Buchcover „Zukunftsbilder 2045“ mit Stadtszene
Podcast

#83 Reise in die Zukunft

Moderator Ralf Podszus diskutiert gemeinsam mit seinen Gästen Stella Schaller und Lino Zeddies, Experten für Nachhaltigkeit und regenerative Kulturen, über Zukunftsvisionen für eine grünere und lebenswertere Welt im Jahr 2045. Das Trio beleuchtet transformative Ansätze, darunter Klimaneutralität, renaturierte Städte und regenerative Landwirtschaft, und gibt Einblicke in ihr Buch „Zukunftsbilder 2045“. Die Episode inspiriert Zuhörer*innen mit positiven Bildern einer nachhaltigen Zukunft und ruft dazu auf, schon heute aktiv zu handeln.

Unser "5 Tassen täglich" Podcast feiert heute Folge 83! Darüber freuen wir uns sehr und bitten euch, ihr treuen Hörerinnen und Hörer, bei Gelegenheit (oder am besten jetzt sofort) den Kanal auf Spotify oder Apple Podcasts zu abonnieren. Dankeschön! Zur Belohnung gibt es auch einen tollen Zukunfts-Bildband zu gewinnen. Worum geht's?

Um das Jahr 2045! An was denkt ihr da? Kriege, verbrannte Erde, fehlendes Wasser? Oder blühende Städte mit alternativen Mobilitätskonzepten und ganz viel Windkraft? ​​​​​​​​​​​​​​​

​​​​​​​So könnte es kommen, sagen Lino Zeddies und Stella Schaller, Gründer der Initiative "Reinventing Society" und Autoren des Buches „Zukunftsbilder 2045“ in unserer neuen „5 Tassen täglich“.

Denn: uns kann doch auch eine grüne lebensfrohe fortschrittliche Welt erwarten! Wenn, ja wenn wir uns zwischenzeitlich ein wenig um unseren Planeten gekümmert haben.  In Berlin etwa wachsen entlang der Spree „essbare Landschaften“ mit Obstbäumen, Beerensträuchern und Kräutergärten. Dort ackern und ernten Jung und Alt gemeinsam in den Beeten. In Hamburg wiederum liegen wasserstoffbetriebene Schiffe im Hafen, auf den Dächern schwirren Windräder, ein Solarflugzeug kreist über den Überseering. Oder so ähnlich.​​​​​​​

Diese Realutopien haben Lino Zeddies und Stella Schaller, in ihrem Buch "Zukunftsbilder 2045" entworfen und fotorealistisch bebildert. Sie zeigen, dass der Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft möglich ist und dafür bereits viele Lösungsansätze existieren. Von Permakultur und Schwammstädten bis hin zu partizipativer Stadtentwicklung.

Zwei Personen mit stapel Kaffeetassen, Text „Fünf Tassen täglich“

Eine optimistische Vision für eine mögliche Realität

 „Wir befinden uns als Menschheit in einer wirklich nie da gewesenen Wendezeit. Wir haben ein System, was wir jahrhundertelang auf fossilen Energien aufgebaut haben, dass wir nun in ein regeneratives System transformieren müssen“, erklärt Stella Schaller. „Das ist so eine große Wende. Da braucht es natürlich eine Vision, warum sich diese Anstrengungen lohnen. Wie wird es zukünftig aussehen, wie wird es sich anfühlen."
Stella Schaller

Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen, Stadtverwaltungen und Architekturgrafikern haben Schaller und Zeddies fotorealistische Abbildungen einer möglichen positiven Zukunft entwickelt. In urbanen Gebieten wie beispielsweise Hamburg setzen sie sich für partizipative Transformation ein, bei der die Stadtgesellschaft in die Gestaltung ihrer Quartiere eingebunden wird. Temporäre oder dauerhafte Straßensperrungen zugunsten von Kultur, Fahrradautobahnen und grünen Plätzen sind nur einige der Ideen, die eine nachhaltige Stadtentwicklung fördern.

Mutige Vorreiter auf dem Weg zur Veränderung


Lino Zeddies betont, dass viele der benötigten Lösungen bereits existieren, jedoch noch nicht im Mainstream angekommen sind. „Dazu brauchen wir Individuen, die mutig vorangehen, die Lösungen ausprobieren und Neues wagen. Und die brauchen wir sowohl in der Zivilgesellschaft, in der Politik als auch der Wirtschaft und im Privaten. Sie sind die Vorbilder, die Veränderungen anführen und Menschen ermutigen“, sagt Zeddies.

„Es ist wichtig, das ganze Land bei dieser großen Wende mitzunehmen. Der Wandel wird nicht nur top down durchgeführt. Menschen müssen Verantwortung übernehmen für ihre Straßen, für ihre Plätze.“
Stella Schaller

Fakt oder Fiktion?

Alles, was im Buch bis Ende 2022 stattfindet, ist real und wirklich passiert. Alle Geschehnisse und Initiativen ab 2023 sind frei erfunden, um die eigene Vorstellungskraft anzuregen.

„Es ist nicht unsere Prognose, dass alles einfach gut wird. Wir bieten eine Version an, wie es idealerweise vielleicht aussehen könnte, die motiviert, die Veränderung inspiriert und Kraft und Hoffnung gibt und vielleicht auch Orientierung gibt, was wir denn wollen und was wir nicht wollen."
Lino Zeddies

Der große Wandel sei nicht einfach nur den Gürtel enger schnallen und verzichten. „Gerade in Krisenzeiten brauchen wir Begeisterung und Tatkraft für das Neue. Und dafür brauchen wir Bilder dieser Zukunft, die Orientierung geben und Hoffnung spenden.“

Ihr wollt wissen, wie es in deutschen Städten der Zukunft aussieht, ob wir auch in 2045 noch Kaffeetrinken und was es noch für den Wandel braucht. Hier geht’s zu Teil 1 des Podcasts:


Wir schreiben noch einmal das Jahr 2045: Wir genießen unseren Lupinenkaffee. Und zelebrieren die eine Tasse täglich – statt fünf Tassen herunterzustürzen. Wir tragen Hanfjeans und unser angebautes Gemüse ernährt die Humusböden. Unsere umgebauten Häuser (abgerissen wird nicht mehr) bestehen aus Pilz-Ziegeln. Wir sprechen schon lange nicht mehr von Nachhaltigkeit, sondern von Regeneration. Denn wir geben der Erde ihre Power zurück. Du willst noch mehr wissen? Höre jetzt rein in Teil 2 der Podcastfolge mit Lino Zeddies und Stella Schaller:

