Podcast

#137 Verpackungstories (1/2): Es ist kompliziert!

27. März 2026 - Kaffee frisch halten, Aroma schützen, Transport aushalten – klingt erstmal nach „einfach gut verpacken“. Ist in Wirklichkeit aber ziemlich anspruchsvoll. In der neuen Folge von „5 Tassen täglich“ sprechen unsere Kolleginnen Helena Teuber von Staden (CTP-C) und Jasmin Duensing (CTP-N) über ein Thema, das oft von Verbraucherinnen und Verbraucher nicht bedacht wird: die Kaffee Verpackung.  Die beiden zeigen: es ist hochkomplex, so einfach lässt sich das Thema nicht abwickeln!

Helena und Jasmin lieben Kaffee, gerne 5 Tassen am Tag, wen wundert's?

Helena entwickelt mit ihrem Team des Coffee Packaging Developments Verpackungen für ganze Bohne, gemahlenen Kaffee und Instantkaffee, Jasmin verantwortet die Kapselverpackungen. Schnell wird klar, dass Verpackung viel mehr als nur die einfache Hülle ist. Sie schützt Kaffee vor Sauerstoff, Licht und Feuchtigkeit, muss transportfähig sein und soll gleichzeitig möglichst nachhaltig und ressourcenschonend daherkommen. 

Zwischen Technik, Tüftelei und Alltag

Wie kommt man überhaupt darauf, sich um die Verpackung zu kümmern? Helena erzählt, warum sie etwas „Handfestes“ machen wollte und in der Verpackungstechnik ihre kreative Ingenieursdisziplin gefunden hat.


„Ich finde es total spannend, dass man durch den Supermarkt geht und seine Ergebnisse sieht. Die Verpackung ist etwas, das einen im Alltag begleitet und dann auch einfach sehr komplex sein kann, wenn man einmal tiefer einsteigt.“ - Helena Teuber-von Staden


Jasmin beschreibt ihre Arbeit charmant als „Basteln gegen Geld“ – wobei es bei Kapseln natürlich um deutlich mehr geht: Sie müssen nicht nur schützen, sondern auch in der Maschine präzise funktionieren und zum perfekten Tassenergebnis beitragen.


„Die Kapsel verpackt nicht nur den Kaffee und schützt ihn über die Zeit der Lagerung, bis er konsumiert wird, sie muss auch in der Maschine letztendlich funktionieren. Das fängt mit dem Anstechen an und geht über die Brühung hinweg und sorgt auch dafür, dass (wenn das Material richtig gewählt wird), die Cremabildung unterstützt wird. Und am Ende das perfekte Tassenergebnis entstehen kann“ - Jasmin Duensing

Nachhaltig? Ja. Einfach? Eher nicht.

Verpackung geht selbstverständlich Hand in Hand mit Nachhaltigkeit: Das Team arbeitet an der perfekten Lösung, einfach ist es aber nicht. Leicht, recyclingfähig, materialeffizient oder biobasiert – je nachdem, worauf man schaut, sieht Nachhaltigkeit anders aus. Genau das macht Verpackungsentwicklung so komplex.

Kreativität gefragt

Und weil gute Ideen nicht immer am Schreibtisch entstehen, wird in Workshops auch mal bewusst anders gedacht: Wie würden denn Pippi Langstrumpf, Daniel Düsentrieb oder Iron Man ihre Verpackungen aufbauen? Klingt vielleicht merkwürdig, führt aber zu echten Denkanstößen – zum Beispiel für intelligente Verpackungen mit Frischesensoren, die vom Team weitergedacht werden.

Kurz gesagt: Verpackung ist kompliziert. Aber genau deshalb auch ziemlich spannend.

Jetzt reinhören in die aktuelle Folge von „5 Tassen täglich“!

Transkript

Verpackungsstories (1/2): Es ist kompliziert!

Helena von Staden  [00:00:04] Tatsächlich liegt es in der Definition, was eigentlich eine nachhaltige Verpackung ist. Ist eine nachhaltige Verpackung eine Verpackungen, die sehr gut recycelbar ist? Ist eine gute und nachhaltig Verpackung eine Verpackung, die leicht ist und CO2 einspart? Oder ist eine nachhaltige Verpackung eine Verpackung aus biologisch abbaubaren Materialien oder biologischen gesourceten Materialien? Das ist eigentlich so die größte Herausforderung mal zu definieren. Was finden wir gut und nachhaltig?

Jasmin Duensing [00:00:30] Die größte Herausforderung bei den Kapseln ist, dass es immer ein Zusammenspiel im Gesamtsystem ist. Die Kapsel erfüllt auch eine Funktion. Also es verpackt nicht nur den Kaffee und schützt ihn über die Zeit der Lagerung. Und das ganze Zusammengespiel sozusagen ist das, was mich ziemlich reizt an diesem ganzen Thema.

Station Voice [00:00:53] 5 Tassen täglich, der Tchibo Podcast.

Ralf Podszus [00:01:01] Bevor wir unsere 5 Tassen täglich genießen können, passiert eine ganze Menge. Ja, euer geliebtes Heißgetränk, was da so sanft und warm, gemütlich in eurer Tasse hin und her schaukelt, das muss vorher auf seiner langen Reise zu euch gut eingepackt sein. Und der Kaffee, der hat da echt schon einiges hinter sich. Vor dem Einschenken in eure Tasse wird der Kaffee angebaut, geerntet, verarbeitet, geröstet und irgendwann steht er dann bei uns im Regal oder in der Küche. Und dazwischen liegt ein Moment, über den man selten nachdenkt. Die Verpackung. Denn Kaffee, das ist ein ganz empfindliches Produkt: Licht, Feuchtigkeit und Sauerstoff, die können sein Aroma ziemlich schnell ruinieren, und zwar komplett. Die Verpackung, die muss also weise gewählt werden. Gleichzeitig erwarten wir heute, dass Verpackungen möglichst nachhaltig, recyclingfähig und ressourcenschonend sind. Kurz gesagt, eure Kaffee-Verpackung muss ein Genie sein, sie muss nämlich ganz schön viel können. Die Kaffeeverpackung schützt das Aroma, sie vermittelt Informationen, sie sorgt dafür, dass der Kaffee transportiert werden kann und sie soll möglichst wenig Ressourcen verbrauchen. Bei Tchibo arbeitet deswegen ein ganzes Team daran, Verpackungen ständig weiterzuentwickeln. Ja und weil hier euer Podcast für Kaffee und Nachhaltigkeit ist, verbinden wir beim Thema Verpackung wieder genau das: Kaffee und Nachhaltigkeit – und alles, was dazugehört. Ich bin Ralf Podszus und bei mir sind jetzt zwei aus dem Tchibo Verpackungs-Team: Helena von Staden und Jasmin Duensing. Ich grüße euch beiden.

