze fertigen wollen lassen. Und dann überlegen wir, welche Stoffe wir einsetzen. Dann wird auch viel mittlerweile über die Dimension nachgedacht. Also gerade schmale Dimensionen, wenn man in ein kleines Badezimmer kommt. Und dann geht das über, dann sammeln wir uns zusammen. Wir haben Qualitätsmanager, wir haben im Team Leute, die kommen aus dem Bereich des Handwerks. Wir haben Ingenieure mit dabei. Wir haben Einkäufer mit dabei und dann wächst im Grunde genommen so ein kleiner Strauß an Möbeln. Und das ist das, was wir dann Stück für Stück durcharbeiten. Und am Ende ist das, was man dann im Katalog findet, eine Kollektion.

 

Ralf Podszus [00:12:15] Und Henning, du bist, so steht es hier so ein bisschen auf meinem Spickzettel, ein wenig ein verkannter Star, denn du singst richtig gut, eben, wir haben ja schon drüber geredet, kurz im Hamburger Kneipenchor. Was ist der Kneipenchor?

 

Henning Wilm [00:12:27] Also der Kneipenchor, die Idee kommt eigentlich aus England und das nennt sich Pub Choirs und man hat sich in Pubs getroffen und gemeinsam gesungen. Und vor zehn Jahren ist der Berliner Kneipenchor entstanden und wir haben, ich glaube es waren so drei, vier Monate danach, uns im Kolbenhof in Altona getroffen. Waren ungefähr 30 Leute, vierstimmig, Männlein, Weiblein und haben angefangen erste Lieder zu singen. Und mittlerweile haben wir zehn Jahre, hatten letztes Jahr unser großes Konzert im Knust und sind auf Festivals unterwegs, waren auf dem Apple Garden Festival und treffen uns einmal die Woche und fahren auch regelmäßig auf Probenwochenenden. Und mittlerweile ist es eine Familie geworden und ein ganz breites Portfolio an Liedern und viele Wohlfühlmomente, die man dort hat und das ist der Hamburger Kneipenchor.

 

Ralf Podszus [00:13:07] Ich höre auch so ein bisschen den Van wieder raus, wo ihr so als Band zusammen so durch die Gegend fahrt und dann eine schöne Zeit habt auch.

 

Henning Wilm [00:13:13] Ja so ist es tatsächlich. Also wenn wir auf Festivals unterwegs sind oder auch jetzt Probenwochenenden übernachten einige tatsächlich gerne auch noch in ihren Vans und breites Portfolio, also wirklich auch an Leuten überall verteilt von Lehrern, von Ingenieuren, von Leuten, die ja einfach auch viel rumgekommen sind und das ist immer wieder sehr schön und das Schönste ist tatsächlich gemeinsam aufzutreten.

 

Ralf Podszus [00:13:36] Und auf meinem Spickzettel steht hier ebenfalls noch, dass Nova und Henning später im Podcast noch ein Duett singen würden.

 

Henning Wilm [00:13:42] Das ist natürlich spontan immer möglich. Schauen wir mal.

 

Nova Meierhenrich [00:13:46] Da müssen wir erst noch ne Dusche drumrum bauen, das ist der einzige Ort, wo ich singe.

 

Henning Wilm [00:13:49] Aber das ist ja das Schöne auch im Chor. Du siehst ja, also du bist in einer Gruppe. Also es ist nicht die Einzelstimme, die da zählt, sondern wir sind in einer Gruppe, ja. Das ist das Schöne. Also wirklich, auch wenn man mal eben nicht stimmlich so richtig fit und warm ist, dass du immer aufgefangen wirst von der Gruppe.

 

Ralf Podszus [00:14:07] Henning, was hast du zuletzt gebaut, gebastelt, repariert und warum nicht bei mir?

 

Henning Wilm [00:14:12] Ich komm gerne vorbei, wenn du ein Problem hast. Was hab ich zuletzt gebastelt? Wir haben was gebaut. Das war eine fiktive Forschungsstation am Nordpol bei uns im Garten. Es hatte geschneit. Wir haben draußen alle möglichen Sachen aus der Garage rausgeholt und haben überlegt, wie wohnen oder wie könnten die Forscher am Nordpol wohnen? Haben das in den Sommer versetzt und fingen an, Gartenstühle aufzubauen, Windschutz. Das war das Größere. Und wir haben tatsächlich gestern einen alten Schlitten wieder probiert zu reparieren. Das heißt, ein bisschen geleimt, nochmal zwei, drei Schrauben hochversetzt und ja.

 

Ralf Podszus [00:14:48] Ich hoffe, dass meine Kinder den Podcast nicht hören, weil dann heißt es wieder, toll Papa, du kannst wieder nix. Der baut da rum. Dann hören wir uns doch jetzt mal an, was die Hamburger und Hamburgerinnen auf der Straße so erwarten von Möbeln. Wir haben uns da mal umgehört. Marie und Patricia von Tchibo, die haben gefragt, wo kauft ihr eure Möbel? Was habt ihr zuletzt gekauft? Und kennt ihr überhaupt Tchibo-Möbel? Was ist euch wichtig dabei?

 

Marie und Patricia [00:15:14] Wo kaufst du deine Möbel?

 

Passant [00:15:15] Ich hab erst einmal groß ne Couch geholt und das war bei Riess Ambiente.

 

Passant [00:15:19] eBay-Kleinanzeigen.

 

Passantin [00:15:21] Ich bin ehrlich meistens bei Ikea.

 

Passantin [00:15:23] Normalerweise bei Ebay, Secondhand.

 

Passant [00:15:25] Ikea.

 

Marie und Patricia [00:15:25] Hast du ein Lieblingsmöbelstück und wo hast du es gekauft?

 

Passant [00:15:28] Mein Bett. Wo habe ich mein Bett gekauft? Das ist lange her. Irgendwo im Internet.

 

Passantin [00:15:32] Das ist der Servierwagen über Kleinanzeigen.

 

Passant [00:15:36] Eine Kommode auf eBay Kleinanzeigen

 

Marie und Patricia [00:15:38] Worauf achtest du beim Möbelkauf?

 

Passantin [00:15:39] Dass es relativ simpel meistens gestaltet ist. Also ich mag eigentlich, wenn alles so sehr clean aussieht und dann so ein paar Statementpieces irgendwie mit reintun kann und dass sie einfach, wenn ich sie montieren noch muss, irgendwie, dass sie zu montieren sind.

 

Passant [00:15:52] Inzwischen Nachhaltigkeit, früher Preis und Komfort.

 

Passantin [00:15:56] Dass es schön aussieht, dass es stylisch ist. Ich kaufe gern Vintage.

 

Ralf Podszus [00:16:03] Hört, hört. Viele wissen offenbar noch nicht, dass es auch Möbel bei Tchibo gibt. Dabei sind die Gartenmöbel zum Beispiel sehr beliebt. Haben wir ja auch schon hier im Podcast öfter drüber gesprochen. Henning, seit wann gibt es denn Regale, Betten, Schränke bei Tchibo? Und davon gibt es ja sogar eine Menge.

 

Henning Wilm [00:16:19] Ja, es gibt tatsächlich die Möbel seit 20 Jahren. Ungefähr seit 20 Jahren haben wir angefangen und jedes Jahr werden es mehr. Dennoch probieren wir da das Ganze so ein bisschen zu begrenzen, dass wir weiterhin kuratiert unterwegs sind. Aber seit 20 Jahren sind wir mit Möbeln unterwegs.

 

Ralf Podszus [00:16:35] Und da gibt es ja auch eine Entwicklung, denn da kann man ja schon richtig davon sprechen, was man vorher gemacht hat, wahrscheinlich klein angefangen mit so einer Beistellkommode und jetzt ist es das ganze Haus, das man einrichten kann.

 

Henning Wilm [00:16:46] Also die Entwicklung ist im Grunde genommen wie in vielen anderen Bereichen, zum Beispiel in der Textil oder in diesen Bereichen, wo du einfach immer einem Trend oder einer Idee hinter stehst und wenn man sich die alten Magazine anschaut, sieht man schon eine ganz spannende Entwicklung.

 

Ralf Podszus [00:17:00] Kaffee und Möbel, das passt ganz gut oder? Zumindest kann ich einen Kaffee da drauf stellen.

 

Henning Wilm [00:17:04] Ja, du hast recht. Es ist tatsächlich so, wo trinke ich meinen Kaffee? Oftmals trinkt man seinen Kaffee auf der Couch oder man sitzt gemeinsam an einem schönen Küchentisch oder man trinkt ihn morgens noch im Bett beim Aufstehen. Das ist, glaube ich, so ein bisschen die Verbindung. Man verbindet oft so den Moment, wo findet was statt und da bringt man halt eben Möbel und Kaffee immer ganz gut zusammen.