Transkript

Speaker1: [00:00:00] Ein fröhliches Moin in eure Kaffeetassen. Schön, dass ihr bei diesem Podcast dabei seid. Euer Tchibo Podcast. Hier geht es um Kaffee, Liebe und Nachhaltigkeit. Denn gut sein und die Welt retten, das ist gar nicht so leicht. Und dann die ewige Frage Espresso oder Filterkaffee? Ich bin Ralf Potzos und hier im Tchibo Podcast spreche ich mit spannenden und vor allem motivierenden Gästen über einen nachhaltigen Lifestyle. Die besten Kaffee Rezepte, Ozean, Plastik, politische Wendung, NGOs und Filialen in Berlin, Marzahn oder in Hamburg am Rathausmarkt zum Beispiel. Was macht ihr eigentlich 2045? Ja, schwierige Frage. Ich weiß noch nicht mal, was ich nächste Woche mache. Unser Land jedoch weiß schon, was es 2045 machen wird. Da soll Deutschland nämlich Treibhausgasneutralität erreicht haben. Ja, das ist eine dicke Hausaufgabe bis dahin. Es muss dann also ein Gleichgewicht zwischen Treibhausgasemissionen und deren Abbau herrschen. Und da kann man nicht wie bei einer Klausur erst hektisch einen Tag vorher mit den Vorbereitungen starten. Heute sprechen wir also über, übermorgen Schaffen wir das mit der Klimaneutralität 2045. Was seht ihr da? Der pessimistische Blick Verbrannte Erde, fehlendes Wasser, Migrantenströme, Verteilungskriege oder Zukunftspositiv? Ein grünes Land, Eine grüne Welt gar, die lebensfroh und fortschrittlich ist? Meine heutigen Gäste sehen das ja genauso positiv und umweltfreundlich. Hallo, Stella Schaller. Hallo, Lino Zeddies.

 

Speaker2: [00:01:38] Hallo.

 

Speaker3: [00:01:39] Hallo Ralf.

 

Speaker1: [00:01:41] Ihr beiden habt gerade gemeinsam mit weiteren Autoren ein Buch veröffentlicht. Die Zukunftsbilder 2045. Eine Reise in die Welt von morgen. Und darin stellt ihr uns eine Welt vor, fernab der finsteren Gedanken von heute, die geprägt sind vom Ukraine Krieg Despoten, teure Lebensmittel und Streit um die Wärmewende. Bei euch ist 2045 nicht alles noch schlechter, sondern die Welt ist grün, lebensfroh und auch fortschrittlich. Ist das Science Fiction vom Feinsten oder mögliche Realität?

 

Speaker2: [00:02:14] Das ist eine optimistische mögliche Realität, würden wir sagen. Es geht uns nicht darum. Es ist nicht unsere Prognose, dass alles einfach gut wird, sondern wir wollen eher eine Vision anbieten, wie es idealerweise vielleicht aussehen könnte, die motiviert, die Veränderung inspiriert und Kraft und Hoffnung gibt und vielleicht auch Orientierung gibt, was wir denn wollen und was wir nicht wollen. Und bisher sind wir, würde ich sagen, überversorgt mit den Negativszenarien, wo wir alle nicht hinwollen. Und das ist natürlich auch wichtig, sich das anzuschauen, was wir verhindern wollen, was kein guter Weg ist. Aber wir brauchen eben genauso die die Bilder und Geschichten, was denn ein guter Weg wäre und eine Alternative. Was wir stattdessen wollen, Da wollen wir etwas anbieten mit dem Bildband Eine positive Geschichte.

 

Speaker1: [00:03:00] Lino, Du hast bereits 2020 deine eigene Utopie in Form des Romans Utopia 2048 veröffentlicht. Du bist Ökonom und Visionär, obwohl du in Hannover geboren bist. Youtuber bist du auch noch und verfolgst das Ziel, gemeinsam positive Zukunftsvisionen zu entwickeln und auch zu verbreiten.

 

Speaker2: [00:03:19] Ja, genau. Ich bin sehr neugierig und seit meinem Studium eigentlich auf der Suche nach inspirierenden Lösungen für eine schönere, lebendige Gesellschaft und habe da verschiedene Lebensstationen schon durchlaufen. Von Ökonomen über Organisationsentwickler, jetzt Autor, regenerativer Kulturexperte. Ja.

 

Speaker1: [00:03:40] Deine Partnerin in Crime ist Stella Schaller. Stella, Du bist Expertin für Veränderungen im Bereich Nachhaltigkeit, Klimaschutz und regenerative Kulturen. Ja, du kommst aus der internationalen Politikberatung. War es dort auch für das Auswärtige Amt und die UNO tätig? Da bin ich jetzt tatsächlich ein bisschen neidisch auf deinen Lebenslauf.

 

Speaker3: [00:03:59] Ja, genau. Ich habe internationale Entwicklungswissenschaften und Medienwissenschaften studiert und war dann länger im Feld der klassischen Nachhaltigkeit unterwegs. Also habe mich mit Klima und Sicherheit beschäftigt, mit CO2 Kompensation und den Sustainable Development Goals. Und irgendwann dann, gemeinsam mit den anderen Kollegen von Greenpeace Society, habe ich mich den transformativen Ansätzen gewidmet und der Frage Was brauchen wir eigentlich an emotionalen und kulturellen Fähigkeiten? Auch um diese große Transformation, die uns bevorsteht, in der wir uns schon auch befinden, zu bewältigen?

 Speaker1: [00:04:33] Und wenn du jetzt im Auswärtigen Amt unterwegs warst, bei der UNO usw, hast du dann nicht bei all der Bürokratie nicht auch deine Vision gleich verloren?

 

Speaker3: [00:04:42] Also es ist schon manchmal auch aufreibend zu sehen, wie viel Zeit verloren geht, wenn viele, viele Menschen zu Konferenzen reisen und am Ende dann Dokumente entstehen, an die sich wenige halten. Aber dennoch ist natürlich die internationale Ebene absolut entscheidend, weil eben Klima ein länderübergreifendes Grenzüber. Das Thema ist und daher müssen sich Institutionen auf Global Governance Ebene damit beschäftigen. Also das ist durchaus wichtige Arbeit, aber mich hat dann eben auch die individuelle Ebene noch ein bisschen mehr passiert und das, was in unseren Köpfen abläuft, wenn wir uns mit diesen großen Fragen beschäftigen.