Helena von Staden  [00:02:35] Hallo!

Jasmin Duensing [00:02:36] Hallo!

Ralf Podszus [00:02:37] Was seid ihr jetzt genau für Verpackungen-Expertinnen? Was macht ihr?

Helena von Staden  [00:02:40] Also ich arbeite mit meinem Team an der Entwicklung von guten und nachhaltigen Verpackungen für unsere ganze Bohne und gemahlenen Kaffeeprodukten und Instant-Kaffee.

Jasmin Duensing [00:02:50] Und ich kümmere mich mit meinem Team um die Kapselverpackungsthemen.

Ralf Podszus [00:02:55] Helena, Jasmin, schön, dass ihr da seid.

Helena von Staden  [00:02:57] Vielen Dank.

Jasmin Duensing [00:02:58] Danke. Wir freuen uns.

Ralf Podszus [00:03:00] Verpackungskünstlerinnen. Ja, seid ihr alle so kleine Christos? Also, alles perfekt verpacken, verhüllen? Ist das auch so ein bisschen Kunst für euch?

Helena von Staden  [00:03:08] Leider nicht richtig, also es ist immer ein hartnäckiges Gerücht, dass man sich als Verpackungsentwicklerin gerne mit bunten Verpackungen oder Geschenkpapierverpackungen beschäftigt.

Ralf Podszus [00:03:16] Aber du könntest jetzt auch Ja-Produkte-Designer sein, da musst du nicht so viel machen, ne? Sieht immer gleich aus.

Helena von Staden  [00:03:21] Das sieht immer gleich aus, aber technisch ist es trotzdem herausfordernd. Aber mit der Gestaltung an und für sich beschäftigen wir uns tatsächlich wenig.

Jasmin Duensing [00:03:29] Ich sag immer, ich werde fürs Basteln bezahlt.

Ralf Podszus [00:03:33] Aber das finde ich schön, ja. Und basteln ist ja auch entweder hassen oder lieben. Kennen wir noch alle aus der Schule. Manch jemand hat da eine Befähigung zu und für die ein oder andere ist das absolute Grauen zu basteln.

Jasmin Duensing [00:03:45] Tatsächlich.

Ralf Podszus [00:03:46] Wart ihr früher also auch immer schon hochbegabt im Kunstunterricht? - Arbeit und Technik hieß das bei mir auch mal eine Zeit lang.

Jasmin Duensing [00:03:52] Begabt nicht, aber ich hab's immer gerne gemacht und viel Spaß dabei.

Helena von Staden  [00:03:55] Und bei mir in der Tat, ich war in der Schule großer Fan vom Kunstunterricht und auch gleichzeitig vom Physikunterricht und hab dann, um ehrlich zu sein, in der Verpackungstechnik auch mein Zuhause gefunden, aus dem Grund.

Ralf Podszus [00:04:06] Das ist schon in der Schule entstanden. Hast du gedacht: Ach, cool.

Helena von Staden  [00:04:09] Ja, mir war das irgendwie wichtig, dass ich in der Oberstufe schon weiß, was ich machen möchte. Und meine Eltern haben mir sehr mitgegeben, dass das was Handfestes sein muss. Die wollten eigentlich, dass sich eine Ausbildung mache. Deshalb war schnell klar, es muss irgendeine Ingenieurswissenschaft werden. Und dann habe ich für mich die Kreativste gesucht und das war für mich die Verpackungstechnik.

Ralf Podszus [00:04:25] Ich habe schon in deinem Lebenslauf auch gemerkt, Helena, du bist sehr strukturiert, für dich ist das alles sehr wichtig und du liebst auch Excel-Tabellen. Das finde ich ja per se sehr verdächtig und mal gucken, ob du es schaffst, trotzdem noch sympathisch in dieser Folge rüberzukommen.

Helena von Staden  [00:04:39] Tut mir leid, ich hab lang überlegt, ob ich's sage, aber ja. Ich liebe Strukturen und Pläne, ja.

Ralf Podszus [00:04:43] Und das muss auch alles gerade sein, ne? So eine quadratische, so eine rechteckige Excel-Tabelle, das ist schon cool, ne.

Helena von Staden  [00:04:50] Das finde ich gut, wenn das gerade ist. Ich finde auch gut, wenn es das richtige Farbschema hat. Also, dass das optisch anspricht, das ist mir am Ende schon wichtig.

Ralf Podszus [00:04:57] Für mich das absolute Grauen. Ja, ich muss ganz ehrlich sagen, ich hasse Excel. Also, es ist nicht schön. Wir werden nie eine Liebe zusammenfinden - Excel und ich. Bevor wir loslegen, da kommt natürlich erst mal das Wichtigste: Kaffee. Schon mal völlig unverpackt, direkt gebrüht in der Tchibo Kaffeeakademie. Ja, was ist in euren Tassen drin?

Jasmin Duensing [00:05:17] In meiner Tasse ist ein klassischer Filterkaffee.

Helena von Staden  [00:05:20] In meiner Tasse ist ebenfalls Filterkaffee, allerdings mit einem kleinen Schuss Milch.

Ralf Podszus [00:05:24] So, der Podcast heißt ja 5 Tassen täglich, wie viel drückt ihr euch so rein?