 

Ralf Podszus [00:17:26] Nova hat ja schon beim Aufstehen den Podcast-Titel von diesem Podcast weggetrunken. Fünf Tassen brauchst du, um überhaupt aus dem Bett rauszukommen.

 

Nova Meierhenrich [00:17:32] Nein, nein, nein. Ich muss schon aufstehen, um an die Kaffeemaschine zu kommen. Eigentlich ist die strategisch gut gestellt in meiner Wohnung, weil ich so dermaßen diese Kaffeetassen brauche, dass ich sehr motiviert bin aufzustehen, um an diese erste Tasse zu kommen, das ist so ein bisschen der Gang des Süchtigen zur Stelle der Ausgabe. Genau, also im Bett liegen bleiben tue ich nur, wenn mir der Kaffee ans Bett gebracht wird. Das ist leider relativ selten der Fall, ehrlich gesagt. Muss ich mal Beschwerde einreichen.

 

Ralf Podszus [00:17:55] Leise Kritik hier, ne?

 

Nova Meierhenrich [00:17:56] Ja, ja, leise Kritik. Nee, aber wirklich, ich bin so wirklich morgens, ich hab so einen Vollautomaten, wirklich mit frischen Bohnen und ich brauche das auch und das ist wirklich der erste Gang so. Ich sag schon immer so, meine Holzparkett-Dielen sind wahrscheinlich auf der Strecke etwas eingemuldet, weil ich diesen Weg jeden Morgen gehe. Ich kann auch das ohne Brille und Kontaktlinsen, ich sehe ja wirklich nix sonst. Ich bin echt blind.

 

Ralf Podszus [00:18:17] Und man möchte ja auch keinen Schritt zu viel machen.

 

Nova Meierhenrich [00:18:19] Ja, aber ich finde den Weg zur Kaffeemaschine. Und dann ist das die erste Amtshandlung, erst mal hochfahren, Wasser. Dann kann ich in der Zeit kurz ins Bad, schon mal irgendwie Zähne putzen. Und dann zurück. Dann ist das Ding hochgefahren. Dann wird die erste Tasse rausgelassen. Dann geht man duschen. Dann kommt man zurück. Dann ist die erste Tasse fertig. Und so mache ich dann immer meine Wege zwischen Kaffeeautomat und dem, was man so tun muss, um das Haus verlassen zu können. Das ist dann meistens einmal, bis der Wassertank durch ist. Und das sind so fünf Tassen.

 

Ralf Podszus [00:18:41] Ein Leben rund um den Kaffeevollautomaten. Und das plant dann ja auch der Möbel-Designer irgendwie so in der Wohnung. Das soll ja schon einen präsenten Platz dann geben für das Gerät.

 

Henning Wilm [00:18:50] Ja, das ist richtig. Meistens hat man die Maschine in der Küche stehen. Einige haben es im Schlafzimmer, je nachdem, wie die Geräusch ...

 

[00:18:58] Da geht das nachts an. Oder um 3 Uhr, Milch nachfüllen.

 

Henning Wilm [00:19:03] App gesteuert, App gesteuert. Gerade die Vollautomaten machen natürlich dieses klassische Summ-Geräusch, wo der Kaffee gemahlen wird. Für manche ist es ein schönes Geräusch und es gehört zu dem Morgen dazu. Aber das ist der Ort oder im Wohnzimmer hat man oft seine Maschine jetzt stehen. Sie nimmt tatsächlich so ein bisschen den Raum auch manchmal mit ein.

 

Ralf Podszus [00:19:22] Wir sind in der Möbel-Folge und da möchte ich jetzt mal hören Henning, was sind denn so die Möbel-Bestseller bei Tchibo?

 

Henning Wilm [00:19:28] Wir haben, also gerade natürlich, wenn man in die Räume reingeht, das Badezimmer spielt bei uns eine große Rolle. Wir haben hier eine Serie, die nennt sich Eklund. Das ist so, dass wir mit dem Holzgestell arbeiten, mit Spanplatten. Wir haben in den Dimensionen darüber nachgedacht, ein schmales Bad zu haben, viel Stauraum mit einzugeben. Ich brauche meistens ein WBU, das ist dieser Schrank, den du unter das Waschbacken stellst. Du brauchst einen Schrank, der an einem Teil mal geöffnet ist, wo man sein Radio mit reinstellen kann. Ich hab zum Beispiel eine kleine Öffnung für Stromanschluss. Das ist sehr erfolgreich. Aber wir haben auch solche Einzelpieces, das sind für mich immer so Wohlfühlartikel. Wir haben zum Beispiel mal ein Regal entwickelt, bei dem man seine Yoga-Utensilien andrappieren, andekorieren kann. Und ich finde aber auch, und das läuft auch gut, das ist ein Bücherturm, der sich drehen lässt. Viele Bücher haben mittlerweile ein sehr schönes Cover.

 

Ralf Podszus [00:20:21] Je nachdem welchen Besuch man hat, schnell die Schundromane nach hinten drehen, das Nova-Buch nach vorne schieben.

 

Nova Meierhenrich [00:20:26] Ja absolut, damit kriegt man Pluspunkte.

 

Henning Wilm [00:20:29] Und das ist natürlich auch aus der Idee heraus, Sachen auch zu zeigen und gerne auf etwas draufzuschauen. Und auch da wieder ein bisschen eine Klappe noch mit eingebaut. Da kann man zum Beispiel ein paar Getränke reinstellen. Und das sind auch die Dinge, die wirklich gut laufen.

 

Ralf Podszus [00:20:43] Bei uns haben wir gerade so einen Badezimmer Vollabriss gehabt, also wirklich richtig Rohbau und das waren auch harte Wochen und es hat nicht nur drei Wochen gedauert und jetzt überlege ich für die eine Ecke mir auch so einen Badezimmer-Schrank noch zu holen, der aber auch wirklich drei Meter nach oben gehen darf, aber sowas gibt es wieder nicht, das habe ich nirgendwo gefunden.

 

Henning Wilm [00:21:00] Also drei Meter ist tatsächlich ziemlich hoch.

 

Ralf Podszus [00:21:01] 2,30, aber gibt es auch schon nicht.

 

Henning Wilm [00:21:02] Genau, das ist tatsächlich so, dass wir die Durchschnittshöhen, da sind wir so bei 1,80 Meter, da findest du gut was. Und oben kannst du natürlich immer noch mal gut einen Korb abstellen. Oder wenn man Reinigungsmittel hat, kann man das oben draufstellen.

 

Ralf Podszus [00:21:17] Hast du schon mal Tchibo-Möbel gesehen, Nova? Kennst du da was?

 

Nova Meierhenrich [00:21:21] Natürlich, und ich hab gerade im letzten Herbst erst eine neue Beach Lounge gestaltet in meinem Schrebergarten mit einem Tchibo-Möbel, mit einem Strandkorb, den ich von Tchibo geholt habe. Und genau, und hab eine schöne Beach Lounge kreiert, weil der Sandkasten, da war der kleine Mann etwas rausgewachsen, der Sohn meiner Freundin. Und dann haben wir überlegt, wie können wir das machen? Dann hab ich mir was überlegt. Ich möchte Sand erhalten und trotzdem langsam etwas erwachsener mit meinem Rosé in der Sonne abends sitzen. Und dabei gerne den anderen beim Krabbeln zugucken.

 

Ralf Podszus [00:21:48] Wie hast du das vorher gemacht?

 

Nova Meierhenrich [00:21:50] Dann haben wir uns immer auf den Rand dieses kleinen Sandkastens alle gesetzt und hatten hinterher immer extreme Rückenschmerzen, weil wir uns so nach unten beugen müssen. Und jetzt sitzen wir entspannt in diesem Strandkorb, gucken auf die Würmer vor uns am Wühlen. Super. Und haben dabei ein Glas Rosé in der Hand. Also ich kenne das natürlich total und ich habe auch einiges in meiner Wohnung verbaut, gerade so Badezimmerartikel und was ich immer total toll finde, sind auch alles, was mit Storage zu tun hat. Also ich bin ja ein großer Fan, auch wenn ich es nicht durchhalte, aber ich bin ein großer Fan von Sortieren, Aufbewahrungsmöbeln, Organizer-Möbel, weil ja doch viel weg zu organisieren ist, ob es jetzt im Kleiderschrank ist oder in der Bürowand oder so. Ich habe eine riesengroße Bücherwand, die auch dazu dient, meine Akten und so unterzukriegen und ja, da braucht man schon manchmal clevere Lösungen und da war ich schon das ein oder andere Mal bei Tchibo.