 

Speaker1: [00:05:18] Ich freue mich, dass ihr beide heute bei fünf Tassen täglich dabei seid und uns auf eine spannende Zeitreise in das Jahr 2045 mitnimmt. Die wichtigste Frage natürlich zum Staat Wird es in 22 Jahren noch Kaffee geben?

 

Speaker2: [00:05:32] Ich gehe stark davon aus. Ich hoffe aber nur Fairtrade Kaffee aus regenerativen Anbau und der besonders genussvoll geschlürft wird.

 

Speaker1: [00:05:43] Was kommt denn jetzt in eure Kaffeetassen?

 

Speaker3: [00:05:45] Lupine Kaffee vielleicht? Das ist auf jeden Fall eine sehr umweltfreundliche, nachhaltige Alternative zu Kaffee, die auch in Deutschland angebaut wird und zudem auch noch sehr gesund ist.

 

Speaker2: [00:05:55] Ich bin nur Wassertrinker, muss ich zugeben. Ich habe dafür so eine Soul Bottle, die heißt sogar Utopia und hat so ein buntes Design. Aus der trinke ich immer mein Wasser.

 

Speaker1: [00:06:04] Bist du dann auch 2045 noch Wasser trinken? Ist es da nicht sehr knapp, das Wasser?

 

Speaker2: [00:06:09] Ich hoffe nicht. Also je nachdem, in welche Richtung wir uns entwickeln und wo man sich dann befindet Auf dem Planeten.

 

Speaker1: [00:06:15] Gemeinsam mit weiteren Partnern habt ihr vor knapp drei Jahren die gemeinnützige Organisation Reinventing Society in Berlin gegründet. Was macht ihr dort?

 

Speaker2: [00:06:24] Wir beschäftigen uns mit positiven Zukunftsvisionen und begleiten auch gesellschaftliche Transformationsprozesse. Und wir verstehen uns ein bisschen als Botschafter und Botschafterin einer regenerativen Kultur, also eines Wandels. Einer Welt, in der wir gelernt haben, mit unserer Mitwelt, mit der Natur in einer positiven Verbindung zu stehen, wie der Teil gesunder Teil der Ökosysteme zu sein. Und verbreiten da Ideen, Lösungen und wollen vor allem inspirieren, dass das ein Weg ist, der sehr lohnenswert ist, den einzuschlagen als Gesellschaft.

 

Speaker3: [00:06:56] Ja, in der Regel führen wir viele Workshops und Weiterbildungen durch, haben Seminare rein, auch zu den Mechanismen von Transformationen, wie das überhaupt geschieht, beraten zum Teil Organisationen, aber auch Kommunen und arbeiten insbesondere an neuen Narrativen, also neuen Geschichten, die wir uns gesellschaftlich erzählen können über uns, über die Zukunft und übereinander.

 

Speaker1: [00:07:16] Wir sprechen heute über euer Buch Zukunftsbilder 2045. Da blättere ich mal in den Klappentext rein. Die fiktive Journalistin Liliana Morgenthau, Die führt die Leser und Leserinnen in 17 Städten durch die Veränderung und Erfolge, die tatsächlich zu einer schöneren, grüneren und lebenswerteren Welt im Jahr 2045 geführt haben. Alles ist besser Arbeit, Bildung, Demokratie, Klimakultur, Landwirtschaft, Mobilität und Wirtschaft. Ansätze und Lösungen, die bereits heute existieren, die werden zum Leben erweckt wie Gemeinwohlbanken, Permakultur, Schwammstädte, Superblogs und Verantwortungseigentum. Wie seid ihr darauf gekommen?

 

Speaker3: [00:07:59] Also wir befinden uns als Menschheit in einer wirklich nie dagewesenen Wendezeit, wo wir ein System, was wir jahrhundertelang auf fossilen Energien aufgebaut haben, überführen müssen, transformieren müssen in ein regeneratives System, was nicht mehr auf Extraktion basiert, sondern auf Regeneration und einer gesunden Beziehung zur Natur. Und das ist so eine große Wende, dass es natürlich eine Vision braucht, warum sich diese Anstrengungen lohnen, wie das aussehen wird, wie sich das anfühlen wird. Und wenn wir mal in die Medien schauen, dann haben wir dort Krisennachrichten, Krisenszenarien noch und nöcher. Und es fehlen einfach diese motivierenden Attraktoren oder Leitbilder, die uns ja Orientierung spenden und vielleicht auch Freude bereiten, dass wir Lust haben, das mitzugestalten. Und da haben wir eben eine Lücke entdeckt, die wir füllen möchten. Auch gerade weil die häufigsten Gefühle, die mit Zukunft verbunden sind, sind Wut, Angst, Trauer, Hilflosigkeit. Und das sind alles Gefühle, die uns als Menschen eher lähmen. Und wir wollen eben ein neues Narrativ in die Medien bringen, in den Diskurs bringen, dass eben auch Gefühle von Motivation, Begeisterung und Freude anspricht, damit wir Lust haben, diese Zukunft zu gestalten. Und außerdem wollten wir eben auch Bilder entwickeln, weil Bilder sagt man ja auch so im Volksmund mehr sprechen als 1000 Worte und Dinge erfahrbar machen, greifbar machen und ganz andere Gehirnareale auch in uns aktivieren. Und diese mögliche Zukunft, diese eine von vielen 1000 zukünftigen, dadurch greifbarer machen und nahbarer und auch Menschen damit berühren.

 

Speaker2: [00:09:33] Und wir haben auch alle die Erfahrung gemacht, dass ganz viele Lösungen, die wir brauchen, schon existieren, die aber nicht im Mainstream angekommen sind, sondern da eine Hilflosigkeit und Überforderung besteht, aber wir überzeugt sind, dass wir den Wandel erreichen können, wenn wir es denn wirklich wollen und wenn wir diese Lösungen verbreiten und hoch skalieren. Und entsprechend ging es uns auch darum, gute Ideen zu verbreiten. In vielerlei Hinsicht sind die Lösungen und Ideen, die wir im darstellen, in dem Bildband im Jahre 2045 auch gar nichts ganz Neues, was wir uns irgendwie ausgedacht haben, sondern was wir auch real Utopie nennen, also Utopien, die es aber heute oft schon gibt in kleiner Form, die also durchaus schon erprobt sind. Und die haben wir einfach nur größer gedacht.