Helena von Staden  [00:05:29] Normalerweise mindestens fünf Tassen, also eigentlich bin ich in so einem Zahlenpensum unterwegs, dass ich es nicht richtig zählen kann. Aktuell aus Schwangerschaftsgründen muss ich dem Ganzen ein bisschen Einhalt gebieten, deshalb ist es unter fünf Tasten, aber normalerweise rechne ich auch eher ein Kenntchen als in Tassen.

[00:05:43] Ich bin auch bei vier bis sechs, aber es sind Becher und keine Tassen.

Ralf Podszus [00:05:47] Führst du da auch eine Excel-Liste drüber, Helena, was da so an Kaffeekonsum jeden Tag anfällt?

Helena von Staden  [00:05:52] In dem Fall besser nicht.

Ralf Podszus [00:05:54] Helena, du beschäftigst dich beruflich damit, dass Kaffee geschützt und frisch bei den Kunden und Kundinnen ankommt. Das klingt jetzt erst mal simpel, ist doch jedoch ziemlich komplex. Wie bist du in die Welt der Verpackungsentwicklung gekommen? Und schon das Wort Verpackungentwicklungen, das klingt ja nicht so verlockend. Warum lässt es dennoch bei dir das Herz höher schlagen?

Helena von Staden  [00:06:15] Also ich war schon immer auch interessiert an Umweltthemen und für mich war das auch sinnvoll, so ein Umweltthema von vorne anzugreifen und nicht von hinten, also eher bei der Ursache zu gucken: Wie kann man sowas besser machen und nicht unbedingt nur, wie gehen wir am Ende mit dem Problem um. Also, das war so eine Motivation. Und die andere ist, dass es einfach unglaublich vielseitig ist und ich finde es total spannend, dass man durch den Supermarkt geht und seine Ergebnisse sieht und einfach die Verpackung etwas ist, das einen im Alltag total begleitet und dann, wie du sagst, auch einfach sehr komplex sein kann, wenn man einmal tiefer einsteigt.

Ralf Podszus [00:06:46] Machst du das ab und zu, gehst du so rum und guckst, wie da so alles sortiert und angeordnet ist, zum Beispiel im Supermarkt.

Helena von Staden  [00:06:51] Ja, das machen wir, glaube ich, alle. Auch wenn wir im Urlaub sind, geht man gerne in andere Supermärkte, guckt, wie andere Länder andere Dinge verpacken. Das ist tatsächlich immer ein schöner Ausflug.

Ralf Podszus [00:07:02] Wie so ein Buchautor, der auch mal in die Buchhandlung geht. Wo steht mein Buch? Und das stelle ich mal lieber noch mal weiter nach oben. SPIEGEL-Bestseller, so eins, da steht es sehr gut. Also, da wird auch mal so ein bisschen zurechtgeruckelt und ein bisschen glattgebügelt und das einfach noch mal schöner hingestellt.

Ralf Podszus [00:07:18] Nein, das nicht unbedingt, aber es wird tatsächlich geguckt, wie fühlen sich andere Dinge an, wie lösen andere Segmente das, dass man ein bisschen voneinander lernen kann und Ideen mitnehmen kann, dass man so ein bisschen den Tellerrand erweitert, also nicht nur in den Kaffee denkt, sondern vielleicht auch mal schaut, was machen eigentlich Schokoladenverpackungen, was macht die Tiefkühlabteilung. Das ist tatsächlich sehr spannend.

Ralf Podszus [00:07:37] Wann wurde dir klar, Verpackung ist viel mehr als nur eine Hülle?

Helena von Staden  [00:07:41] Das wurde mir im Studium recht schnell klar, weil es alles sehr technologisch war. Und einfach wenn man ein bisschen tiefer einsteigt, auch in die Lebensmitteltechnologie, was Lebensmittel alles brauchen, welchen Schutz sie brauchen - dann wurde mir schon recht schnell bewusst, dass das nicht nur eine simple Hülle ist, sondern dass sie richtig eine Aufgabe erfüllen muss und dass das auch viel Sicherheit bedeutet. Also, auch gerade wenn wir [00:08:01]im [0.0s] Pharmabereich oder Medizinbereich gucken, es gibt einfach echt viele große Anforderungen an Verpackungen, die sie erfüllt. Das ist mit einer Papiertüte nicht getan.

Ralf Podszus [00:08:09] Ich habe auch eben schon erzählt, wie komplex so eine Verpackung sein muss, was da so alles letztendlich drin steckt. Wir reißen sie meistens einfach irgendwie auf und mitunter auch ein bisschen ungeschickt und machen uns keine großen Gedanken. Verpackungen sind hochkomplex. Wir reden auch noch im Verlauf der Folge nachher drüber, was so alles so drinsteckt. Was mich jetzt aber noch mal interessiert, hast du auch schon mal so einen Rückschlag gehabt, also die super Verpackungsidee gehabt und dann hat sich es aber nachher in der Praxis überhaupt gar nicht bewährt.

Helena von Staden  [00:08:34] Also jetzt so, dass wir richtig was auf dem Markt hatten, was sich nicht bewährt hat, eigentlich nicht. Also meistens haben wir ein Gate, was vorher greift, das etwas gar nicht erst ins Regal kommt. Also, sowas haben wir natürlich. Also wir entwickeln. Wir sind eine ganz normale Entwicklungsabteilung. Da fliegen nicht alle Dinge ins Regal oder hoch in die Luft. Also manches muss man auch einklappen oder erst mal schließen. Für manches ist auch noch nicht die richtige Zeit. Das haben wir gerade im Bezug zu nachhaltigen Verpackungen die letzten Jahre ehrlicherweise viel erlebt, dass man etwas entwickelt, was nicht unbedingt sofort ins Regalen kommt.

Ralf Podszus [00:09:02] Was war denn da immer so die Herausforderung oder warum gab es da Rückschläge bei nachhaltigen Verpackungen?