 

Ralf Podszus [00:22:39] Henning, was sind da so die Bestseller? Also du hast das Badezimmer eben schon erwähnt, da wäre ich jetzt gar nicht erst mal so draufgekommen. Ich hatte gedacht so irgendwie Wohnzimmer, aber bestimmt Badezimmer ist ja nicht unwichtig. Da muss alles sehr platzsparend auf jeden Fall auch eingerichtet werden. Was geht so am besten weg? Und ich habe auch, als ich hier eben eingekommen bin, so ein Yoga-Regal in Augenschein nehmen können. Das ist auch wahrscheinlich ganz beliebt mittlerweile.

 

Henning Wilm [00:23:01] Das bringt das ein bisschen zusammen. Yoga ist beliebt, viele machen Yoga. Ich finde auch Yoga-Utensilien sehr schön. Und das eben auch so ein bisschen zu zeigen. Genauso, wenn man zu Hause ist und jemand liest gerne, dann zeigt man vielleicht gerne seine Bücher. Das funktioniert gut. Wir haben auch ein Regal, was man sehr praktisch an die Tür oder hinter die Tür stellen kann, was wie ein kleiner Winkel aufgebaut ist, das funktioniert gut. Was auch immer gut funktioniert, sind einfach diese kleinen Sachen. Nova hat es schon gesagt, diese Stauraum-Funktion ist wichtig, einen Couch-Tisch zu haben mit einer Klappe, wo man was verschwinden lassen kann. Wir haben auch einen Wandschrank mit einer Klappe, wo man praktisch einen Tisch draus machen kann. Wir haben die Möglichkeit, dass man die Tische, die wir haben, auch erweitert mit einer einfachen Funktion. Auch die Situation hat man oft, zwei Zimmerwohnung, nicht so viel Platz, immer einen großen Tisch dort zu haben, aber wenn Gäste und Freunde kommen, dass man dann eben das erweitern kann. Und das ist ein Riesenthema. Also in Deutschland tatsächlich ist die Funktion ein ganz, ganz wichtiger Aspekt bei den Möbeln.

 

Ralf Podszus [00:24:01] Jetzt versetzen wir es mal in die Käufer- und Käuferinnenlage. Nehmen wir an, mir ist es endlich gelungen, eine schöne Zwei-Zimmer-Wohnung zu ergattern als Berufsanfänger oder nach einer Scheidung. In der Großstadt gar nicht so einfach. Wie sollte ich die möblieren?

 

Henning Wilm [00:24:16] Im Grunde genommen ist es so, dass man schon damit anfängt, die Grundausstattung sich zusammenzustellen. Das ist ein Kleiderschrank, das ist ein Bett, das ein Sofa. Ich finde aber auch, dass es ganz wichtig ist, dass man sich immer ein Wohlfühlmöbelstück dazustellt. Das kann ein schöner Sessel sein, das kann ein schöner Tisch sein. Ich finde einen Tisch ganz wichtig, weil, am Tisch findet einfach viel statt. Man spricht, man trifft sich, man arbeitet. Das ist so das, was man zusammenstellt. Dann auf jeden Fall das Thema, finde ich auch wichtig, zu schauen, dass man Ordnung reinbekommt, gerade in einer kleineren Wohnung. Und da guckt, dass es eben nicht zu viel in den Raum reingeht, dass ich mal ein schmaleres Regal finde. Und auch hier gucke, dass ich diese Sachen immer auch gut wieder auf- und abbauen kann. Und das ist eben gerade beim Umzug und meiner 2-Zimmerwohnung, vielleicht zieht man dann zusammen, ein ganz guter Aspekt.

 

Ralf Podszus [00:25:06] Wie ist das so bei dir eingerichtet, Nova? Ein Leben rund um den Kaffeevollautomaten zu Hause.

 

Nova Meierhenrich [00:25:10] Ja, definitiv, nein, ich kann eigentlich fast alles, was Henning gesagt hat, unterschreiben. Also für mich ist Wohlfühlen einfach echt ein großes Thema. Und in Hamburg hier habe ich eine Altbauwohnung, was für mich schon einen Großteil des Charmes einfach ausmacht. Ich meine, das mag man oder mag man nicht. Für mich war es immer ein Traum, weil vorher in Städten wie Köln oder Essen war das jetzt nicht gerade so verfügbar. Und ich finde es wichtig, einen großen Tisch zu haben. Das ist für mich wirklich wichtig, weil ich super gerne Freunde dahabe. Ich liebe es, in meiner Küche zu sein. Das ist ja auch immer so ein Treffpunkt. Auch da muss also so ein Gemütlichkeitsfaktor für mich rein. Es muss Sitzgelegenheiten geben. Ich habe zum Beispiel unter der Fensterbank Sitzgelegenheiten kreiert mit großen Kissen und all so Sachen. Und ich mische halt gerne. Bei mir ist, glaube ich, die Einrichtung so eine Mischung aus auch alten Teilen. Also ich bin auch ein großer Fan von Möbeln, die schon gelebt haben. Also ich liebe es, über Flohmärkte zu gehen. Auch was Kleidung angeht, aber auch was Möbel angeht. Antiquitätenläden. Oder so was wie Stilbruch, ja, also so, man sagt Sozialkaufhaus, glaube ich, wo so Räumungsverkäufe landen oder so. Ich bin so ein kleiner, ich liebe es so zu entdecken und so. Und wenn man dann halt so einen Grundeinrichtungsstil hat, der ist bei mir so ein bisschen zwischen, wenn wir sagen, Hygge, Scandi, hell, aber auch trotzdem gemütlich mit einem alten Schaukelstuhl dann daneben oder so, immer mal wieder so was fürs Auge zu haben, wo das Auge landet, was gemütliches Licht finde ich wahnsinnig wichtig. Licht kann alles verändern. Du kannst genau gleich eingerichtet sein. Aber wenn du das Lichtkonzept änderst, indirekte Beleuchtung finde ich wichtig. Ich finde auch schöne Lampen toll. Ich finde Lampen sind wirklich Kunstwerke. Da gucke ich dann auch immer drauf. Ja, und ich liebe es ständig zu verändern. Also ich bin echt der Typ Mensch, der morgens aufwacht und sagt Och, das könnte auch mal wieder anders. Und dann gehe ich echt in den Baumarkt. Das ist mein Lieblingsort auf diesem Planeten, der Baumarkt. Und, ich muss als Entschuldigung sagen, ich habe drei Brüder und einen Ingenieur als Vater. Ich komme aus der Nummer nicht raus. Das ist echt genetisch.

 

Ralf Podszus [00:27:03] Beim Baumarkt bin ich sowas von raus.

 

Nova Meierhenrich [00:27:04] Ich liebe Baumärkte mehr als jede Schuhboutique und dann gehe ich dahin und kaufe Farbe und alles und dann komme ich zurück, dann räume ich aus und dann wird auch jeder am Telefon den ganzen Tag über abgewimmelt. Nen ne ich. Ach, du streichst gerade. Ja okay, du streichst gerade wieder. Ist okay. Wir melden uns in zwei Tagen.

 

Ralf Podszus [00:27:17] Also bis auf den Baumarkt, muss ich sagen, ich hatte erst gedacht, dass wir zusammenwohnen, kann ich das fast so unterstreichen, irgendwo, jetzt kommen wir von der großen Altbauwohnung zurück zu kleinen Räumen, wo aber auch große Menschen leben und gerade in der Großstadt ist es sowieso mit ein Problem, mit Wohnungen zu kriegen und auch kleine Wohnungen, das ist nicht so einfach. Was hast du da so für Ideen, für Lösungen Henning, kleine Räume, große Menschen?

 

Henning Wilm [00:27:40] Ja, also bei großen Menschen ist es oftmals so, dass sie zumindest schon mal große Füße haben. Das heißt, dass man darauf Rücksicht nimmt.

 

Ralf Podszus [00:27:45] Und du weißt, wovon du sprichst. Du bist ja auch 2,24 Meter groß ungefähr.

 

Henning Wilm [00:27:48] Schuhgröße 46. Genau, solche Themen. Aber natürlich auch Sachen, man hat vielleicht einen Schrank, wo man bestimmte Höhen braucht, so wie du es sagtest, dass man Sachen gut verstauen kann. Bett ist natürlich bei der Größe auch immer entscheidend, also dass man eine vernünftige Größe hat. Auch das Thema von zu Hause arbeiten, obwohl das gar nicht so viele Deutsche tatsächlich tun, aber dass man auch hier einen vernünftigen Schreibtisch hat mit den vernünftigen Höhen. Das sind Themen, wo man schon drauf eingeht. Wir sitzen in Norddeutschland, hier sind die Menschen tendenziell sehr groß, aber verteilt auf die Republik ist es so, das ist immer ganz spannend, auch die Kommentare in der Bewertung der Artikel da, was die Dimension betrifft, ein tolles Feedback bekommen. Wir selber stehen auch immer vor den Möbeln und überlegen, wie würde man das nutzen? Komme ich gut ran? Ein großes Thema immer, können Kinder hochklettern, können sich Kinder verletzen? Das heißt, die Möbel sind auch immer angeschraubt. Und ich glaube, das, was Nova auch sagt, dieses Umdekorieren. Dass man schon auch ein Möbelstück hat, was in allen unterschiedlichen Räumen mal stehen kann. Gerade so ein Sessel, der kann mal im Schlafzimmer stehen, der kann aber auch mal im Flur stehen, wenn ich den Platz habe. Er kann in der Küche stehen. Das machen auch ganz viele. Das bringt auch Spaß, gerade so zu der dunklen Jahreszeit. Dann habe ich noch eine tolle Leuchte. Oder ich hole mir irgendeinen Artikel, wo ein bisschen Farbe drin ist. Farbe würde ich auch immer einsetzen, egal ob groß, klein. Das bringt auch immer noch so einen kleinen Kick und das würde ich so in dieser Situation gedanklich mit reinspielen lassen.