 

Speaker1: [00:10:12] Vor 2045 kommt noch einiges Unangenehmes auf uns zu. Diese 20 er Jahre, die haben es wirklich in sich. Klimakatastrophen, Krieg, Pandemien, Unruhen. Da lauert links und rechts noch weiteres Unheil, wenn man aktuellen Vorhersagen für die nächsten unmittelbaren Jahre Glauben schenken soll. Müssen wir also erst ganz tief sinken, damit dann alles besser wird?

 

Speaker2: [00:10:35] Gegenwärtig sieht es leider danach aus, dass wir auf einem sehr unguten Pfad sind. Und ich glaube, die Frage ist vor allem wie schnell werden wir den verlassen? Wie lange wollen wir da noch drauf bleiben? Und es wird immer schmerzhafter, je länger wir weitermachen wie bisher. Und wir beschäftigen uns ja jetzt mit positiven Visionen. Wir sind aber keine naiven Optimisten. Es ist jetzt nicht so, dass wir sagen Ja, alles wird gut und es wird doch schon alles toll und wir schauen jetzt nur aufs Positive. Wir sehen durchaus, dass wir gerade auf einem sehr schwierigen Weg unterwegs sind. Und bis wir da nicht umdenken, werden es immer mehr Krisen. Und leider ist es ja so, dass die Menschen oft erst durch die Krisen umdenken. Und daher wollen wir aber auch zeigen Wir müssen nicht erst in die Krise, wir können jetzt schon uns verändern. Und wir sehen den großen Wandel auch gar nicht wirklich als einen Gürtel enger Schnallen und großen Verzicht, sondern glauben, dass wir eigentlich ganz viel gewinnen können, wenn wir unsere Lebensweisen ändern und wieder mit der Natur verbinden, mit unseren Körpern. Und dass vieles eher einen Fokus aufs Wesentliche ist und auf das gute Leben und das wirklich gute Leben in den Mittelpunkt zu stellen. Und daher zeigen unsere Bilder auch eine viel lebenswertere Gesellschaft, die sowohl wieder mit der Natur im Einklang ist und die Klimakrise verhindert hat, als auch ein viel schöneres Leben der Menschen ermöglicht.

 

Speaker1: [00:11:48] Ihr habt Zukunftsbilder für zahlreiche Orte in Deutschland und Europa entwickelt. Mit welchen Tools seid ihr da vorgegangen und gibt es so eine Faktengrundlage auch, auf der ihr aufbauen konntet?

 

Speaker3: [00:12:00] Also die Fakten Grundlage ist wirklich überwältigend. Wir haben sehr, sehr viele Reports, Berichte, Frameworks, Rahmenwerke, sei es vom Internationalen Klimarat, vom Wuppertal Institut, vom Ökoinstitut, vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung, die uns die wissenschaftlichen Leitplanken geben, wohin wir uns als Menschheit entwickeln müssen, um im sicheren und gerechten Rahmen zu bleiben. Also das sind wirklich wie Leitplanken, um die planetaren Grenzen einzuhalten. Da gibt es Berichte zur Energiewende, zur Verkehrswende, zur Ernährungswende, zur Bauwende. Wir haben überall eigentlich wissenschaftlich eine Idee davon, was wir erreichen wollen. Was so ein bisschen fehlt, ist, dass das Ganze erfahrbar wird. Aber die Fakten Grundlage ist eigentlich da und wir haben uns ja diese Fakten und Empfehlungen der Wissenschaft zu Herzen genommen und die eingewoben in unsere Geschichten und unsere Bilder. Also die Bilder spiegeln wirklich genau das wider, was wir gesamtgesellschaftlich auch brauchen. Die künstliche Intelligenz kam uns leider nicht zu Hilfe. Wir haben zwar oft damit herumexperimentiert, aber meistens waren dann die Bilder, die daraus entstanden, so phantastisch und verrückt und irgendwie auch unberechenbar, dass das unseren Anforderungen nicht gerecht geworden ist. Wir hatten dann doch einen höheren Anspruch an den Realismus gerade dieser Grafiken und haben mit 3D Spezialisten zusammengearbeitet. In naher Zukunft wird das vielleicht möglich sein, KI auch dafür einzusetzen.

 

Speaker1: [00:13:22] Man hört ja ab und zu, dass die KI da so ein bisschen negativ drauf ist, wenn es um die Zukunft geht. Das habt ihr jetzt nicht festgestellt.

 

Speaker2: [00:13:28] Also ich kann mir gut vorstellen, die KI benutzt ja existierende Grafiken und setzt die neu zusammen. Also benutzt das ganze existierende Wissen und die ganze existierende Kunst um ein neues zu machen. Und dystopische Bilder gibt es natürlich ganz viele und da kann man dann ganz viel quasi neu daraus regenerieren. Und solche utopischen, regenerativen Bilder wie unsere gibt es aber super wenig. Also wir sind da wirklich totale Vorreiter. Da gibt es ganz wenige andere, die das auch machen. Es kommt zwar immer mehr, aber es ist wirklich noch ein ein einsames Feld und daher hätte da zumindest die kewenig Grundlage um darauf aufzubauen. Also da kann ich mir schon vorstellen, dass es technisch auch die Qualität auf jeden Fall schlechter ist.

 

Speaker1: [00:14:05] Ihr geht in euren Entwürfen von bestimmten Menschentypen aus, die sich letztendlich zusammenraufen. Das müssen wir ja auch. Was für Typen gibt es da und welche braucht es vielleicht mehr? Und wenn ich jetzt Typen sage, sind es vielleicht eher Frauen, welche die Welt am Ende besser machen.