Helena von Staden  [00:09:07] Tatsächlich liegt es in der Definition, was eigentlich eine nachhaltige Verpackung ist. Der Begriff ist sehr weit gefächert und im Prinzip kann man ihn sehr breit auslegen. Ist eine nachhaltige Verpackung, eine Verpackungen, die sehr gut recycelbar ist? Dann könnte man zum Beispiel an Glas denken. Ist ´ne gute und nachhaltige Verpacking, eine Verpackung, die leicht ist und CO2 einspart, weil sie einfach weniger Gewicht im Transportmittel mit sich bringt?Dann sind wir eher bei einer Folienverpackung und nicht bei Glas. Oder ist eine nachhaltige Verpackung eine Verpackungen aus biologisch abbaubaren Materialien oder biologischen gesourceten Materialien, also Zuckerrohrverpackungen oder Papier aus Fasern? - Das ist eigentlich so die größte Herausforderung, mal zu definieren, was finden wir eigentlich gut? Was finden wir gut und nachhaltig?

Ralf Podszus [00:09:52] Ich habe ja mal irgendwann gelesen, so in Dosen, da stecken so viele Gifte und da sollte man lieber Produkte wählen, die dann in Glas drinnen sind. Weil ich als Hypochonder gleich wieder dachte: Oh nein, jetzt habe ich wieder Jahrzehnte Gift bei mir in meinen Körper reingepflanzt und jetzt versuche ich mal so ein Tomatenmark eben nicht aus der Dose zu holen... Gibt es da auch Erfahrungswerte bei dir.

Ralf Podszus [00:10:11] Ja, theoretisch gilt auch hier der Ansatz: Wer suchet, der findet. Es gibt gute Analysemöglichkeiten mittlerweile. Wenn man Verpackungen analysiert, dann wird man auch Stoffe finden, meist zu kleinen Teilen. Wir haben hohe Anforderungen an Lebensmittelverpackungen. Also, es ist nicht alles direkt schädlich. Aber klar gibt es Stoffe, die nicht in den Körper sollen oder in den Blutkreislauf. Also, es nicht per se so, dass jede Dose schlimm ist oder auch jede Kunststoffverpackung. Es kommt immer drauf an, für welchen Zweck sie entwickelt wurde oder wie sie eingesetzt wird. Grundsätzlich gilt schon, dass wir gute und hohe Anforderungen haben und man sich darauf auch so ein bisschen verlassen kann und muss. Aber klar, es gibt Verpackungen für bestimmte Güter oder verpackte Produkte, die Vorteile oder Nachteile mit sich bringen.

Ralf Podszus [00:10:52] Jasmin, wie war das bei dir? Du entwickelst Verpackungen für Kaffeekapseln, ein Bereich, der technisch ziemlich anspruchsvoll ist. Wie bist du dort gelandet? Als Kaffeekapsel-Kreateurin.

Jasmin Duensing [00:11:03] Ja, der Weg war ein bisschen weiter. Und zwar habe ich Lebensmitteltechnologie studiert. Elena hat es eben gerade schon erwähnt. Man beschäftigt sich sozusagen mit dem Produkt. Und so habe ich mich tatsächlich mit der Entwicklung von Produkten befasst und bin über Eiscreme-Überzüge, Marzipan und Nougat tatsächlich dann beim Kaffee gelandet und bin jetzt...

Ralf Podszus [00:11:27] Irgendwann hast du gedacht, du kannst nicht mehr so viel nebenherschlemmen, das geht nicht mehr.

Jasmin Duensing [00:11:30] Ja, zum Leid meiner Schwester, die immer sagt: Eiscreme und Marzipan war deutlich besser als langweiliger Kaffee. Ich finde, Kaffees ist nicht langweillig. Ich bin jetzt seit 17 Jahren tatsächlich bei Tchibo und habe 13 Jahre lang das gemacht, was in der Kapsel ist. Komme tatsächlich aus der Kaffeenentwicklung, also vom Produkt und beschäftige mich seit vier Jahren mit der Verpackung und den Materialien und gerade mit dem Thema Kapseln, weil die Kapsel so schön alles miteinander vereint. Das Zusammenspiel von Kaffee und Verpackungen in der Maschine zum perfekten Tassenergebnis, das ist das, was mir wirklich tatsächlich Spaß macht.

Ralf Podszus [00:12:08] Wie bist du jetzt vom Produkt zur Verpackung des Produkts gewechselt? Wie ist das zustande gekommen: Der Wechsel? Ist ja auch schön, dass man das hier innerhalb eines Unternehmens machen kann. Hast du irgendwann gesagt: Hallo, mich reizt jetzt mal das Drumherum, oder wie?

Jasmin Duensing [00:12:21] Tatsächlich, da muss ich Helena angucken, hat sich für mich die Möglichkeit ergeben, weil Helena das erste Mal in Elternzeit gegangen ist und ich eine neue Herausforderung annehmen wollte und führe seitdem das Kapselverpackungsentwicklungsteam, bin ziemlich happy damit, lerne jeden Tag neue Dinge dazu, dieser ganze technische Aspekt, das macht unheimlich viel Spaß, nicht nur sich um den Inhalt zu kümmern, sondern, dass wir dafür sorgen, dass der Inhalt perfekt beim Kunden landet.

Ralf Podszus [00:12:56] Ich muss mal ganz kurz notieren, "Kapselverpackungsentwicklungsteam" werde ich beim Scrabble wieder gewinnen. Ich spiele eigentlich gar kein Scrabbele mehr, aber ich lerne im Podcast immer ganz viele tolle Scrabbelwörter. Wunderbar einfach. Ja, klasse, dass es diese Chance auch im Unternehmen natürlich wieder gibt, dass man da dann auch einfach mal komplett eigentlich was anderes macht, weil das ist ja mal eben eine komplett andere Jobbezeichnung, eine komplett anderen Tätigkeit, in der du dann auf einmal reingekommen bist. Du hast dich quasi selbst umverpackt.

Jasmin Duensing [00:13:22] Kann man so sagen.

Ralf Podszus [00:13:23] Was ist da jetzt die größte Herausforderung bei den Kapseln?