 

Nova Meierhenrich [00:29:10] Und ich finde ja gerade Farbe macht es einem wahnsinnig einfach, den Look der ganzen Wohnung zu ändern. Also zum Beispiel du brauchst kein neues Sofa, aber du hast vielleicht im Winter das Farbkonzept für dich gehabt, die Kissen alle vielleicht in, weiß ich nicht, was, auf Bordeaux-Rot oder auf Naturtönen. Und dann kommt auf einmal der Frühling und du denkst, irgendwie möchte ich Helligkeit reinbringen und gehst dann in Richtung Mint-Grün oder so. Und das ist dann halt auch kostenmäßig sehr überschaubar, aber trotzdem kannst du in einem Raum mit vielleicht noch einer gestrichenen Wand passend dazu einen komplett neuen Look verschaffen und bringst die Möbel auch wieder ganz anders zum Strahlen und denkst auch, oh nee, die Couch kann ich ja doch noch behalten. Also so, weil irgendwie habe ich den Look sehr schnell geändert. Deshalb sind Accessoires im Möbelbereich finde ich auch so wahnsinnig wichtig.

 

Henning Wilm [00:29:50] Ja, Accessoires, oder wo wir Richtung Frühling gehen, aber auch mit Pflanzen zu arbeiten. Auch die Wandfarbe, du hast ein Taupe. Dann stellst du davor ein Möbelstück, was gut funktioniert. Die Angst, sich zu nehmen, eine Wand zu streichen, ist keine allzu große Herausforderung. Man stellt die Möbel weg, klebt es ab. Es gibt tolle Wandfarben. Gerade im Baumarkt stöbern und ausprobieren und sich nur ein kleines Stück mit Farbe anzumalen und hinzuhalten und dann wirkt es wieder ganz anders, je nach Tageszeit. Man kann die Leute immer nur ermutigen, probiert Sachen aus. Stellt euch mal was hin, lasst es wirken, stellt es in andere Räume. Genauso tun wir es auch. Wir haben hier einen großen Keller, wo wir ganz viele Szenen in Anführungsstrichen nachbauen. Wir experimentieren auch ganz viel mit Farben und haben hier auch ganz viele Creme-Farben gefunden. Das bringt Spaß.

 

Ralf Podszus [00:30:39] Das stelle ich mir auch richtig lustig vor, wie ihr euch dann einfach da so alle im Tchibo-Keller trefft und dann wird da rumgeheimwerkelt.

 

Henning Wilm [00:30:45] Ja, so ist es. Wir haben richtig eine Werkbank und dann wird geschraubt, dann werden Platten ausgetauscht, wir lassen uns Muster schicken. Wirkt auch natürlich auf Holz immer ganz anders. Also ich schleife was ab und dann male ich es neu an. Auf Metall wirkt es anders. Wir arbeiten jetzt auch mit Acryl, haben jetzt so eine Idee, was so in so einem richtig kräftigen Rot zu machen. Und dann stelle ich mir darauf eine grüne Pflanze vor. Also das ist schon, womit man spielt. Und dann muss man natürlich auch gucken, wie funktioniert es mit anderen Möbeln? Aber auch dieser Mix. Man sollte nicht vorgeben, wie hast du dich einzurichten. Manchmal auch die älteren Artikel oder Sachen, die man hat, das hat ja auch eine Geschichte. Ich bin auch sehr gerne zum Beispiel bei Stilbruch und gucke mich da um. Da gibt es manchmal echt Schätze.

 

Nova Meierhenrich [00:31:27] Was der eine nicht mehr mag, ist bei einem selbst in der Wohnung dann das Highlight.

 

Henning Wilm [00:31:32] Total. Auch wenn man das vielleicht gar nicht darf, aber wenn Sachen an die Straße gestellt werden. Da gibt es Dinge, wo man sich wundert, weshalb und ja, ein bisschen Farbe, einen Besuch im Baumarkt, bisschen Schmirgelpapier.

 

Ralf Podszus [00:31:42] Das darf man dann einfach nicht wegnehmen, wenn es einem gefällt.

 

Henning Wilm [00:31:48] Ich glaube nicht. Es sind immer ein bisschen die Details. Dass man beim Schuhregal guckt, dass Schuhgröße 46 gut draufpasst. Dass man beim Schreibtisch auf die Höhen achtet. Das Ganze ist natürlich immer ein Stück weit auch genormt, also es gibt so bestimmte Richtlinien, wonach wir auch arbeiten und das ist auf jeden Fall ein Thema. Ein Bett ist natürlich ein Thema, aber ich finde auch einfach so, sich ein bisschen Platz zu verschaffen, einen Tisch noch mal ausklappen zu können, das sind so die Themen.

 

Ralf Podszus [00:32:17] Der Kauf welcher Möbel lohnt sich immer für jede Lebensphase?

 

Nova Meierhenrich [00:32:21] Ein Bett. Und ich finde, also wir wissen ja alle, die meiste Lebenszeit verbringen wir wirklich im Bett.

 

Ralf Podszus [00:32:27] Sollte man eigentlich so machen.

 

Nova Meierhenrich [00:32:29] Ja, es ist glaube ich auch so, auch wenn du, keine Ahnung, auch, wenn du dich gegen wehren würdest, ist es glaube ich trotzdem so. Und ich find, ein Bett ist auch wirklich etwas, da darf man auch was investieren, weil, man verbringt so viel Zeit da und Schlaf ist so wichtig. Und das muss wirklich ein Wohlfühlort sein. Also ich finde man kann bei vielem Kompromisse machen und sagen, mache ich später oder das leiste ich mir ein anderes Mal und so. Aber, ein Bett mit einer Matratze, wo ich mich wohlfühle. Das hat jetzt nichts mit Geld zu tun, gibts auch für ein schmaleres Budget, aber da finde ich, das ist so das Ding, da muss man, das muss passen.

 

Ralf Podszus [00:33:00] Ist auch irre wichtig, wir werden in dieser Miniserie Tchibo-Quali-Check auch in der nächsten Folge noch ausführlich über das Bett reden und auch über die richtige Matratze. Also das ist wirklich sehr entscheidend, da könnt ihr auf jeden Fall euch dann auch schon mal drauf freuen. Was meinst du Henning, welches Möbelstück darf auf gar keinen Fall fehlen in jeder Lebensphase, was ist so superwichtig?

 

Henning Wilm [00:33:19] Es ist für mich immer, neben dem Bett natürlich, ein schöner Esstisch. Also wo man gemeinsam mit Freunden sitzt, wo man alleine auch mal sitzt, sich mit Freunden trifft, ein Glas Wein trinkt, wo sich alle versammeln, wo man Sachen bespricht, wo man diskutiert, wo man lacht. Also ein Tisch ist für mich ganz, ganz wichtig.

 

Ralf Podszus [00:33:35] Auch schnell eine Ramsch-Ablagesituation wieder schaffen.

 

Henning Wilm [00:33:38] Aber auch das gehört dazu, wirklich so ein bisschen Chaos zu schaffen. Und wenn man irgendwie Sachen zusammensucht und sich organisieren möchte. Und bei den Maßen immer zu gucken, dass man nicht zu weit voneinander entfernt sitzt. Das ist schön und dann natürlich ein guter Stuhl, wo man ein bisschen versacken kann. Und ja, Tisch ist absolutes Muss.

 

Ralf Podszus [00:33:57] Was sind die Wohntrends 2024, Nova? Lass uns da mal hinschielen.

 

Nova Meierhenrich [00:34:03] Puh, ich kanns jetzt natürlich nur aus so meiner Wahrnehmung sagen. Ich finde ja, dass Schwarz gerade extremst wieder im Kommen ist.

 

Ralf Podszus [00:34:11] Warum? Die 80er sind zurück, um Gottes Willen, schwarze Teller und Besteck.