 

Speaker3: [00:14:22] Ja, also wir sind auf jeden Fall überzeugt davon, dass es mehr weibliche Qualitäten braucht, so etwas wie Fürsorge oder Sharing, also sich für andere auch einsetzen. Gemeinschaft und. Auch die Fähigkeit, sich Unsicherheit auszusetzen und einfach mal zuhören, empfangen und nicht gleich in Aktion treten, sondern wirklich erst mal spüren, was ist da eigentlich so? Diese weiblichen Qualitäten sind oft unterrepräsentiert in unserem Buch. Da haben wir eine Vision skizziert, dass Menschen auch mehr ihre Selbstreflexion stärken, also die vielen inneren Stimmen und Gefühle, die sich in ihnen selbst befinden, auch ans Licht holen und sich damit auseinandersetzen. Also beispielsweise lernen, mit Angst umzugehen, ihre emotionale Kompetenz stärken, ihre Empathie.

 Speaker2: [00:15:06] Für mich ist auch entscheidend Wenn wir eine gesündere Beziehung mit der Natur herstellen wollen, dann sind wir und unser Körper ist ja erst mal der direkteste Kontaktpunkt. Also wir sind ja Natur. Das muss man sich auch mal bewusst machen. Was wir herstellen, ist auf eine Weise Natur, nur eine vielleicht ungewöhnliche Form. Aber wie wir mit unserem Körper umgehen, ist daher in der Regel auch eine direkte, also sehr vergleichbar, wie wir auch mit der Natur außen umgehen. Und Menschen, die mit ihrem Körper einer guten Verbindung sind und für sich gut sorgen und sich gut ernähren und schauen auch, was die Bedürfnisse des Körpers sind, die die achten und würdigen. Die gehen auch eher mit der Natur im Außen bewusster um und sehen deren Bedürfnisse und würdigen die und zwing da nicht irgendwas auf. Und daher ist es glaube ich total wichtig, dass wir da auch anfangen bei uns. Wie gehen wir mit uns um und da eine gesunde Beziehung herstellen und da auch ein Frieden herstellen mit den Anteilen zwischen uns und nicht, dass dann ein Teil, ein Bedürfnis, ein innerer Anteil den Rest des Systems beherrscht und der Rest dann funktionieren muss. Und da sich große Parallelen eben von dem Inneren und dem Äußeren, wo bei beidem große Veränderungen braucht wird.

 

Speaker1: [00:16:11] Was macht er jetzt und sagt jetzt Personen, die sagen Mir ist die Welt völlig egal, ich kann nicht über den Tellerrand schauen. Ich weiß nicht, was morgen passiert bei mir zu Hause. Ich muss an mich denken und nicht an die Natur. Alles Quatsch. Ich ist die nächste Person in meinem Leben.

 

Speaker2: [00:16:25] Hm, also ich glaube, da gibt es dann verschiedene Ursachen. Wahrscheinlich auch. Die Frage ist, wie kommt so eine Person dazu? Wie viel Ärger muss diese Person haben und erfahren haben in dem Leben, dass sie zu so einem Schluss kommt, so sehr resigniert auch vor dem Leben? Und ich denke schon, dass es so ist, dass manche Menschen einfach unter so großem Druck stehen und so viele Schwierigkeiten haben, dass wir da nicht erwarten können, dass die jetzt beim Wandel voranlaufen, sondern die Verantwortung liegt zum Teil auch bei denen, die eben eher in privilegierteren Rollen sind, die sich das leisten können, wie wir eben auch. Wir haben viele Privilegien und können uns daher leisten, uns auch die Zeit zu nehmen und die Reflexion in diese Themen rein zu denken und zu erforschen und zu ergründen. Und ich glaube, da liegt es auch an uns, die Rahmenbedingungen für viele Menschen so zu verändern, dass sie dann irgendwann mitgehen können und sich die Zeit und den Raum auch innerlich nehmen können, sich einzulassen auf die Veränderungen.

 

Speaker1: [00:17:17] Das könnte jetzt so ein Kritikpunkt sein. Ja klar, da sind wir, die jungen Berliner Hipster, die haben ihre Weltvorstellung und dann wird alles schön. Und die leben sowieso in ihrer wohlbeharbenen Bubble. Da höre ich gar nicht erst zu. Wer jetzt an uns arbeiten soll, damit das klappt in 22 Jahren mit der besseren Welt.

 

Speaker2: [00:17:35] Bei unserer Arbeit versuchen wir auf jeden Fall, integrierte Lösungen zu finden und mit vielen Menschen auszutauschen, viele Bedürfnisse anzuhören, zu verstehen und dann nicht zu bevormunden, sondern wirklich zu schauen, Wie können wir die vielen verschiedenen Perspektiven integrieren Und da geben wir unser Bestes. Natürlich hat es trotzdem Grenzen, aber irgendwo müssen wir einfach anfangen und daher tun wir, was wir nach unserem Wissen und Gewissen am besten tun und machen können und respektieren gleichzeitig, dass andere zu anderen Ergebnissen können und andere Ansätze haben und versuchen da dann ja, das zu integrieren und einzubauen. Auch in unserer Arbeit immer wieder.

 

Speaker1: [00:18:11] Ziemlich am Anfang gibt es das Kapitel Frieden mit der Natur. Berlin hat sich dort enorm verändert. Das sieht man gleich am Hauptbahnhof. Rund um den Hauptbahnhof wimmelt es von Fahrrädern, E Bikes, Sammeltaxis, es gibt Rufbusse und andere Fahrzeugtypen. Rundherum ist alles grün, überall blühen Wildstauden auf Verkehrsinseln, und es gibt dort ohne Ende Bäume. So, und jetzt schaue ich mal kurz ins Jahr 2023. Da ist aktuell die Bundesgartenschau in Mannheim. Dafür wurde der Hauptbahnhofs Vorplatz komplett plattgemacht und neu gebaut. Die Idee ein grün eres Erscheinungsbild zur BUGA und mehr Mobilität. Was passierte? Aber es gibt nur neuen Beton, keine neuen Bäume, mickrig, wenig neues Grün und mobile Alibi Blumenkübel, die man nach der Buga auch direkt wieder wegtragen kann. Ein intelligenter und großflächiger Fahrradstellplatz fehlt. Es gibt nur ein paar neue Stangen zum Festketten. Ach, und die neuen Anzeigetafeln der Trams, die konnte niemand erkennen. Nach Protesten musste da dann gleich nachgebessert werden und es mussten dann neue hingehängt werden, die auch wieder leuchten. Hier wurde mal komplett die Chance vertan und der Aufhänger war sogar ein Naturereignis. Wenn man das jetzt sieht, wie könnt ihr da noch so positiv sein, dass in den nächsten Jahren schon wieder ein kompletter Neubau des Bahnhofsvorplatzes. Umgesetzt wird, der dann alles richtig macht. Das Kommunen Geld, das sitzt ja auch nicht so locker.