Jasmin Duensing [00:13:27] Die größte Herausforderung tatsächlich bei den Kapseln ist, dass es immer ein zusammenspiel im Gesamtsystem ist. Das heißt, die Kapsel erfüllt auch eine Funktion und nicht nur die Verpackung. Also es verpackt nicht nur den Kaffee und schützt ihn über die Zeit der Lagerung, bis er konsumiert wird, sondern sie muss in der Brühmaschine funktionieren. Das fängt mit dem Anstechen an, dann über die Brühung hinweg und sorgt halt auch dafür, dass wenn das Material richtig gewählt wird, die Cremabildung unterstützt wird. Und am Ende das perfekte Tassen-Ergebnis in der dazugehörigen Maschine. Und das ganze Zusammenspiel ist das, was mich ziemlich reizt an diesem ganzen Thema.

Ralf Podszus [00:14:06] Ich bekomme ja oft Pakete mit Lebensmitteln nach Hause und es ist immer mal wieder ärgerlich, wenn so zwei Kilo Haferflocken aufgerissen sind. Du hörst schon im Treppenhaus beim Anheben des Paketes, dass da drin eine Milliarde Flocken hin und her rutschen. Was lief bei dieser Verpackung schief?

Helena von Staden  [00:14:23] Also es kann sein, dass gerade bei so hochvolumigen Gebinden, also einer Verpackung, die zwei Kilo wiegt, dass einfach das Zusammenkleben des Beutels schon nicht richtig war. Das ist natürlich auch eine Herausforderung, diesen Beutel oben und unten so gut zu verkleben, dass er einfach auch zwei Kilos aushält. Und dann ist es auch oft so, dass diese Verpackungen vielleicht gerne sehr dünn sind, damit man Material spart, aber nicht bedacht hat, was am Ende damit passiert. Nämlich, dass man das in einen Postversand schickt, zum Beispiel, wo eine Verpacking einfach öfter mal geschüttelt wird oder durch Verkehr transportiert wird so dass es einfach vielen Belastungen ausgesetzt ist und so was muss man in der entwicklung natürlich auch bedenken: Was passiert am Ende damit? Was muss es aushalten?

Ralf Podszus [00:14:59] Dann ist das ja schon dann in den Versand gegangen, das heißt, es gab jetzt wahrscheinlich auch Kontrollmechanismen im Unternehmen, aber da ist wohl nicht so viel passiert. Das heißt, auch Kundinnen- und Kundenfeedback ist ganz oft wichtig bei Verpackungen, gerade wenn die so hin und her geschickt werden, oder?

Helena von Staden  [00:15:14] Ist es total. Auch wir kommen da immer auf neue Dinge, die man vielleicht noch nicht bedacht hat oder sehen, wenn sich ein Fehler wiederholt oder öfters auftaucht, dann sehen wir einen Bereich, an den wir auf jeden Fall noch mal ran müssen oder wo wir nachschärfen müssen. Deshalb ja, Kundenfeedback ist immer total wichtig.

Jasmin Duensing [00:15:27] Ja, das ist auch gerade beim Versand die größte Hürde, weil man da halt bedenken muss, dass zum Beispiel so eine Kaffeemaschine, die man bei uns ja auch kaufen kann online, dann zum Beispiel mit einer Packung Kaffee verschickt wird.

Ralf Podszus [00:15:39] Auch wenn du so Kaffee in Großpackungen aufschnibbeln willst, musst du ja auch genau wissen, wo mache ich das jetzt? Wenn du es falsch schneidest, dann rutscht das eben an allen Seiten links und rechts raus. Und dann rieselt das auf die Theke der Küche und dann musst du wieder wischen. Das kann auch nervig sein, so eine Verpackung aufzumachen, gerade wenn viel drin steckt.

Helena von Staden  [00:15:56] Das ist es absolut, deshalb ist das für uns auch ein wichtiger Entwicklungsaspekt, das Öffnungsverhalten oder ein Widerschließverhalten genau zu begutachten.

Ralf Podszus [00:16:04] Bevor wir gleich noch tiefer einsteigen, kommt hier unsere kleine neue Tradition im Podcast, die 5 Tassen täglich Speed Round. Fünf schnelle Fragen, spontan antworten. Helena, mit dir geht's los, okay?

Helena von Staden  [00:16:17] Okay.

Ralf Podszus [00:16:18] Filterkaffee oder Espresso?

Helena von Staden  [00:16:20] Filterkaffee.

Ralf Podszus [00:16:21] Mehr Freude am entwickeln oder am Kaffee trinken.

Helena von Staden  [00:16:24] Am entwickeln.

Ralf Podszus [00:16:26] Oder an Excel-Tabellen...

Helena von Staden  [00:16:27] Und vielleicht mit Excel-Tabellen mitentwickelt.

Ralf Podszus [00:16:30] Gute Ideen eher morgens oder abends?

Helena von Staden  [00:16:33] Morgens definitiv.

Ralf Podszus [00:16:35] Schlichte Verpackung oder auffälliges Design?

Helena von Staden  [00:16:38] Das finde ich schwer, weil beides toll sein kann. Wenn ich mich entscheiden muss, gehe ich auf die schlichte Verpackung.

Ralf Podszus [00:16:44] Lieber Glas oder lieber Tetra-Pack?

Helena von Staden  [00:16:46] Glas.

Ralf Podszus [00:16:48] Jasmin, es bist du dran mit der 5 Tassen täglich Speed Round. Bist du bereit?

Jasmin Duensing [00:16:51] Ich bin bereit.

Ralf Podszus [00:16:53] Kräftige Röstung oder Mild?

Jasmin Duensing [00:16:55] Tatsächlich beides.

Ralf Podszus [00:16:57] Cafissimo oder Qbo?

Jasmin Duensing [00:16:59] Qbo.

Ralf Podszus [00:16:59] Dauersorten oder lieber saisonale Kaffees?

Jasmin Duensing [00:17:02] Dauersorten.