 

Nova Meierhenrich [00:34:15] Ja, aber ich habe das Gefühl, es kommt leichter zurück. Es geht halt so ein bisschen in diesen Industrial Style gerade, also auch, ich weiß nicht, ob Henning, ob du das bestätigen kannst, Holz in der Mischung mit schwarzem Metall und also da so ein bisschen diesen Industrie-Flair reinzukriegen, aber trotzdem warm zu bleiben und leicht in der Bauweise, also luftig und ja, gezielt halt mit schwarzem Geschirr und schwarzen Accessoires oder so ein bisschen was Edles auch reinzubringen. Es hat ja schon was sehr elegantes Schwarz, ne? In den 80ern haben wir es dann kombiniert gehabt mit so Goldfüßen und allem Drum und Dran und Glastischen. Ich glaube, das ist so ein bisschen durch. Been there, done that. Brauch es nicht nochmal. Aber ich mag das, was gerade so auf dem Markt ist, weil es geht auch wieder in Richtung Scandi, hat ja auch viel in dieser Richtung. Also wenn du jetzt nach Kopenhagen zum Beispiel mal fährst, da ist ganz viel auch in der Ladeneinrichtung oder wenn du irgendwo hingehst oder Restaurants und so. Ganz viel dieses Holz mit schwarzem Metall, leichten Elementen, tollen Lampen.

 

Ralf Podszus [00:35:12] Auch neue Büros machen das.

 

Nova Meierhenrich [00:35:12] Ich liebe das. Ich liebs total und jetzt sehe ich es auch immer mehr im Einzelhandel sozusagen zu kaufen für den Konsumenten. Und zwar nicht mehr nur in dem Designer-Range, wo du Tausende von Euros zahlen musstest, sondern wirklich für jeden.

 

Henning Wilm [00:35:27] Ja, das ist richtig. Also im Badezimmer hat man das schon, wo halt eben auch über die Armaturen das Schwarz reinkommt. Und genau diese Leichtigkeit, dass es nicht zu schwer ist, also die Kombination mit Holz. Aus Skandinavien kommt auch dieses Thema und auch mal ein Holzfuß drunter zu setzen. Das ist die eine Strömung. Die andere Strömungen ist tatsächlich Farbe, also wirklich viel mit Farbe zu arbeiten, zu mischen. Insgesamt ist das Thema Scandi immer noch hochrelevant, weil es sich einfach, ja, es ist gar nicht ein Trend, sondern es ist wirklich so ein Einrichtungsstil. Und Trends sind natürlich auch immer sehr schnelllebig. Im Möbelbereich hat das andere Zyklen. Ich bin aber auch ein großer Fan davon, Schwarz zu kombinieren, immer mal einen schwarzen Artikel oder auch mit Glas dann zu arbeiten.

 

Ralf Podszus [00:36:09] Ja guck, da kommst du doch wieder in die 80er-Jahre.

 

Henning Wilm [00:36:10] Ja, es kommt alles wieder. Es kommt wirklich alles wieder!

 

Ralf Podszus [00:36:13] Auch nach 20 Jahren Möbel bei Tchibo kann man ja vielleicht jetzt wieder die Dinge anbieten, die ganz zu Anfang vielleicht so angesagt waren. Das passt dann zur Retrozeit.

 

Henning Wilm [00:36:21] Aber so ist es auch. Wir gucken tatsächlich und manchmal hat ein Artikel auch zu der Zeit noch nicht so funktioniert. Aber in der Mode macht man es ähnlich. Also wenn man so in die Secondhand-Läden geht, findet man immer wieder Sachen und macht eine Neuauflage dessen. Aber genau diese Geschichte mit Skandinavien, es gibt ein ganz tolles Festival. Das ist das Three Days of Design Festival in Kopenhagen, wo wir auch unterwegs sind. Und genau da findest du diese Strömungen. Form ist auch ein großes Thema. Also wir hatten viel dieses Thema organische Formen. Das ist dann beim Tisch so ein bisschen auch so eine Schweizer Kante. Das heißt, auch hier haben wir eine Entwicklung, die einfach schön ist und ganz viel ist immer dieses Wohlfühlen. Also wirklich auch nochmal davor zu stehen und selber zu sagen, vielleicht ist es nicht Trend, aber es ist einfach ein schöner Artikel. Und ganz wichtig Funktionalität. Also das ist nicht wegzudenken.

 

Ralf Podszus [00:37:09] Henning, Tchibo ist bekannt für das Thema Nachhaltigkeit und Qualität, in diesem Fall wohl auch Langlebigkeit. Wie äußert sich das bei den Möbeln?

 

Henning Wilm [00:37:20] Grundsätzlich ist es natürlich so, dass man darauf schaut, wie ist das Möbelstück konzipiert. Ist es so verarbeitet, dass es ordentlich Gewicht aushält, wenn ich zum Beispiel einen Schrank habe? Ist es so konzipiert, dass ich es gut auf- und abbauen kann? Aus was für Materialien ist es zusammengesetzt? Holz per se ist natürlich schon etwas, wo man sagt, das ist nachhaltig, weil es ein nachwachsender Rohstoff ist. Dabei ist es wichtig, darauf zu achten, wo kommt das Holz her? Also hier auch eben mit entsprechenden Zertifikaten und Labels zu arbeiten. Und was auch wichtig ist, ist die Möglichkeit, Sachen zu reparieren. Entweder selber zu repariert, im Baumarkt noch mal was nachzuleimen. Oder in der Verbindung, sind das Metallverbindungen, die nicht wegbrechen. Das ist ein wichtiger Aspekt, der damit reingeht. Wir schauen uns mit normalem, gesundem Menschenverstand neben diesen ganzen Tests ein Möbelstück an und sagen, macht das so Sinn? Und ich finde, nachhaltig und langlebig spielt auch so ein bisschen mit rein, kann ich das Möbelstück auch woanders noch mal einsetzen. Und habe ich hier einfach gute Funktionen und Ideen drin, die den Nutzen einfach lange lange erhalten. Ähnlich wie ein Kleidungsstück. Da gibt es auch Sachen, die man einfach gerne trägt, die mal lange trägt. Die sich gut ja auch reinigen lassen, dass die Oberflächen sich gut reinigen lassen. Und ganz wichtig eben, wenn mal was kaputt geht, dass man auch die Möglichkeit hat, hier das auszutauschen.

 

Ralf Podszus [00:38:37] Viele eurer Möbel sind made in Germany. Was heißt das genau?

 

Henning Wilm [00:38:41] Genau, also das bedeutet im Grunde genommen, dass wir in Deutschland diese Möbelstücke produzieren. Wir haben hier Partner und Werke, die auch nach neuesten Methoden sehr effizient produzieren und wir halt hier auch im Verbrauch, was die Energie betrifft, gut aufgestellt sind und natürlich insgesamt kurze Wege. Also das heißt, die Spanplatte beispielsweise in Deutschland, das Werk befindet sich nebenan, das wird dann kommissioniert. Das heißt, die einzelnen Spanplatten-Elemente werden zusammengefügt und auch dieser sehr enge Kontakt zu den Produzenten, was wir ebenfalls natürlich zu den Produzenten in Asien haben, aber mal vorbeizufahren, auszuprobieren, das ist, glaube ich, was bei Made in Germany bei uns dahintersteht.

 

Ralf Podszus [00:39:26] Wie checkst du neue Möbelstücke aus, Nova? Gibts da No-Gos für dich? Was müssen die so alles können? Ich hab eben von Henning gehört, die müssen auch mal was aushalten.

 

Nova Meierhenrich [00:39:35] Ja, also auf jeden Fall. Ich finde schon, also es kommt ein bisschen darauf an, suche ich ein Wohlfühlmöbelstück, die finde ich meistens, die suche ich nicht. Also ich bin auch, was Kleidung angeht, oft nicht der, wenn ich in die Stadt gehen würde und weiß, ich brauche heute eine rote Hose, werde ich alles finden, nur nicht eine rote Hose. Es ist einfach so. Und das ist bei Möbeln, finde ich, ähnlich. Also ich habe zum Beispiel so einen ganz tollen alten Schaukelstuhl, so einen wirklich auch in Antiquität. Den ich bei einer Galerieeröffnung habe stehen sehen, durch Zufall. Und dann war es Liebe und dann habe ich den so lange bequatscht, bis er mir seinen Schaukelstuhl verkauft hat.

 

Ralf Podszus [00:40:08] Wie schaffst du das denn?

 

Nova Meierhenrich [00:40:10] Das ist super. Das ist genauso, wie ich den Baustoffhändler um die Ecke vom Schrebergarten bequatscht habe bei ihm, dass ich gebrauchte Paletten für meine Paletten-Sofa-Lounge kaufen kann, weil ich es nicht eingesehen habe, 30 Euro pro Palette im Baumarkt zu bezahlen. Ich fand das so einen Wahnsinn. Und dann habe ich den so lange nebenan, meinte, so, ich wohne doch Gegenüber und im Schrebergarten. Na, und im Endeffekt hatte ich sie für 5 Euro das Stück dann. Und er hat sie mir noch in den Garten gebracht. Also, es war richtig, richtig gut.