 Speaker2: [00:19:40] Es ist ja wie gesagt keine Prognose, die wir machen, wo wir sagen, das halten wir für wahrscheinlich, sondern weil wir wollen ja eher inspirieren und Orientierung geben, dass das eine gute Richtung wäre und vielleicht auch solche Bilder in die Köpfe bringen, wie es in gut aussehen könnte, damit das wiederum die Leute mit sich tragen, denken, das wollen wir jetzt aber wirklich Und wenn es wieder in die falsche Richtung geht, dann eben noch frustrierter sind bzw noch mehr Druck schon vorher machen, dass es bitte in eine wirklich grüne, lebendige regenerative Form geht und nicht von unseren gemacht wird.

 

Speaker3: [00:20:10] Es sickert auch erst jetzt immer mehr durch das Renaturierung und diese ganze Aufforstung und die Natur basierten Lösungen wirklich der Schlüssel für die Transformation sind. Also dass sie unsere Städte 10 bis 20 Grad herunterkühlen können, dass sie vorsorgen gegen Überschwemmungen, dass sie die Artenvielfalt wiederherstellen und auch für uns Menschen gesünder sind, dass wir uns weniger gestresst fühlen, wohler fühlen in grünen Städten. All das dringt erst jetzt in unser Bewusstsein. Und daher gehe ich davon aus, dass zukünftige Begrünung Vorhaben erfolgreicher sein werden, als das ja leider jetzt der Fall gewesen ist.

 

Speaker1: [00:20:43] In eurem Buch. Da machen bis 2045 die Städte dann alles richtig. Wir schauen da jetzt mal nach Berlin und da sehe ich, dass die Betonwüste Alexanderplatz nun renaturiert ist.

 

Speaker3: [00:20:54] Genau. Brachflächen, Parkflächen, ungenutzte Parkplatzflächen werden in Wildwiesen oder Gemeinschaftsgärten umgewandelt, Flächen werden entsiegelt, der verdichtete Boden wird aufgelockert, die Wasserkreisläufe werden in ihren natürlichen Zustand versetzt. Wasser wird gereinigt und da, wo es statt Moore gibt, also die absoluten Klimakiller oder Klimaschützer, werden renaturiert, wieder verwässert und neue Feuchtgebiete geschaffen. Und genau das ist ein ganz wichtiger Schlüssel zur Klimawende und zur Transformation, dass wir unsere Ökosysteme heilen und renaturieren. Dadurch können wir nicht nur CO2 einspeichern, sondern eben auch die Biodiversität fördern. Und das ist für uns Menschen auch wirklich ein großer Gesundheitsfaktor, den wir lange unterschätzt haben.

 Speaker1: [00:21:35] Dann gehen wir noch mal ein bisschen weiter rüber nach Brandenburg in den Ort Wiesenburg. Von hier aus startet dann die regenerative Ernährungs Wende.

 

Speaker2: [00:21:43] Genau, Ernährung in regional, saisonal, biologisch. Es gibt auch heute schon viele Ansätze für regenerative Landwirtschaft. Neben dem bekannten biodynamischen. Die Solistic Farming sind Tropic Farming, was alles Ansätze sind, die völlig auf Dünger, Toxine, Pestizide verzichten können und gleichzeitig in der Regel höheren Output pro Boden haben. Und das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen Wir können mit einer regenerativen Landwirtschaft mehr Essen herstellen pro Boden als mit den Monokulturen, die wir so kennen. Der einzige Nachteil ist Es braucht mehr Arbeit, mehr Handarbeit. Aber gleichzeitig werden vielleicht dann auch sinnstiftende Arbeitsplätze geschaffen, was ja dann auch als Zugewinn gesehen werden kann. Und so sehen wir die Zukunft der Ernährung auch viel mehr Vielfalt in Bezug zu haben zum Erzeuger, vielleicht auch Direktvermarktung. Es gibt da den Ansatz der solidarischen Landwirtschaft, wo man für einen monatlichen Beitrag jede Woche eine Gemüsekiste kriegt vom Ertrag, der eben anfällt. Wenn es viel ist, dann viel. Wenn es weniger ist, dann weniger, wo man auch Risiko übernimmt und auch in eine Beziehung tritt. Wirklich zum Erzeuger. Und da sehen wir auch die Zukunft zu wissen, wo das Essen herkommt, zu wissen, dass es aus einer guten Quelle kommt, die den Boden regeneriert und nicht zerstört.

 

Speaker1: [00:22:56] In eurem Buch reisen wir jetzt noch mal weiter, und zwar nach Hamburg. Ja, und wie reisen wir überhaupt mit dem E Flugtaxi? Oder gibt es 2045 tatsächlich mal eine funktionierende Deutsche Bahn? Tchibo Hauptsitz ist ja in Hamburg und das ist für alle dort dann sehr interessant. Thema urbane Transformation.

 

Speaker3: [00:23:14] Ja klar, die Bahn ist zum Verkehrsmittel Nummer eins avanciert. In Hamburg haben wir uns dem.

 

Speaker1: [00:23:20] Thema Theater Wagenreihung, Das bleibt für immer.

 

Speaker3: [00:23:24] In Hamburg haben wir uns der urbanen, partizipativen Transformation gewidmet, also der Frage, wie wir eigentlich die Stadtgesellschaft mobilisieren können und motivieren, ihre Quartiere wieder mitzugestalten. Weil auch das ist ein ganz wichtiger Aspekt, dass wir das ganze Land mitnehmen bei dieser großen Wende. Das wird nicht nur top down durchgeführt, sondern gerade in Städten. Es ist ganz wichtig, dass Menschen Verantwortung übernehmen für ihre Straßen, für die Plätze, das Mitgestalten. Wir haben dort skizziert, wie das wäre, wenn wir in der Innenstadt Straßenzüge oder auch die ganze Innenstadt temporär sperren, permanent sperren. Dass dort Kultur stattfinden kann, dass dort Fahrradautobahnen gebaut werden können. Und in Hamburg, was mir persönlich ganz besonders gut gefällt, haben wir auch die Idee einer High Lane mal visuell umgesetzt, also einem Weg, der über die Dächer von Hamburg führt, der die Dächer miteinander verbindet und wo man auch Erholungsplätze, Sportplätze und urbane Gärten vorfindet.