Ralf Podszus [00:17:04] Icelatte oder heiße Schokolade.

Jasmin Duensing [00:17:06] Icelatte.

Ralf Podszus [00:17:07] Wenn auf einer Verpackung steht, zerbrechlich - trotzdem mal ein Probeschütteln?

Jasmin Duensing [00:17:12] Lieber nicht.

Ralf Podszus [00:17:14] (lacht) Okay, wenn das die Expertin sagt, dann muss ich mich in Zukunft dann auch zurückhalten. Es reizt immer so, da steht drauf nicht andersrum halten dieses Paket. Ich denke mir, dass wird doch kein Paketbote jemals beherzigt haben, dass der Pfeil immer so steht, oder? Also, das kann man doch gleich lassen, diesen Aufdruck da drauf.

Jasmin Duensing [00:17:29] Aber vielleicht war es genau bis zu dem Zeitpunkt noch okay. Und dann führt dein letztes Umdrehen dazu, dass es vielleicht nicht mehr okay ist. Deshalb würde ich es nicht machen. (lacht)

Ralf Podszus [00:17:36] Okay, verdammt, ist ein Argument. Ja. So, warum braucht jetzt Kaffee eine gute Verpackung? Am Anfang des Podcasts habe ich ja schon so ein paar Hinweise gegeben, wie wichtig das ist. Wir reden jetzt mal nochmal ganz genau drüber. Viele Menschen denken bei Kaffee vor allem an Bohnen, Röstung oder Herkunft. Die Verpackung, die fällt kaum auf. Helena, was passiert mit Kaffe, wenn er nicht richtig verpackt wird?

Helena von Staden  [00:18:00] Also, dafür muss man wissen, dass Kaffee wahnsinnig sauerstoffempfindlich ist. Also, Kaffees größter Feind ist Sauerstoff. Kaffe enthält viele Aromen und ist auch sehr ölig. Das heißt, Sauerstof macht diese Aromen kaputt. Also, die gehen durch Sauerstofeinfluss verloren. Auch relativ schnell. Und dadurch, dass wir Ölanteile im Kafee haben, wird das durch Sauernstoffeinfluss auch ranzig. Also, wir kennen das von Nüssen. Wenn die ranzig schmecken, ist das dann etwas, das die Experten "röstalt" nennen. Das passiert sehr schnell, deshalb müssen wir Kaffee unbedingt vor Sauerstoff schützen.

Ralf Podszus [00:18:31] Wie gelingt das am besten mit der Verpackung?

Helena von Staden  [00:18:33] Also klassischerweise ist das beste Material, um Sauerstoff fernzuhalten, ein Metall oder ein Aluminium. Das ist so, wie man es auch die letzten Jahrzehnte gelebt hat. Alles, was sehr sauerstoffempfindlich ist, wird gerne in metallischen Verpackungen verpackt.

Ralf Podszus [00:18:46] Muss das auch extra dunkel sein oder ist es egal?

Helena von Staden  [00:18:50] Es gibt auch einen Lichteinfluss auf den Kaffeegeschmack. Da schaue ich ein bisschen Jasmin an, sie weiß mehr darüber oder kennt den Einfluss besser. Also ja, wir müssen auch Kaffee vor Licht schützen, aber primär geht es immer darum, Sauerstoff fernzuhalten.

Ralf Podszus [00:19:01] Das hat die Oma schon gesagt, die Kartoffeln und der Kaffee, die müssen ins Dunkle. Warum ist denn das so, Jasmin?

Jasmin Duensing [00:19:07] Damit es nicht so stark oxidiert und dieser röstalt-Geschmack nicht entsteht.

Ralf Podszus [00:19:12] Warum verlieren Bohnen ihr Aroma?

Jasmin Duensing [00:19:14] Genau aus dem Grund, wenn sie mit dem Sauerstoff ausgesetzt sind, dann entstehen Verbündungen, die in die Luft übergehen. Das Aroma wird diffundiert aus der Zellstruktur des Kaffees heraus und verändert ihn so dahingehend, dass man ihn nicht mehr so gut genießen kann.

Ralf Podszus [00:19:32] Wenn ich jetzt also eine Kaffeverpackung öffne, dann beginnt so ein unsichtbarer Counter und ich muss es also ganz schnell machen, dass die Boden möglichst ganz schnell weiterverarbeitet werden, weil jede Sekunde ist kostbar.

Helena von Staden  [00:19:41] Theoretisch ist das so.

Jasmin Duensing [00:19:43] Ja, tatsächlich. Und deshalb ist der Experten-Tipp auch: geöffnete Kaffeebohnen, die man vielleicht nicht innerhalb der nächsten 14 Tage aufbraucht, wirklich einzufrieren. Und dann hält sich der Kaffee tatsächlich länger.

Ralf Podszus [00:19:54] Wieder was gelernt. Aus diesem Podcast gleich mal mitnehmen als Tipp. - Und wie viel Zeit habe ich denn jetzt, wenn ich es aufmache, weiter zu verarbeiten. Also, ich sollte das jetzt nicht erstmal aufmachen und fünf Minuten warten und dann irgendwo reinkippen, sondern wirklich direkt und schnell.

Jasmin Duensing [00:20:08] Das ist tatsächlich nicht unbedingt zwingend notwendig. Nach dem Öffnen der Verpackung, wirklich so 14 Tage, kann man auf jeden Fall sagen, da passiert noch nicht so viel. Aber nach vier Wochen würden auf jeden Fall die Experten sagen, der Kaffee schmeckt schon nicht mehr so frisch, wie er schmecken sollte. Und bei der Verarbeitung ist es immer so, dass natürlich eine ganze Bohne - und wenn man ihn dann frisch malt, sich länger hält, als wenn man jetzt den Malkaffee aufbewahrt.

Ralf Podszus [00:20:34] Dann kommen wir doch zum Podcast-Titel. Wenn man fünf Tassen täglich hat, dann ist der Kaffee auf jeden Fall schnell verbraucht und schön. Wenn man sich eine Kaffeetüte anschaut, dann wirkt sie relativ simpel, aber tatsächlich steckt ziemlich viel Technik darin. Helena, warum haben viele Kaffeverpackungen zum Beispiel ein Ventil?