 

Ralf Podszus [00:40:34] Und aufgebaut. Und er streicht sie alle zwei Jahre.

 

Nova Meierhenrich [00:40:36] Nein, nein, nein. Das habe ich natürlich alles gemacht. Nein, also so funktionale Sachen, wenn ich sage, ich weiß, ich brauche etwas, wirklich dringend, finde ich es selten, bin ich ganz ehrlich. Aber ich finde gerade bei so Sachen wie einem Tisch zum Beispiel, der muss was aushalten. Also mein Tisch ist auch massive Holzplatte und der hat zum Beispiel in dem Fall schwarze Metallbeine, aber sehr, sehr organisch und sehr wohlfühlig und eine raue Oberfläche, die nicht zu glatt ist, also wirklich so, wo ich auch ein Weinglas hinstellen kann und das darf einen Rand machen. Also meine Tische dürfen Geschichten erzählen. Ich bin jetzt auch nicht jemand, der mit einem Feudel dahinterhergeht die ganze Zeit. Und sowas muss natürlich belastbar sein oder ein Bett oder so. Aber es gibt natürlich auch Sachen, die müssen nicht lange halten. Das ist eine Modeverliebtheit auf den ersten Blick. Und man weiß, in einem Jahr hat man sich vielleicht eh leid gesehen. Dann ist es jetzt nicht so schlimm, wenn dann auch dann nach einem Jahr das Beinchen abgebrochen ist und dann leime ich es vielleicht auch in dem Fall nicht nochmal. Ich finde, das hat immer so ein bisschen was damit zu tun. Was soll dieses Möbelstück eigentlich in deiner Wohnung für ein Ziel haben? Also ist das was Langfristiges oder ist das Liebe oder ist das einfach nur ein kleiner Trend, der auch wieder vorbeigeht, an dem man sich satt sieht und davon hängt dann auch ab, wie lang das bei mir halten muss. Aber grundsätzlich bin ich ein Reparierer, ein Upcycler. Ich habe wirklich auch eine Kommode bei mir. Die habe ich, glaube ich, in den letzten 20 Jahren schon dreimal umgestrichen und dann kommen neue Kommodenknöpfe dran. Dann holt man sich mal Porzellanknöpfe und so. Ich habe mal Fotos gesehen, das ist eine Schlafzimmerkommode, die sieht wirklich komplett anders aus in den 20 Jahren, dreimal. Und im Endeffekt habe ich sie von meiner Uroma geerbt.

 

Ralf Podszus [00:42:05] Sehr nachhaltig.

 

Nova Meierhenrich [00:42:06] Ja, sehr nachhaltig. Ich fahre mein Auto auch seit 24 Jahren. Ich bin echt nachhaltig.

 

Ralf Podszus [00:42:13] Henning, wie sehe ich als Kunde oder als Kundin, wie so die Qualität von einem Möbelstück ist? Ob es was taugt? Ich stelle mir das klassisch deutsch vor, da geht man mit einem kritischen Blick dreimal drum rum und dann haut man mit dem Hacken noch mal kurz dagegen und sagt zum Verkäufer, hmmhmm. Wie kann ich so checken, was taugt dieses Möbelstück, was ich da holen möchte? Beim Liebesschaukelstuhl ist klar, da macht man keinen Check. Man muss ja auch so funktionale Möbel haben.

 

Henning Wilm [00:42:39] Ja, also wenn du online ein Möbelstück kaufst, ist es tatsächlich schwer zu sehen, weil es gut fotografiert ist. Ich finde, wenn du ein Möbelstück aber vor Ort siehst, ist ja, der klassische Rüttel-Check, also wirklich mal auszuprobieren.

 

Ralf Podszus [00:42:48] Ich stell mir das wie bei Loriot bei Ödipussi vor, wo er drei Minuten braucht, um diese Schublade aufzukriegen.

 

Henning Wilm [00:42:48] Genau, aber Schubladen ist ein Riesenthema. Das ist ähnlich, wie wenn man eine Tür auf- und zumacht. Dass eine vernünftige Schubladenführung dahintersteht, dass die Schublade unter Gewicht gut rein- und rausläuft. Ich finde auch interessant zu schauen, aus was für Materialien das Ganze gefertigt ist. Auch die Verbindungen, wo befindet sich was. Daran kann man das gut erkennen. Natürlich spielt auch die Bedeutung der Marke eine Rolle. Dass man ein gewisses Vertrauen in eine Marke hat. Und eben auch weiß, okay, die arbeiten nach den und den Standards. Und darauf wird geachtet. Und daran erkennt man das ganz gut. Und gerade, wo jetzt so diese Erbstücke angesprochen worden sind, und das muss man sagen, damals wurde mit unglaublich viel Sorgfalt und Liebe einfach auch ein Möbelstück gebaut. Es ist tatsächlich so, dass auch in der Art und Weise, wie gebaut wurde, es ganz interessante Techniken gibt, die man heutzutage sich wieder anguckt. Da ist zum Beispiel eine Stecktechnik ganz interessant. Also, dass man wirklich sehr, sehr schnell auf- und abbauen kann. An solchen Sachen holt man sich auch viel Inspiration und daran kann man ja auch ein bisschen festmachen, ob es ein gutes Möbelstück ist oder nicht.

 

Ralf Podszus [00:43:56] Welche Zertifikate habt ihr bei Tchibo und was ist das Tchibo-Qualitätsversprechen?

 

Henning Wilm [00:44:00] Ja, also bei den Zertifikaten haben wir natürlich alle oder halten wir alle geltenden Normen und Richtlinien. Die setzen wir um. Also dahinter stehen Zertifikate. Jetzt ist es so, dass wir eine ganze Reihe davon haben. Ein etwas Bekannteres ist vielleicht das FSC-Label. Und das steht einfach für verantwortungsvolle Waldwirtschaft. Das heißt, man weiß, woher das Holz kommt. Und das ist eben auch ganz, ganz wichtig. Auch wenn es ein nachwachsender Rohstoff ist, ist es, so dass traurigerweise ganz viele Regionen mit einem hohen Holzbestand einfach, ja, abgeholzt werden. Gerade in Regenwaldregionen, wo eben auch nicht nur die Bäume stehen, sondern auch ganz viele Tiere sind. Das ist, wie ich finde, eines der wirklich ganz wichtigen Labels. Das Qualitätsversprechen, wenn man sich das Möbelstück 360 Grad mal anschaut, du fängst damit an, es aufzubauen, dass du es vernünftig aufbauen kannst, dass du eine vernünftige Aufbauanleitung hast. Dann das Thema Funktionalität, dass du das gut einsetzen kannst, die Schublade lässt sich gut öffnen, Der Regalboden sackt nicht durch. Dann haben wir auf jeden Fall auch immer noch mit drin das Thema Sicherheit, also dass es wirklich auch sicher ist. Und es gibt Fälle, wo wir geschrieben bekommen haben, ein kleines Kind ist die Kommode hochgeklettert und sie ist nicht umgekippt, sie ist nicht zusammengebrochen. Auf jeden Fall nicht nachahmen, aber auch darauf wird sehr streng geachtet, gerade bei Möbeln, wenn es um Kinderzimmer geht. Und dann ist einfach auch nochmal wichtig, dass es möglichst lange einfach eingesetzt werden kann, also wirklich eine Dauerbelastung ausgesetzt ist in den Tests. Und wenn wirklich mal was an dem Möbel nicht in Ordnung sein sollte, können sich die Kundinnen und Kunden bei uns an den Kundenservice wenden. Die haben die Möglichkeit eben nachzuschauen, ob es hierfür noch Ersatzteile gibt. Und ich finde auch dieses ganz klassische Reparieren, also wirklich mal in den Baumarkt zu fahren, ein Foto zu machen. Und man hat dort Leute, die wirklich sich auch gut auskennen und zu sagen...

 

Ralf Podszus [00:45:49] Nein, die gibt es nicht. Es gibt nie einen Baumarktverkäufer. Das ist eine Illusion, das ist ein Aberglaube.

 

Henning Wilm [00:45:55] Doch, da gibts ganz Tolle!

 

Nova Meierhenrich [00:45:58] Ich finde auch, da gibt es ganz Tolle. Man muss sie manchmal suchen, aber dafür gibt es ja dann so Klingeln öfter. Jetzt ist die neue Kundenservice-Initiative, dass man überall so Klingeln hat. Dann kannst du klingeln, dann kommt meistens ein Mitarbeiter.