 

Speaker1: [00:24:19] Das finde ich voll interessant. Also kann ich mir sehr gut vorstellen. So auch vom Nachbarschaftsverhältnis her so ein Haushopping.

 

Speaker2: [00:24:26] Ja, generell sind die Dächer total ungenutzt in Städten. Wenn man in Berlin oder so mal auf so einem Aussichtspunkt ist und über die Stadt. Schauten wir überall einfach leere Dächer, wo nichts drauf ist. Denn genau da kann man doch überall liegen, hinstellen und Dachgärten und wirklich schöne Erholungs Aufenthaltsorte. Ich glaube, dass unendliches Potenzial und natürlich auch Solarpanele Flächen.

 

Speaker1: [00:24:46] Ganz wichtig in Zeiten des Klimawandels ist ja auch die Frage der Energie. Und dazu schauen wir jetzt mal nach Köln. In eurem Buch ist die Stadt klimaneutral, dank ihrer Bürger und Bürgerinnen, die zuvor protestiert haben. Es gab da ein regelrechtes Aufbegehren.

 

Speaker2: [00:25:01] Und letztendlich wurde dann Köln schon 2035 Klima positiv durch ein Klimabegehren, was die Leute mitgenommen hat und was ermöglicht hat, dass die Leute Prosumenten wie man sagt wurden, die selber sowohl Strom produzieren als auch konsumieren in einem vielfältigen Mix an Solarkraft, Windenergie, bei Kohlekraftwerken, Wasserstoff usw. Und da ist auch die Lösung auf vieles zu setzen, auf Diversität sowie in der Natur einen gesunden Mix an verschiedenen Energieerzeugungsformen herzustellen, wo alle dezentral eingebunden werden.

 Speaker1: [00:25:33] Wer treibt die Veränderung denn überhaupt voran? Politik oder Zivilgesellschaft? Oder geht das Hand in Hand?

 

Speaker2: [00:25:40] Wir würden sagen sowohl als auch. Und letztendlich sind es immer Menschen. Individuen, die mutig vorangehen, die neue Lösungen ausprobieren, Neues wagen, sich natürlich auch zusammenschließen. Und die brauchen wir sowohl in der Zivilgesellschaft als auch der Politik als auch der Wirtschaft und im Privaten, die da Vorbilder sind, Veränderungen anführen. Und natürlich braucht es auch den Wandel in der Politik und neue Rahmenbedingungen. Aber die werden ja oft auch eher nachrangig ermöglicht, weil die Zivilgesellschaft viel Druck macht oder die Menschen andere Meinungen haben, anderes einfordern. Entsprechend sehe ich oft nicht, dass die Politik voran schreitet mit neuen Lösungen, sondern immer eher hinterher folgt, was in der Gesellschaft sich durchgesetzt hat.

 

Speaker1: [00:26:21] Ihr schreibt über eine heilsame Wirkultur. Finden wir in Zukunft wirklich so eine Akzeptanz füreinander, dass Menschen in dem Maße aufeinander zugehen und eine Einheit bilden? Was ist mit den Ewiggestrigen, mit denen es nie vorangeht und die Zukunftsvisionen ausbremsen? Wir haben es da vorhin schon mal kurz gestriffen.

 

Speaker3: [00:26:39] Also ob wir diese Kultur finden, das sei dahingestellt. Aber wir haben in unserem Buch eine mögliche Zukunft beschrieben. Dass man sich das überhaupt mal vorstellen könnte, wie das wäre, wenn wir gesellschaftlich in einem konstruktiven Dialog miteinander sind, Wenn wir anerkennen, dass wir unterschiedliche Bedürfnisse haben, eine unterschiedliche Geschichte, dass wir ganz unterschiedliche kulturelle Einflüsse haben und da aufeinander zugehen, uns wirklich zuhören mit einer offenen Haltung und mit der Haltung von Hey, wir wollen gemeinsam das Beste für uns und die Erde gestalten, also dass wir rauskommen aus dem Ich oder Du und wir und die anderen und diesen permanenten Ringen und Kritisieren. Und in dem Buch haben wir das beschrieben, wie das sich anfühlen würde, wenn wir beispielsweise auch unsere kollektiven Traumata gemeinsam anschauen und anerkennen, dass wir als Gesellschaft immer noch schwere Verletzungen aus Kriegszeiten mit uns tragen, die weitergegeben wurden über unsere Gene zum Beispiel. Oder wenn wir eine gewaltfreie Kommunikation etablieren, in der Politik und man das bereits in der Schule lernt. Und das haben wir ja versucht, in der Geschichte ein bisschen greifbarer zu machen.

 

Speaker1: [00:27:41] Gibt es denn 2045 überhaupt noch extreme Parteien? Weil die sind ja ein ziemlicher Bremser, Die stehen ja ganz oft nur für das, ne, immer so weiter. Gerade in Europa und auch immer mehr in der Welt haben die ja immer mehr Macht.

 

Speaker2: [00:27:54] Äh, ja. Ich hoffentlich nicht. Also wir stehen ja dafür ein, dass sich wieder mehr zugehört wird, dass man schaut, was sind die? Sowohl als auch Lösungen. Und auch in unserer Organisation haben wir erlebt, dass es immer die Sowohl als auch Lösung gibt. Wenn wir uns wirklich zuhören, wenn wir wirklich den Raum aufmachen, dass Neues entstehen kann. Der Zulauf der extremistischen Parteien ist ja auch eine Folge von Frustriertheit, dass viele Menschen sich abgehängt fühlen, dass die Ungleichheit zu groß ist, dass der öffentliche Diskurs auch so frustrierend ist mit den ganzen destruktiven Zukunftsbildern, wo viele dann resignieren und sagen Ja, ist doch eh alles kacke, dann kann ich jetzt auch irgendwie kacke wählen. Und wenn wir eine andere Kultur hätten, wo wir auch diesen Stimmen Raum geben, erst mal wo gehört werden kann, was läuft denn alles schief, das anerkennen, dann können wir auch wieder zu konstruktiven Lösungen finden. Denn letztendlich diese ganzen extremistischen Parteien führen ja nicht auch für die deren Wähler in eine gute Zukunft. Das ist ja ein Trotzverhalten. Daher die Frage wie können wir dieses Trotzverhalten aufhören? Was braucht es, damit die Menschen wieder integriert werden in ein gesundes gesellschaftliches System?