Helena von Staden  [00:20:53] Das Ventil ist dazu da, um CO2 aus der Verpackung zu lassen. Also Kaffee entwickelt nach dem Rösten CO2, also ein Gas. Das ist erst mal gar nicht schlecht, weil es Sauerstoff fernhält. Wir haben ja gerade besprochen, Sauerstoff ist Kaffees größter Feind. Deshalb erst mal nicht so verkehrt. Aber wenn wir kein Ventil in der Verpackung hätten, würde die sich irgendwann aufblähen und vielleicht sogar auch platzen. Deshalb brauchen wir dieses Ventil, sodass das CO2 aus der Verpackung kann, aber gleichzeitig kein Sauerstoff in die Verpackungen kann.

Ralf Podszus [00:21:21] Jasmin, bei dir geht es um Kapselsysteme, welche besonderen Anforderungen gibt es dort? Ich stelle mir irgendwie Kapseln so besonders kompliziert vor. Was muss so eine Kapsel können?

Jasmin Duensing [00:21:30] Eine Kapsel muss nicht nur den Kaffee schützen, sondern in dem Fall auch eine Funktion erfüllen. Und zwar muss sie in der Brüheinheit, also in der Kapselmaschine, richtig angestochen werden. Sie muss während der Brühung dafür sorgen, dass die Brühungen vielleicht unterstützt wird. Zum Beispiel bei unserer Qbo Press Brew muss das Material von der Kaffeekapsel so gewählt sein, dass es auch speziell dieses Pressen sozusagen überlebt. Und dann ist es auch ein Teil dafür, dass es zur Crema-Bildung beitragen kann. Und am Ende ist natürlich am wichtigsten, dass sie das perfekte Tassenergebnis in Kombinationen liefert. Das heißt, dass sie sowohl für den Kaffee und in der Maschine eine Symbiose bildet und dafür sorgt, dass man ein perfektes Getränk erhält.

Ralf Podszus [00:22:16] Warum ist Präzision bei Kapseln so wichtig?

Jasmin Duensing [00:22:19] Präzision in dem Sinne, man muss halt sicherstellen, dass es in der Maschine zusammen mit dem befüllten Kaffee sozusagen funktioniert und man hat in der Hinsicht ja nur eine Möglichkeit, man möchte ja, dass beim Kunden diese eine Kapsel auch zu einer perfekten Tasse Kaffee führt und es deshalb präzise sein muss, damit halt jede Kapsel so funktioniert.

Ralf Podszus [00:22:43] Man erwartet halt immer die gleiche Qualität. - Helena, du bist schon einige Jahre bei Tchibo, welchen Wandel hast du in dieser Zeit erlebt? Ein paar Stichwörter: Materialien, Nachhaltigkeit, Design, technische Möglichkeiten.

Helena von Staden  [00:22:55] Also im Prinzip gab es im Bereich Nachhaltigkeit immer den größten Wandel. So wie ich es vorhin auch schon erklärt habe, sind wir lange der Frage nachgegangen, was ist eigentlich nachhaltig? Und je nachdem, welchen Fokus man setzt, hat man einfach eine unterschiedliche Entwicklungsroute. Also setzt man auf leichte Verpackungen, setzt man auch auf recyclingfähige Verpackung oder setzt man auf Biomaterialien, also all das gab es. Ein Wandel ist, dass Nachhaltigkeit immer wichtiger wird. Das ist etwas, was man vielleicht über die letzten Jahrzehnte sehr deutlich sieht, dass Nachheitigkeit einfach wahnsinnig an Bedeutung gewinnt. Die größte Veränderung, die wir aktuell sehen, ist das europäische Verpackungsgesetz. Genau die Frage, die wir sonst immer für uns selber klären mussten: Was ist eigentlich nachhaltig? Wollen wir kompostierbare Verpackungen? Wollen wir recyclingfähige Verpackung oder superleichte Verpacking? All das wird jetzt durch eine neue Regulatorik geklärt. Und das ist vielleicht so der größte Wandel, der jetzt passiert, dass man aus der EU heraus quasi den Fokus setzt, dass recyclingfähige Verpackungen und Kreislaufwirtschaft das Wichtigste sein sollen.

Ralf Podszus [00:23:56] Mein Eindruck ist immer so, viele deutsche Unternehmen, die sind schon viel weiter. Die haben es kapiert, man muss nachhaltiger sein, das möchten auch die meisten Menschen. Aber die Politik hinkt so ein bisschen hinterher. Und dann ist man schon weiter entwickelt in diesem Bereich und dann setzt aber irgendwann verspätet die Politik neue Maßstäbe, Regeln. Es gibt Gesetze, die noch gar nicht so umfassend sind, aber schon wieder die Spielregeln verändern. Ist es dann ärgerlich, wenn man eigentlich schon weiß, wir sind doch schon besser?

Helena von Staden  [00:24:23] Das ist es. Das kann natürlich total frustrierend sein. Gleichzeitig ist es dennoch wichtig, langfristig genau solche Regeln zu haben, dass man irgendwann auf eine Einheitlichkeit zusteuert und nicht jeder sein eigenes Süppchen kocht oder für sich eine eigene Definition findet, auch wenn die vielleicht in sich schlüssig ist oder richtig ist. Deshalb ist es trotz Frust wichtig, dass man solche Reglen schafft.

Ralf Podszus [00:24:44] Jetzt linsen wir mal ein bisschen in die Zukunft, so ein kleines Gedankenexperiment. Helena, du hast einmal die Frage gestellt, was würde Iron Man tun, wenn er eine Kaffeeverpackung neu erfinden müsste. Interessanter Gedankengang. Also welche futuristischen Ideen gibt es für Kaffeverpackungen? Und was davon könnte tatsächlich Realität werden? Und warum sollte das ausgerechnet Iron Man erfinden? Warum nicht lieber MacGyver, Q von James Bond oder Doc Brown aus Zurück in die Zukunft?