 

Ralf Podszus [00:46:08] Das ist kein Witz. Nachdem ich eine Stunde schreiend durch den Baumarkt gegangen bin, hab ich endlich einen gefunden, der aus einer anderen Abteilung war. Dann hab ich gesagt, da hinten ist nie einer, weil er sagte, er ist von woanders. Dann hat der zu mir gesagt, doch, da sind zwei. Aber die nehmen auch die Jacken ab, dass man sie nicht gleich erkennt. So, das machen die nämlich. So sieht es aus. Und dann kommen sie alle zu dem armen Tropf dann immer, weil er hat seine Jacke an,

 

Henning Wilm [00:46:29] Ja, aber das ist genau das, also wirklich auch Sachen noch mal zu reparieren. Und gesunder Menschenverstand, also wir gucken noch mal drauf. Ich habe eine ganz tolle Kollegin, die kommt aus dem Schiffsbau, die hat vorher die Inneneinrichtung für Kreuzfahrtschiffe gemacht. Und die hat ein ganz anderes Verständnis auch noch mal. Und wir müssen das natürlich herunterbrechen. Also bei uns ist natürlich ein Badezimmer ganz anders, wie das auf einem Kreuzfahrtschiff ist. Aber so diese Vorstellung, wie läuft eine Schublade. Und das ist so die Summe unseres Qualitätsversprechens.

 

Ralf Podszus [00:46:57] Jetzt hab ich voll Bock auf das Tchibo-Bullauge. Was wir jetzt auf jeden Fall noch machen, wir schauen mal in die Welt der Schönen und Reichen. Da gibt es ja auch interessante Wohntrends, vielleicht jetzt nicht für alle erschwinglich, aber ein paar Dinge, die setzen sich dann auch in unserem normalen Alltag nieder und werden dann hier vielleicht auch Trend, Stichwort, Möbel komplett übernehmen. Oder was gibt es da noch so? Kannst du uns da mal aufklären, Nova?

 

Nova Meierhenrich [00:47:22] Ja, also unser Wohnungsmarkt oder Immobilienmarkt oder Einrichtungsmarkt in Europa funktioniert zum Beispiel ganz anders als in den USA. Hier verkaufst du Häuser leer oder eine Wohnung leer, du suchst einen Nachmieter, keine Ahnung, du kommst in so eine total kahle Wohnung und dann ist erstmal deine Fantasie gefragt, pass ich hier rein, passen meine Möbel hier rein? Wie soll das alles sein? Okay, die Raufaser denke ich mir jetzt weg. Das ist schon manchmal echt schwierig und in Amerika ist das einfach seit Jahrzehnten komplett anders. Immobilien werden komplett eingerichtet verkauft. Also du kommst zu einer Besichtigung einer Wohnung oder eines Hauses und das ist komplett eingerichtet. Und du kannst im Regelfall die komplette Einrichtung auch übernehmen, wenn du möchtest. Gerade wenn man oft Häuser wechselt, und da sind wir dann bei der Einkommensklasse, die du gerade angesprochen hast. Man hört ja ständig, ja, der hat sich ein neues Haus gekauft und der hat eine neue Villa und hier. Die lassen dann auch alles da drin und gehen in eine neue Villa. Da ist alles genau so, also wirklich bis zum Küchentischstuhl. Alles perfekt, jede Lampe, Kissen, Bettwaren.

 

Ralf Podszus [00:48:19] Weißt du, diese Badebürste vor dir hat Taylor Swift halt am Rücken hin und her geschrubbt.

 

Nova Meierhenrich [00:48:23] Ja, also bei den Hygieneartikeln wird man es wahrscheinlich austauschen, aber grundsätzlich ist es so und ich finde es eigentlich von daher ganz spannend, dass du halt dir wahnsinnig gut vorstellen kannst, wie Räume funktionieren, wie sind Größenverhältnisse, ich glaube, das ist ja, wenn du gerade auch umziehst oder den Ort wechselst, ist das ganz schwierig, manchmal sich vorzustellen, passt diese Couch da jetzt rein oder wie groß ist dieser Küchenblock, den ich mir wünsche, ist der eigentlich machbar in dieser Küche oder ist es dann doch zu schmal? Und da wir ja hier dann doch anders funktionieren in Europa, kommt trotzdem ein Trend gerade rüber und der nennt sich Staging. Also gerade wenn es darum geht, teurere Immobilien zu verkaufen, gibt es eine Firma, es gibt Staging-Firmen, so nennt sich das, die die einmal kurz für den Verkauf einrichten. Also nur dann für diese Wohnungsbesichtigungen sind diese Immobilien, diese Wohnungen komplett auf höchstem Niveau wunderschön eingerichtet und es wird dann, wenn es verkauft wird, alles wieder rausgenommen, es sind also Leihmöbel. Es sind also Inneneinrichter, die kommen für gewisse Anlässe nur dafür. Und ich finde, es ist mein Traumberuf.

 

Ralf Podszus [00:49:18] Das ist aber auch ein bisschen frustrierend, wenn du dann das alles so schön siehst und dann ziehst du da ein, dann ist wieder alles kahl.

 

Nova Meierhenrich [00:49:23] Ja, aber du kannst es ja, wenn du möchtest, abkaufen. Ich glaube, die Option besteht immer, dass du sagst, ich behalte das oder so. Aber grundsätzlich geht es darum, dir ein Gefühl zu verschaffen. Wahrscheinlich sind das gute Makler dann auch vorher, die ungefähr wissen, wie ist denn der Stil des Kunden, in welche Richtung geht der, die würden da jetzt nicht jemand, der auf Scandi steht, irgendwie eine orientalische Einrichtung reinpacken, so, ne. Also es wird schon im Sinne des Kunden gemacht. Und ich finde es total toll. Ich muss ja auch sagen, ich habe während meines Studiums in diesem schwedischen Möbelhaus gearbeitet und habe da mein Studium mitfinanziert und ich habe es da schon geliebt, durch diese Ausstellungen zu gehen und da mitzutapezieren und zu machen. Also an mir ist echt ein Raumausstatter verloren gegangen. Stell dich gerade erst fest. Also wenn jemand mir eine DIY-Sendung geben will oder so, Fixer Upper in Deutsch, falls ihr das mal vorhabt, ich bin dabei.

 

Ralf Podszus [00:50:07] Cool, also ja, warum nicht diese Leidenschaft dann da leben, das würde ich mir auch spaßig vorstellen. Aber wenn ich dann so eine komplett möblierte Wohnung übernehme, dann würde ich nur mit Henning da reingehen, weil da traue ich dann nicht, ob die Qualität so gut ist von den Möbeln. Das soll nur der Schein sein vielleicht. Da möchte ich auch wissen, hält der Schrank, was er da verspricht. Das sehe ich vielleicht ein bisschen kritisch.

 

Henning Wilm [00:50:29] Also das, was Nova sagt, ist schon richtig. Man kriegt vor allem eine gute Vorstellung dessen, wie könnte so ein Raum funktionieren. Wenn man oft in diese leeren Wohnungen reingeht, dann fehlt schon die Vorstellung. Was wir auch oft machen, ist bei Wohnungsannoncen zu gucken, wie wohnen die Leute zu Hause, was haben sie dort drinstehen. Das ist die Idee, die dahintersteht. Man kann alles wieder entfernen lassen. Ich hab es bei einer Wohnung hier in Hamburg auch gehabt. Da haben die kleine Preisschilder auch dran gehabt. Du kannst eine Wohnung für 40.000 Euro komplett so übernehmen. Und Wohnungskauf oder auch der Kauf einer Wohnung oder eben auch die Kombination, es ist viel Zeit. Es ist nicht so, dass man so ein Möbelstück mal eben kauft. Sondern man lässt es in den Gedanken schweifen. Es sei denn, es ist der Spontankauf, dass man einen Artikel sieht: sofort haben. Aber gerade beim Tisch, ich finde es sehr emotional. Also das ist ein Möbelstück, löst Emotionen aus und sei es jetzt das Bett oder halt eben auch ein schöner Esszimmertisch.

 

Nova Meierhenrich [00:51:29] Aber da kann ich jetzt auch schön sagen, was ich für einen Käufer bin, weil dieses Anfassen-Sehen-Vorstellen ist ja echt wichtig. Ich habe mein Bett in einem Hotel gekauft.

 

Ralf Podszus [00:51:38] Hast du vorher drin geschlafen?

 

Nova Meierhenrich [00:51:39] Ja genau und ich bin ein schlechter Schläfer und dadurch, dass man fast jeden Tag den Ort wechselt, beruflich und so ist das echt ein Thema bei mir Schlaf, erholsamer Schlaf. Und ich bin morgens aufgewacht und es war ein so tolles Gefühl in diesem Bett, also nicht nur die Bettauflage, die Kissen, alles. Ich habe echt am nächsten Tag alles runtergerupft und geguckt und so und dann bin ich unten zur Rezeption und habe gesagt, wo kann ich das kaufen?