 

Speaker1: [00:28:58] Bist eben gesagt, wir leben ja in diesen Entweder oder Zeiten. Also wir brauchen mehr ein wir nicht mehr schwarz und weiß. Das heißt es steht für ein schönes Grau, was man gut mit allen Farben kombinieren kann.

 

Speaker2: [00:29:10] Ich würde ja sagen für ein Bunt, für eine Vielfalt eben das Sowohl als auch. Also kein Einheitsbrei. Mischung aus den Farben.

 

Speaker1: [00:29:18] So, jetzt machen wir mal einen Cut, wir trinken den nächsten Kaffee oder Wasser und dann diskutieren wir 2045 weiter und checken dann mal, ob euer Buch eine richtige Vorhersage getroffen hat. Das ist dann die längste Kaffeepause der Welt. Oder wir machen es noch anders, dann würden wir auch ein bisschen schneller zusammenkommen. Wir hören uns in der nächsten Folge von fünf Tassen täglich wieder und sprechen dann alle noch mal wieder weiter zusammen. Wie ist das?

 

Speaker2: [00:29:43] Sehr gerne.

 

Speaker3: [00:29:44] Ja, dann wird gleich.

 

Speaker1: [00:29:46] Ich bin Ralf Pott los und hoffe, dass sie eine gute Zeit mit uns hattet. Vielen Dank, Stella und Lino für diese inspirierenden Zukunftsaussichten. Das war ermutigend. Und nächstes Mal geht es da noch weiter mit noch mehr positiven Aussichten für alle, die jetzt schon mehr wissen wollen. Wir haben heute über Visionen aus dem neuen Buch gesprochen. Zukunftsbilder 2045 Eine Reise in die Welt von morgen. Es ist vor wenigen Tagen im Kopp Verlag erschienen und ihr habt Glück, Wir verlosen fünf Bücher unter allen Einsender innen und einzeln. Dann schreibt uns einfach an Podcast Archiv bo.de. Und da gibt es noch eine Aufgabe in der Email.

 

Speaker3: [00:30:22] Stella Genau beschreibt einmal die Rolle von Tchibo in einer möglichen positiven regenerativen Gesellschaft im Jahr 2045. Wie würde Tchibo aussehen? Wie würden die Filialen aussehen? Was wäre die Rolle von Tchibo in der Gesellschaft?

 

Speaker1: [00:30:38] Und wenn euch dieser Podcast gefällt, dann lasst doch gerne mal ein buntes Like da oder abonniert ihn überall dort, wo es Podcast gibt, zum Beispiel bei Apple Podcast, Spotify oder YouTube. Ich freu mich dann auf die nächste spannende Zukunftsaussicht von euch in der nächsten Podcastfolge.

 

Speaker3: [00:30:55] Danke Ralf, Bis bald.

 

Speaker2: [00:30:56] Danke. Bis später.

 

Speaker1: [00:31:00] Die fünf Tasten täglich. Der Tchibo Podcast. Ihr habt Fragen oder Anregungen zu dieser Podcast Folge. Wir freuen uns auf eure Email an Podcast tchibo.de.

 

Q&A

1. Wer sind die Gäste der Folge und was sind ihre Hintergründe?
Stella Schaller und Lino Zeddies sind die eingeladenen Experten. Stella ist Fachfrau für Nachhaltigkeit, Klimaschutz und regenerative Kulturen mit langjähriger Erfahrung in der internationalen Politikberatung, unter anderem für die UN. Lino ist Ökonom, Autor und Visionär, der sich auf transformative Ansätze und positive Zukunftsbilder spezialisiert hat.

2. Was ist das zentrale Thema der Podcast-Episode?
Die Episode dreht sich um nachhaltige Zukunftsvisionen und die Vorstellung einer regenerativen, lebenswerten Welt im Jahr 2045. Die Gäste diskutieren Methoden und Ansätze, um Klimaneutralität zu erreichen, Ökosysteme zu heilen und eine positive Verbindung zwischen Mensch und Natur aufzubauen.

3. Was ist das Buch „Zukunftsbilder 2045“?
Das Buch, mitgestaltet von Stella und Lino, präsentiert eine optimistische Vision für das Jahr 2045, in der Städte grüner, die Gesellschaft gerechter und die Natur regeneriert sind. Es baut auf bestehenden Lösungen auf, wie Permakultur, solidarischer Landwirtschaft und Nachhaltigkeitskonzepten, und macht diese durch Bilder und Geschichten greifbar.

4. Wie sehen die Städte im Jahr 2045 laut den Diskussionen aus?
In der Vision der Gäste sind Städte bis 2045 deutlich grüner und nachhaltiger. Brachflächen werden in Gemeinschaftsgärten und Wildwiesen umgewandelt, urbane Flächen werden entsiegelt, und Verkehrsinseln blühen mit Wildstauden. Hamburg beispielsweise könnte durch „High Lanes“ zusätzliche urbane Räume auf den Dächern schaffen.

5. Welche Rolle spielt regenerative Landwirtschaft in der Zukunft?
Regenerative Landwirtschaft ist ein Schlüssel für die Ernährung der Zukunft. Sie verzichtet komplett auf Dünger und Pestizide, schützt den Boden und die Biodiversität, und ermöglicht sogar höhere Erträge. Konzepte wie solidarische Landwirtschaft fördern zudem direkte Beziehungen zwischen Erzeugern und Verbrauchern.

6. Was sind die Herausforderungen, die bis 2045 bewältigt werden müssen?
Die Gäste sprechen über die Notwendigkeit, die Klimakrise zu bekämpfen, extreme Wetterereignisse zu vermeiden und eine gesunde Verbindung zur Natur aufzubauen. Bis dahin sind politische, gesellschaftliche und persönliche Veränderungen erforderlich. Dabei wird die Rolle von Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft gleichermaßen betont.

7. Welche Botschaft möchte die Episode vermitteln?
Die Podcast-Episode ruft dazu auf, sich nicht von negativen Szenarien lähmen zu lassen, sondern motivierende Bilder einer besseren Zukunft anzustreben. Die Gäste zeigen auf, dass ein „Wandel“ nicht als Verlust, sondern als Gewinn für eine lebenswerte Gesellschaft verstanden werden sollte.