Helena von Staden  [00:25:11] Ja, das ist eine gute Frage.

Ralf Podszus [00:25:13] Du bist doch auch Marvel-Fan, malst du immer Marvel-Figuren in deine Excel-Tabellen.

Helena von Staden  [00:25:17] (lacht) Nein, tatsächlich nicht. Ehrlicherweise kam die Frage sogar von Jasmin, vielleicht kann sie gleich mehr zu sagen, warum es Iron Man ist. Aber sie hat uns diese Frage im Entwicklungsteam einmal gestellt, im Rahmen von einem Workshop, damit wir einfach mal über den Tellerrand hinausdenken. Und genau diese Frage hat dazu geführt, dass wir uns überlegt haben, wie genau so eine super futuristische Verpackung sein kann. Also es ist ein großer Panzer, der wirklich einfach diesen Kaffee schützt. Also, es ist was metallisches, gleichzeitig ist es etwas, wo man auch reinsehen kann. Also etwas, was metallisch ist aber gleichzeitig transparent, also so einen futuristischen Gegensatz. Dann ist es eine intelligente Verpackung, die uns vielleicht angibt, ob der Kaffee noch frisch ist oder ob er nicht mehr genießbar ist, ob er schon röstalt ist. Und eine Verpackungen, die vielleicht Tipps gibt, wie wir diesen Kaffee jetzt noch gut zubereiten können, was genau wir damit machen können, vielleicht neue Ideen gibt. _ Das sind all solche Ansätze, die in so einem Workshop dann dabei rumkamen.

Ralf Podszus [00:26:10] So, Tony Stark-Fan Jasmin kann noch ergänzen.

Jasmin Duensing [00:26:12] Nein, das macht man tatsächlich, um halt wirklich über den Tellerrand zu gucken. Um die Kreativität so ein bisschen anzuregen. Ist auch egal, ob das dann Q, Daniel Düsentrieb, MacGuy war.

Ralf Podszus [00:26:23] Stimmt, Herrn Düsentrieb habe ich vergessen, ja. Liebe Grüße nach Entenhausen.

Jasmin Duensing [00:26:28] In dem Fall geht es wirklich darum, sich darauf einzulassen, mal anders zu denken, wie Pippi Langstrumpf, wie Daniel Düsentrieb und dann halt wirklich auf Ideen zu kommen, auf die man sonst im Alltag nicht käme.

Ralf Podszus [00:26:39] In meiner persönlichen Vorstellung würden auch die Minions eine neue Superverpackung kreieren. Lustig wäre die auf jeden Fall. - Was kommt denn dabei aber raus? Dann habt ihr diese in Anführungsstrichen unmöglichen Gedankengänge von diesen ganzen Comic- und Fantasiefiguren an die Wand gepinselt. Aber das eröffnet ja wirklich neue Wege und Möglichkeiten. Und ist da schon irgendwas realisierbar geworden?

Ralf Podszus [00:27:01] Also realisiert aktuell noch nicht, aber es sind schon Dinge dabei, die wir weiter verfolgen. Also, so Thema Frische-Sensoren ist etwas, das in der Verpackungsindustrie auch schon länger etabliert ist oder was es für manche Bereiche schon gibt. Durch solche offenen Workshops sind wir einfach dazu nochmal angehalten, auch in diese Bereiche mehr reinzuschauen und zu gucken, wie weit sind die Lösungen eigentlich? Ab wann macht es Sinn, dass das auch mal für uns etabliert oder adaptiert wird? Wo liegen wir da kostenseitig? Also, es ist einfach ganz viel Entwicklungsarbeit, die man als Konsumentin lang nicht sieht, aber wo wir uns natürlich auch versuchen mit Trends up to date zu halten.

Ralf Podszus [00:27:34] Wenn wir über Verpackungen sprechen, dann kommt früher oder später natürlich auch eine andere Frage: wie nachhaltig sind diese Verpackung eigentlich? Wir haben heute schon einiges gehört, warum das wichtig ist und dass es auch immer komplizierter wird. Aber es gibt ständig Lösungen, besonders Kaffeekapseln, die stehen aber immer wieder in der Kritik: zu viel Müll, zu viele Materialien, zu schwierig zu recyceln. Stimmt das wirklich? Dieser Frage gehen wir in der nächsten Folge bei 5 Tassen täglich nach. Wie arbeitet ein Unternehmen wie Tchibo daran, Verpackungen immer nachhaltiger zu machen? Werden die auch wirklich immer nachhaltiger, die Verpackungen? Und kennt man ja auch von den Smartphones, seit Jahren kommen jedes Jahr neue Modelle raus und niemals halten die Akkus da länger. Strengen die sich da überhaupt noch an das in den Griff zu bekommen? Wie läuft das nun mit nachhaltigen Verpackkungen? Was macht Tchibo da? Hört die nächste Folge %Tassen täglich. Es geht dann um Recycling-Fähigkeit, neue Materialien, EU-Regeln für Verpackung. - Da ahne ich ja auch schon mal wieder was... Es geht auch um ziemlich hartnäckige Mythen rund um Mülltrennung. Sehr interessant, was man da dann auch lernen kann, wie man richtig den Müll trennt. Helena, Jasmin, erstmal für den Moment vielen Dank. Bleibt mal gleich hier, denn wir sprechen ja in der nächsten Folge weiter.

Jasmin Duensing [00:28:49] Vielen Dank.

Ralf Podszus [00:28:50] Danke euch fürs Zuhören. Wenn euch der Podcast gefallen hat, dann abonniert gerne 5 Tassen täglich, lasst ein Like da oder auch einen Kommentar, und dann hören wir uns in zwei Wochen wieder. Überall, wo's Podcasts gibt.

Station Voice [00:29:05] 5 Tassen täglich, der Tchibo Podcast. - Ihr habt Fragen oder Anregungen zu dieser Podcast-Folge? Wir freuen uns auf eure E-Mail an: podcast@tchibo.de