 

Ralf Podszus [00:52:01] Nova kauft überall, wo sie ist, immer alles weg, irgendwelche Schaukelstühle, Betten.

 

Nova Meierhenrich [00:52:03] Nein, aber weil das Erlebnis des Schlafes so gut war, und das war richtig kompliziert zu dem Zeitpunkt noch, weil das noch nicht üblich war. Aber die haben es dann wirklich möglich gemacht. Es war eine Hotelkette, Frankreich based und die kriegten halt ihre Möbel alle aus einer Hand sozusagen. Und ich habe das komplette Bett gekauft mit Bettwaren damals und Auflage. Und mittlerweile, wenn ich da wohne, auf dem Nachtisch steht echt so eine Liste, sie können alles, was sie hier sehen, käuflich erwerben. Du kannst jetzt offiziell die Kissen kaufen, die da sind. Weil ich wahrscheinlich nicht die Einzige war. Ja, so habe ich mein Bett gefunden. Also dieses Anfassen, erlebbar machen.

 

Ralf Podszus [00:52:38] Ich überlege oft sogar Kopfkissen mitzunehmen, weil ich unzufrieden bin über Hotel-Kopfkissen. Dann hast du da neunzehn Kopfkissen.

 

Nova Meierhenrich [00:52:43] Das ist das andere Extrem, so seinen eigenen Kopfkissenbezug habe ich immer im Koffer.

 

Ralf Podszus [00:52:49] Aber man schleppt ja eh zu viel mit, also Respekt, dass du das dann durchziehst. Ich überleg das jedes Mal immer nur, weil ich zuhause auch.

 

Nova Meierhenrich [00:52:54] Ich nehme nur den Bezug mit. Das hilft auch schon.

 

Ralf Podszus [00:52:56] Ich hab wirklich so richtige gute, gesunde, harte, tolle Kissen, die kann man sich tatsächlich auch so mitnehmen. Da gibts so richtige, die sind schon so eingepackt. Ja, aber das kann ich nicht alles schleppen, aber das ist nicht so unspannend tatsächlich. Und einen guten Tipp für dich, die nächste Podcastfolge, 5 Tassen täglich da, wirst du hören, wie du noch besser schlafen kannst. Da gibts nämlich tatsächlich auch Tipps und Tricks, was man mit Decken und Bettwäsche so machen kann.

 

Nova Meierhenrich [00:53:20] Das ist echt ein wichtiger Aspekt. Alles rund um Betthygiene ist sehr wichtig für einen guten Schlaf.

 

Ralf Podszus [00:53:26] Und Henning, ich komm zurück auf die Schönen und Reichen mit den voll ausgestatteten möblierten Wohnungen. Klar, macht das natürlich auch viel Freude, wenn man gleich so was fertig sieht. Wir in Deutschland sind aber leider besenrein. Das fasst dieses Land vielleicht zusammen, wenn man dann die Wohnung übergeben muss oder wenn man in diesen kahlen Bau da kommt. Wir sind besenrein. Vielleicht ändern wir uns da ja in ein paar Jahren auch und werden ein Ticken cooler. Das macht es vielleicht dann auch schöner in diesem Land. Das Erleben vom Wohnen und so.

 

Henning Wilm [00:53:55] Anfassen, also zum Beispiel an Oberflächen rieche ich auch gerne, also wie riecht Holz und...

 

Nova Meierhenrich [00:54:01] Anfassen ist wichtig. Haptik ist so wichtig, weil, ich bin bis heute Buchleser und kein E-Book-Reader. Ich brauche das Gefühl bei einem Küchentisch oder bei Oberflächen, auch die du oft gebraucht hast. Da möchte ich einmal fühlen. Mein Couchtisch, das muss was sein, was ich gerne anfasse, weil ich jeden Tag damit in Kontakt bin.

 

Henning Wilm [00:54:20] Bin ich voll bei dir. Oder Zirbenholz im Bettbau. Beruhigt, senkt den Blutdruck. Man kennt das aus, das Wasser mit einer Zirbenholz Kugel. Aber das ist ein wichtiger Aspekt. Oder auch Stoffe. Sehr sensibel ist die Handoberfläche oder das Gesicht, dass man sein Gesicht drauflegt. Vielleicht nicht auf den Tisch, aber auch das kann passieren. Aber das finde ich ...

 

Ralf Podszus [00:54:44] Wenn Henning wieder in den Wald geht und Bäume umarmt, ja.

 

Nova Meierhenrich [00:54:47] Einfach so, wie sich das anfühlt, wenn man nach dem Kneipenchor auftritt, dann mit der Backe drauf gelandet ist.

 

Ralf Podszus [00:54:52] Der wacht ja jeden Tag so auf in der Kneipe.

 

Nova Meierhenrich [00:54:54] Ja, ja, genau, deshalb ist das wichtig für ihn, wie es sich anfühlt.

 

Henning Wilm [00:54:59] Und da sind wir aber wieder bei diesem echt Emotionalen. Und je länger man sich damit beschäftigt, das ist einfach so. Also man hat schon echt eine emotionale Beziehung zu den Sachen.

 

Ralf Podszus [00:55:08] Ja, auf jeden Fall. Ich hab zwei upgecycelte alte Industriefässer vom Hamburger Hafen als Wohnzimmertische, ja, mit knalligen, schönen Farben. Was da alles drinsteckt. Und wo ist das Ding schon hin und her gereist? Und man weiß es nicht. Und wie giftig ist es eigentlich, denke ich jetzt gerade drüber nach. Aber egal, es sieht auf jeden Fall schön aus und macht was her. Und es hat eine Geschichte, dieses Ding, auf jeden Fall.

 

Henning Wilm [00:55:30] Wir haben einen Hochzeitsschrank geschenkt bekommen. Der kam aus dem 16., 17. Jahrhundert aus einer Bauernfamilie. Der war so schwer. Wir konnten nicht umziehen damit. Wir haben ihn verkauft. Die Möbelpacker haben den nicht in die Wohnung bekommen. Mussten sie dann in Hamburg einlagern. Dann haben wir jemanden gefunden, der gesagt hat, den stelle ich mir einmal hin. Aber auch da, es wurde massiv gebaut. Zu schwer sollte ein Möbelstück nicht sein. Auch da gibt es mittlerweile viele Ideen, wie man Möbelstücke leichter auch macht. Aber ja, es ist eine bunte Welt und es bringt auch Spaß einfach.

 

Ralf Podszus [00:56:03] Spaß hat auch diese Podcastfolge gemacht. Super Übergang, oder?

 

Nova Meierhenrich [00:56:08] Total, grandios.

 

Ralf Podszus [00:56:08] Danke, Nova und Henning, für diese Podcastfolge. Ich bin in Sachen Inneneinrichtung auf jeden Fall wieder ein Stück schlauer geworden. Ich bin der schlau gewordene Ralf Podszus und ich hoffe, dass auch ihr eine gute Zeit mit uns hattet. Wenn euch dieser Podcast gefällt, lasst gerne einen Like da oder abonniert ihn gleich überall dort, wo es Podcasts gibt. Zum Beispiel bei Apple Podcasts, RTL Plus oder Spotify. Gleich gehen wir noch mal zu Barista Indre. Ich hab gehört, du trinkst deinen Kaffee auch gern mal mit Schuss, Henning. Warum wundert mich das nicht?

 

Henning Wilm [00:56:42] Das ist ein kleines Geheimnis, aber klar, Kneipe und ein kleiner Schuss mit rein, das kann schon mal sein.

 

Ralf Podszus [00:56:47] Hast du dir jetzt verdient, wir haben sehr viel Kluges von euch beiden gehört und sehr viel Inspirierendes vor allem. Was für ein Schuss kommt denn da gleich am liebsten rein in deinen Kaffee?

 

Henning Wilm [00:56:55] Ja, also heute ist es morgen, Montagmorgen, also da wird es Milch sein.

 

Nova Meierhenrich [00:56:59] Ein Grund mehr für den Schuss würde ich sagen.

 

Henning Wilm [00:57:05] Nein, also es bleibt doch die Ausnahme, aber es ist so ähnlich wie beim Tee, also dieser klassische Tee und ein bisschen Rum mit rein. Am Wochenende, es ist auch eher für den Geschmack.

 

Ralf Podszus [00:57:14] Dann gehen wir jetzt Kneipenchor-singend alle runter zu Barista Indre.

 

Station Voice [00:57:23] 5 Tassen täglich, der Tchibo-Podcast. Ihr habt Fragen oder Anregungen zu dieser Podcastfolge? Wir freuen uns auf eure E-Mail an podcast@tchibo.de